Dem "Lippeladen" fehle es an Laufkundschaft

Mitarbeiter ziehen im LZ-Interview Bilanz

von Judith Stracke

Niklas Strohdeicher, Silvia Stecker, Petra Krüger (Mitarbeiterin "Das Dach"), Maria Schade ("Das Dach"), Hanna Büttner, Jens Nadolny ("Das Dach") und David van der Kamp. - © Foto: Stracke
Niklas Strohdeicher, Silvia Stecker, Petra Krüger (Mitarbeiterin "Das Dach"), Maria Schade ("Das Dach"), Hanna Büttner, Jens Nadolny ("Das Dach") und David van der Kamp. (© Foto: Stracke)
"Lippeladen" sucht 

kreative Produkte - © Lemgo
"Lippeladen" sucht
kreative Produkte (© Lemgo)

Lemgo. Seit fast zwei Jahren betreibt der Verein "Das Dach" den "Lippeladen". Damit beschreitet er neue Wege der Integration psychisch kranker Menschen. In der Tagesstätte in Lemgo werden die typisch lippischen Produkte gelagert, versendet und auch vor Ort gekauft. Im LZ-Interview haben die Leiterin der Tagesstätten in Lemgo und Lage, Maria Schade, sowie die für den "Lippeladen" hauptverantwortlich tätigen Mitarbeiter von "Das Dach", Petra Krüger und Jens Nadolny, eine erste Bilanz gezogen.

"Zwermann", "Zwernelda", Lippe-Krimis, T-Shirts, Lampen, Taschen, Mützen, Lagenser Säfte. Wie wird das breite Angebot von lippischen Produkten angenommen?

Information
Kontakt:
Interessenten, die ihre Produkte über den "Lippeladen" vertreiben wollen oder einen Besuch im "Lippeladen" in der Lemgoer Tagesstätte am Lindenhaus absprechen möchten, können sich mit Petra Krüger unter Telefon 05232-5065 oder mit Jens Nadolny unter Telefon 05261-189589 in Verbindung setzen. Informationen zum "Lippeladen" gibt es außerdem im Internet unter www.
lippeladen.de
(udi)

Schade: Was den Online-Shop betrifft, sind wir zufrieden. Vor allem zur Weihnachtszeit konnten wir wöchentlich bis zu zehn Päckchen packen und versenden. Die lippespezifischen Produkte wie unsere Cherusker-T-Shirts laufen gut. Davon verschicken wir knapp 100 pro Jahr und das nicht nur innerhalb von Lippe. Wir haben auch Kunden in Berlin oder Hamburg.

Klingt, als ob der Laden "brummt"… 

Krüger: Leider nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Laufkundschaft bereitet uns Sorgen. Wir haben inzwischen keine festen Öffnungszeiten mehr. Wir machen auf, wenn jemand kommt. Was den Versand betrifft, ist Donnerstag Packtag. Wir würden uns wünschen, dass es immer so viel zu packen gäbe wie vor Weihnachten.

Wo sehen Sie die Gründe dafür, dass die Kunden nicht ins Haus kommen?

Nadolny: Zum einen ist Individualität nicht mehr so gefragt. Die Menschen kaufen eher, wo es günstig ist, als in Einrichtungen für Behinderte. Zum anderen boomt das Online-Geschäft. Ich muss nicht mehr das Haus verlassen, um einzukaufen. Das ist für viele Menschen bequemer.

Heißt das, der "Lippeladen" wird bald geschlossen?

Schade: Nein, wir lassen uns keinesfalls entmutigen. Die Lage ist nicht hoffnungslos. Im Gegenteil: Von der Vergütung des Verpackungsaufwands konnten wir im letzten Geschäftsjahr einen Klienten bei unserer Juist-Reise sponsern. Das Grundgerüst in Form der Kooperation mit der Internetfirma "Digital Park", die das technische Potential bietet und der Agentur "k-Konzept" als Namens- und Ideengeber sowie Eigentümer des "Lippeladens", ist gut und stimmig. Wir sind dankbar, dass wir so kreativ arbeiten können und wollen das integrative Unternehmen als Grundstein für die Vorbereitung unserer Klienten auf einen Arbeitsplatz unbedingt weiterführen.

Wo gilt es dann anzusetzen?

Krüger: Unser Angebot muss noch frecher, zeitgemäßer und pfiffiger werden. Die Kreativgruppen sind gefragt, das Sortiment zu modernisieren und zu aktualisieren. Kleine Auflagen, keine Massenproduktion und Expansion bei den heimischen Produkten. Im Moment verhandeln wir beispielsweise mit einem Imker, um heimischen Honig in unser Sortiment aufzunehmen.

Schade: Wir sind immer auf der Suche nach kreativen Menschen, die ihre Produkte über den "Lippeladen" vertreiben wollen.

Nadolny (lächelnd): Die Fußball-EM naht. Da setzen wir natürlich ganz stark auf unseren putzigen "Fußball-Zwermann" und auf die weiterhin erfolgreiche Arbeit unserer Klienten im Versand. In den fast zwei Jahren hatten wir nur eine einzige Reklamation und nicht einen Umtausch.

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