Kostenloses Schlafen auf fremden Sofas

Als Couchsurferin reist Thekla Urbaniak von Lemgo um die Welt

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Trendreise Couchsurfing - © Lemgo
Trendreise Couchsurfing (© Lemgo)

Lemgo. Pauschalreisen sind nichts für Thekla Urbaniak. Die 23-Jährige reist lieber auf eigene Faust um die Welt und übernachtet kostenlos. Übers Internet lassen sich weltweit freie Betten auftreiben - mit Couchsurfing. 

Durch Zufall ist die Lemgoerin vor zwei Jahren auf die Internetseite www.couchsurfing.org gestoßen. "Ich hatte spontan einen Flug nach New York gebucht. Weil ich nicht so viel Geld hatte, war ich auf der Suche nach einer günstigen Schlafmöglichkeit", erzählt die Reiseverkehrskauffrau. Ein Hostel kam für die junge Frau damals nicht in Frage - und auch heute noch nicht. "Couchsurfing ist sicherer. Du hast den Namen, die Adresse und Referenzen. Im Hostel bist du ja mit Fremden auf einem Zimmer", weiß die 23-Jährige. Außerdem sehe man so viel mehr von der Stadt und sei nicht nur da, wo die anderen Touristen seien.

Gemütlicher Schlafplatz: Thekla Urbaniak hält nicht viel von Übernachtungen im Hotel. Während ihrer Reisen schläft sie lieber auf dem Sofa von Einheimischen. Auch ihr Sofa bietet sie Couchsurfern an. - © Foto: Strathmann
Gemütlicher Schlafplatz: Thekla Urbaniak hält nicht viel von Übernachtungen im Hotel. Während ihrer Reisen schläft sie lieber auf dem Sofa von Einheimischen. Auch ihr Sofa bietet sie Couchsurfern an. (© Foto: Strathmann)

Das sei auch der Hintergrund von Couchsurfing. Neben einer kostenlosen Übernachtungsmöglichkeit stehe der Kontakt mit Einheimischen an erster Stelle. "Man erlebt so viel. Das ist eine ganz tolle Erfahrung", erzählt Thekla Urbaniak, die gerade von einer Couchsurfing-Tour von der Karibikinsel Curaçao wiedergekommen ist. "Ich war mit vielen Einheimischen unterwegs und habe auch noch andere Couchsurfer kennengelernt", berichtet sie.

Ihre Familie und ihre Freunde bewundern die junge Frau für ihren ungewöhnlichen Reisestil. "Viele sagen, dass sie nicht so mutig wären." Mit Mut habe so eine Reise aber nichts zu tun. "Man tauscht sich im Vorfeld mit dem anderen Couchsurfer aus. So kann man testen, ob die Chemie stimmt. "Aufgeregter wäre ich, wenn der erste Couchsurfer vor meiner Tür stehen würde", ist sich die 23-Jährige sicher.

Da sie erst seit Oktober in einer WG an der Mittelstraße wohnt, hat bis jetzt noch niemand auf ihrem grauen Sofa geschlafen. Das ändert sich aber bald. "Am 20. März findet ein Singer-Songwriter-Abend im ‚Beat Café statt. Dann habe ich meinen ersten Schlafgast", sagt Thekla Urbaniak. Eine junge Sängerin nimmt dann das Sofa in Beschlag.

Doch mögliche Schlafgäste im Hause Urbaniak müssen nicht jung sein. "Wenn das Profil überzeugt, könnte ich mir auch vorstellen, dass eine 80-Jährige hier übernachtet. Hauptsache sie ist cool drauf", sagt die junge Frau und lacht.

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