Waldfriedhof in Dahlhausen soll erweitert werden

Thomas Dohna

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Klaus Sunkovsky steht unter der großen Kirsche, die das anonyme Urnenfeld beschattet. - © Thomas Dohna
Klaus Sunkovsky steht unter der großen Kirsche, die das anonyme Urnenfeld beschattet. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Beim Gang auf dem Waldfriedhof Dahlhausen machen die großen Bäume Eindruck. Seit Ende der 1950-er Jahre gibt es die Ruhestätte. Nun stehen Veränderungen an.

Klaus Sunkovsky kennt fast alle. Während des Rundgangs auf dem Friedhof grüßt er nach links und nach rechts, viele der Angehörigen kennt er mit Namen. Sunkovsky ist in der Gemeindeverwaltung der Mann für die Friedhöfe. Er achtet auf die Vorschriften und auf den Haushalt. Er hält Kontakt zu den Gutachtern, die Jahr für Jahr die Kalkulation der Friedhofsgebühren aufstellen.

Information
Ruhestätten
Die LZ wirft im Verlauf des Herbsts einen Blick auf die verschiedenen Ruhestätten in Leopoldshöhe. Jeder Friedhof erzählt dabei eine ganz eigene Geschichte. Klaus Sunkovsky kennt sie alle. Somit wird der Verwaltungsmitarbeiter Einblicke in die Entstehungszeit, Veränderungen und Besonderheiten der fünf Ruhestätten geben.

Sunkovsky kennt auch die Geschichten, die sich um die Friedhöfe in Leopoldshöhe ranken. So ist der Waldfriedhof Dahlhausen der jüngste unter den fünf Friedhöfen in der Großgemeinde.

Damals in den 1950er Jahren wuchsen die Gemeinden Asemissen, Bechterdissen und Greste. Wo Menschen leben, wird auch gestorben. Die Räte der Gemeinde beschlossen, einen gemeinsamen Friedhof anzulegen. Dafür wählten sie einen Teil des Waldes in Dahlhausen. Ob ihnen klar war, welche Bodenverhältnisse dort herrschen, ist nicht bekannt. „Wir haben hier schweren Lehmboden", sagt Sunkovsky.

Der hält das Wasser zu gut für einen Friedhof, deswegen sind die Liegezeiten hier besonders lang: 40 Jahre. Dennoch müssen die Käufer die Nutzungsrechte nicht für 40 Jahre erwerben, sondern nur für 35 Jahre bei Sarggräbern, Verlängerungen sind bei Wahlgräbern möglich. „Das wird auch gemacht, vor allem bei Familien, die für mehrere Grabstellen Nutzungsrechte erworben haben, aber noch nicht alle Grabplätze nutzen." Obwohl die Liegezeiten lang sind, reichen sie nicht aus, um die alten Gräber problemlos neu belegen zu können.

Deswegen hat der Gemeinderat eine Sanierung beschlossen. Ein sich am Rand des Friedhofs entlang ziehendes Gräberfeld soll ausgehoben werden. „Hier wird ausgeschachtet, dann exhumiert ein Fachunternehmen die noch vorhandenen Überreste und bestattet sie an einer anderen Stelle des Friedhofes", beschreibt Sunkovsky das Vorhaben. Dann soll eine Drainage eingebaut werden, um die Fläche zu entwässern, bevor sie neu belegt wird.

Das ist notwendig, obwohl die Zahl der Urnenbestattungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. „Gab es vor 20 Jahren fünf bis sechs solcher Bestattungen pro Jahr, machen sie heute 70 Prozent aller Bestattungen aus", stellt Sunkovsky fest. Ende der 1990er richtete die Gemeinde ein anonymes Urnenfeld ein. Es ist eine einfache Rasenfläche, die von der Gemeinde gepflegt wird. Nur Klaus Sunkovsky und seine Kollegen im Amt wissen, wer wo liegt – und schweigen. Etwa 40 Urnen sind dort bestattet. Ein großer Kirschbaum beschattet die Fläche. „Wir haben geglaubt, das reicht länger", sagt Sunkovsky. Inzwischen gibt es eine weitere Fläche.

Drei Mal ist der Waldfriedhof Dahlhausen bisher 
erweitert worden. Die ersten Male im Zehn-Jahres-Abstand, das vorerst letzte Mal 1993. Zurzeit gibt es etwa 3500 Grabstellen. Jetzt soll der Friedhof sozusagen in die Vertikale wachsen. Die Gemeinde plant spezielle Grabstellen für die Urnenbestattung.

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