Debatte um undichte Kanäle

Noch keine Lösung

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Lemgo-Wahmbeck (Rei). Was kommt auf die rund 230 Hausbesitzer in Wahmbeck zu? Eine Antwort darauf gibt es auch nach der Umweltausschusssitzung am Dienstag, 31. Januar, nicht. Fakt ist: Die Stadt muss laut Bürgermeister Dr. Reiner Austermann auf den hohen Anteil von Fremdwasser im Wahmbecker Kanal reagieren.

Unbestritten sei, dass die städtischen Leitungen dicht seien. Also müsse das viele Regen- und Grundwasser, das in das Abwassersystem drückt, durch fehlerhafte Hausanschlüsse hineingeraten. Grundsätzlich gibt es laut Austermann jetzt zwei Möglichkeiten: Die Stadt verteilt nach einer Prüfung Ordnungsverfügungen mit engen Zeitfristen und unter Androhung von Strafen an die Hausbesitzer mit fehlerhaften Kanälen. Oder der Rat beschließt eine neue Satzung, wonach jeder Hauseigentümer in Wahmbeck seine Leitungen und Anschlüsse durch eine Fernaugenuntersuchung (Kosten: cirka 300 Euro)  prüfen muss.

Im ersten Fall kommen laut Austermann auf die Betroffenen in jedem Fall hohe Sanierungskosten zu, weil ihr System anschließend zu 100 Prozent dicht sein müsse - was durch eine Druckprüfung kontrolliert würde.

Die SPD ist dagegen, dass bei einer Satzung alle Hausbesitzer quasi unter Generalverdacht gestellt werden. Auch Austermann hält dies für unglücklich. "Vielleicht finden wir eine Formel, die diesen Punkt anders löst." Das Thema wird weiter in den Fraktionen beraten. ­Außerdem könnte es noch mal zu einer Sitzung mit Bürgerbeteiligung kommen.

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