"Leben in Brake" ist unser Verein der Woche

Nadine Uphoff

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Halten zusammen: Die Mitglieder des Vereins "Leben in Brake" pflegen den Austausch, wie hier beim gemeinsamen Frühstück im Elfmeter anlässlich des Jubiläums. - © Nadine Uphoff
Halten zusammen: Die Mitglieder des Vereins "Leben in Brake" pflegen den Austausch, wie hier beim gemeinsamen Frühstück im Elfmeter anlässlich des Jubiläums. (© Nadine Uphoff)

Lemgo-Brake. Entlastung des Durchgangsverkehrs, Steigerung der Attraktivität für Brakes Bürger und Geschäftswelt sowie der gemeinsame Austausch standen bei der Gründung des Vereins „Leben in Brake" am 3. Juni 1992 im Vordergrund; ein Jahr später ging es dann mit der Vereinsarbeit so richtig los. Und auch heute – 25 Jahre später – sind es genau diese Themen, die die Bräker, wie sich die Alteingesessenen nennen, beschäftigen.

„Bürgerinitiative fordert den sofortigen Bau der B66 neu" lautet die Überschrift des ersten LZ-Artikels über den Verein am 5. Juni 1992. Das war sein erstes Begehren, und es wurde später – wie wir heute wissen – realisiert. Der frisch gegründete Verein wolle konkreten Einfluss auf die Gestaltung des Braker Ortsbildes nehmen, heißt es weiter im Text. „Der Verkehr ist unzumutbar", sagte Sprecher Wolfram Kahlke damals. Der Verein konnte erfolgreich den Bau einer Entlastungsstraße durch die Bega-Auen entlang der Eisenbahn-Linie verhindern.

Im späteren Verlauf der Vereinsgeschichte beteiligten sich die Mitglieder an zahlreichen Projekten, unter anderem der Umgestaltung des Marktplatzes und dem Aufstellen der Schaukästen sowie des Grabsteines von Brunnenbauer Karl Flügge. Der Verein will die Erinnerung an Flügge wach halten, weil er zu Zeiten seines Todes im Jahr 1934 populärer war als der amtierende Bürgermeister. Die Braker spendeten dem Verstorbenen damals einen 120 mal 60 Zentimeter großen Grabstein. Jahrzehntelang stand dieser im äußersten Süden des Friedhofs, ganz nah an der Residenzstraße. Irgendwann lief die Liegezeit ab, das Grab wurde eingeebnet, und der Stein verschwand. Wiedergefunden habe ihn Karl-Heinz Richter vom Verein Alt Lemgo. Mit Hilfe von „Leben in Brake" konnte er an alter Stelle wieder errichtet werden.

Information
Wer Interesse am Verein hat, kann sich in der Gaststätte „Elfmeter" oder auf einer der Veranstaltungen beim Vorstandsteam melden.

Die Mitglieder des Vereins setzten sich auch für die Restaurierung des ehemaligen Braker Bahnhofs ein, um ihn im Anschluss als Treffpunkt für die Bevölkerung nutzen zu können. Zum ersten Vorstand gehörten Erika Obernolte als Vorsitzende, Kurt Eikmeier als Geschäftsführer und Horst Kuhlmann als Kassenwart. Eikmeier, der von allen nur „Pütt" genannt wurde, habe bis zu seinem Tod vor sechs Jahren die Fäden in der Hand gehalten. „Er war unser Dreh- und Angelpunkt und hat sich für alles eingesetzt", sagt Walter Steffen.

Seit fünf Jahren ist „Leben in Brake" heimatlos. Sein Vereinslokal war bis dato die „Klönstube" in der Braker Mitte. Diese gibt es nicht mehr. Eine Entwicklung, die die Bräker stört: „1976 hatten wir noch 13 Gaststätten hier. Heute sind es nur noch drei", sagt Schriftführer Jens Begemann. Der Verein sei auch aus der Tatsache heraus geboren, dass ein Geschäft nach dem anderen geschlossen habe, ergänzt Walter Steffen. Daher verfolgen die Braker das Geschehen rund um den geplanten Bau des neuen „Edeka-Centers" ganz genau.

Im Sommer nutzte der Verein bislang die Remise am Eichenmüllerhaus für Treffen und zum Unterstellen einiger Sachen. „Es gibt dort jedoch keine Heizung oder fließendes Wasser. Außerdem müffelt es", sagt Jens Begemann. Klaus-Dieter Lindemann habe sich in den vergangenen Jahren um die Remise gekümmert. Im Januar ist er leider verstorben. Darum hätten die Mitglieder die Dorfreinigungsaktion Mitte April genutzt, um dort aufzuräumen und alles raus zu schaffen.

Der Vorstand des Vereins Leben in Brake - © Leben in Brake
Der Vorstand des Vereins Leben in Brake (© Leben in Brake)

Jeden ersten Montag im Monat findet der gemeinsame Klönabend entweder im Altenzentrum am Schloss oder im Fachwerkhaus der Kirchengemeinde statt. Der Ort werde aber rechtzeitig auch in der LZ bekannt gegeben. „Dann sprechen wir über aktuelle Themen, die Vereine, den Sport, die Braker Geschäftswelt, den Straßenverkehr, die Geburtstage und natürlich auch über Todesfälle", erzählt Günther Schäfer. Für den Sommer organisiert der Vorstand jedes Jahr einen Ausflug. Bislang besuchten die Braker unter anderem schon die Silbermühle in Leopoldstal, das Hermannsdenkmal und das Kloster Dalheim.

Mit Blick auf die etwa 50 Mitglieder sagt Vorsitzender Frank Prosowski jedoch: „Wie in allen Vereinen ist auch unser Durchschnittsalter sehr hoch." Daher sei er stolz auf die fünf neu gewonnenen Mitstreiter. „Leben in Brake" erhebt einen Jahresbeitrag von 15 Euro pro Mitglied (25 Euro für Familien); Firmen zahlen 60 Euro.

Brakes längster Tisch

Die meisten Braker werden den Verein „Leben in Brake" vor allem wegen seiner Veranstaltungen kennen. Seit 2004 gibt es den „Braker Sommer". Das Fest heißt seit 2012 „Brakes längster Tisch" und lockt die Bürger jedes Jahr in die Braker Mitte.

Dort laden lange Bierzeltgarnituren die Braker ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und kennenzulernen. Ihr Essen können sich die Besucher dabei selbst mitbringen oder an den zahlreichen Ständen käuflich erwerben.

DJ Rüdiger spielt dazu launige Musik. „Je nach Wetterlage kommen zwischen 50 und 200 Besucher", schätzt Jens Begemann mit Blick auf die Feiern der vergangenen Jahre.

Viele Besucher beim "Mitbringfest" Brakes längster Tisch. - © Marlen Grote
Viele Besucher beim "Mitbringfest" Brakes längster Tisch. (© Marlen Grote)

Die Organisation sei jedes Jahr sehr aufwendig: „Wir müssen uns mit den Geschäften in der Straße kurzschließen und die Straßenabsperrung organisieren. Dazu brauchen wir die Genehmigung für die Veranstaltung von der Stadt", führt Schriftführer Jens Begemann auf. Der Verein bekommt aber auch Unterstützung: Lemgo Marketing würde dankenswerterweise die Bierzeltgarnituren und Dixi-Klos bereit stellen. Die Kneipe „Elfmeter" beschaffe die Getränke und Bratwürstchen.

Seit 2001 gestaltet „Leben in Brake" den Laternenumzug mit. Los geht es für die Kinder immer um 18 Uhr am Familienzentrum in der Güldenen Mine. Die Strecke führt über 30 bis 45 Minuten zum Altenzentrum am Schloss. „So werden Alt und Jung zusammengeführt", sagt Vorsitzender Frank Prosowski. Nach dem Umzug warten Würstchen und Getränke auf die Braker. Von den Einnahmen im vergangenen Jahr will der Verein nun einen neuen Grill anschaffen. Im Jahr 2016 gab es bereits ein neues Zelt für die Mitglieder.

Termine

An jedem ersten Montag im Monat um 19 Uhr ist Klönabend

Samstag, 21. Juli, 18 Uhr, Brakes Langer Tisch: Gemütliches Beisammensein auf Bierzeltgarnitur bei Gegrilltem und Getränken in der Braker Mitte. Für das Fest wird die Straße abgesperrt.

Freitag, 9. November, 18 Uhr, Laternenumzug: Start ist für alle Kinder am Familienzentrum Brake in der Güldenen Mine. Nach etwa 30 bis 45 Minuten endet der Umzug am Altenzentrum am Schloss.

Sonntag, 9. Dezember, 15 Uhr, Weihnachtsfeier: Gemütlicher Jahresausklang im Fachwerkhaus der Gemeinde

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