"LE"-Kennzeichen: Kreisverwaltung bringt Lemgoer SPD auf die Palme

Udo Golabeck spricht von "Arroganz"

Von Thomas Reineke

Die Kreisverwaltung will das alte Lemgo-Kennzeichen nicht zurück - und lehnt damit einen Wunsch des Rates ab. - © Montage: Brettmeier
Die Kreisverwaltung will das alte Lemgo-Kennzeichen nicht zurück - und lehnt damit einen Wunsch des Rates ab. (© Montage: Brettmeier)

Lemgo. 140 Altkreise beziehungsweise Städte haben bundesweit bereits ihre alten Kennzeichen zurück. Nur Lemgo soll das "LE" nicht bekommen. So will es die Kreisverwaltung. Das erzürnt die Lemgoer SPD.  

Wie berichtet, heißt es in einem von Landrat Friedel Heuwinkel unterzeichneten Beschlussvorschlag für den Kreistag, dass dieser den Antrag aus Lemgo auf Wiedereinführung des "LE"-Kennzeichens ablehnen soll. Begründung in verkürzter Form: Wenn der Kreistag nur das "LE" wieder ermögliche, wären die Detmolder irritiert, weil es bisher noch keine Initiative für das Comeback des "DT" gibt. Und beide alten Kennzeichen wieder einzuführen, würde die gemeinsame Tradition, die alle Lipper verbinde, nicht stützen - im Gegensatz zu dem werbewirksamen und identitätsstiftenden "LIP".

"Ich finde, hier sitzt die Kreisverwaltung auf einem sehr hohen Ross. Anstelle der so oft reklamierten Bürgerfreundlichkeit ist das pure Arroganz. Meine Fraktion ist darüber total sauer", sagt Udo Golabeck, Vorsitzender der Lemgoer Sozialdemokraten im Stadtrat. Die SPD hatte im vergangenen Spätherbst den Anstoß gegeben, das "LE"-Kennzeichen wieder einzuführen.

Die Begründung: Die Lemgoer könnten bei der Wahl ihres Kennzeichens Heimatverbundenheit bekunden. Dazu sei "LE" ein Werbefaktor für Lemgo, und Verwaltungskosten fielen durch die Ausgabe des neuen alten Kennzeichens auch nicht an.
In einem offenen Brief der Lemgoer SPD an die Kreistagsabgeordneten heißt es, dass der Rat mit seinem Antrag für das "LE"-Zeichen eine bürgerfreundliche Haltung dokumentiere. Diese dürfe nicht einfach wieder kassiert werden, meint Golabeck.

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Zumal auch das Bundesverkehrsministerium, das die Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen im vergangenen November zugelassen hat, dieses als bürgerfreundliches Angebot verstehe. Andernorts, wo die Retro-Schilder wieder zugelassen seien, gebe es eine Vielzahl von Wunschreservierungen und Ummeldungen. "Das zeugt vom großen Interesse der Menschen an den alten Kennzeichen und praktizierter Bürgernähe der Verwaltung und Politik", so Golabeck.

Behandelt wird der Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung am Mittwoch, 13. Februar, um 15.30 Uhr in einer öffentlichen Sitzung des Kreis-Verkehrsausschuss (Kreishaus Detmold, Raum "Kaunas"). Abschließend entscheiden wird der Kreistag über den Antrag aus Lemgo, und zwar voraussichtlich in seiner Sitzung am Montag, 18. März.

Aktuell tragen noch 450 Fahrzeuge in Lippe das "LE"-Zeichen. Sie sind allesamt vor 1973 zugelassen worden.

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