Die Kirche am Leopoldshöher Marktplatz ist wieder wurmfrei

Thomas Dohna

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Blick aufs Gewölbe: Küster Eckart Wedemann sitzt auf dem Gang des Dachstuhls der Kirche Leopoldshöhe. Unter ihm sind die Bretter der Verschalung und die neu eingezogenen Stahlkreuze zu erkennen. - © Thomas Dohna
Blick aufs Gewölbe: Küster Eckart Wedemann sitzt auf dem Gang des Dachstuhls der Kirche Leopoldshöhe. Unter ihm sind die Bretter der Verschalung und die neu eingezogenen Stahlkreuze zu erkennen. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Seit Monaten lässt die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde das Dach der Kirche Leopoldshöhe am Marktplatz erneuern. Inzwischen sind die Arbeiten zur Stabilisierung des Dachstuhles abgeschlossen.

In Teilen des Dachstuhls der 1851 fertiggestellten Kirche hatte sich der Holzwurm eingenistet und das Gebälk an manchen Stellen des vor etwa 80 Jahre schon einmal verstärkten Dachstuhls geschwächt. Ein Zimmermann überprüfte das Gebälk und schlug vor, einige Hölzer zu ersetzen.

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Geschichte

Die Kirche ist gewissermaßen die Keimzelle der Gemeinde. Sie steht genau dort, wo die Wege zu den Kirchen in Schötmar, Oerlinghausen und Heepen gleich lang sind. Damit sollten die Menschen im Ort einen kürzeren Kirchweg haben. Darum herum gründete sich ein Kirchdorf. Der lippische Fürst Leopold III. weihte die Kirche im Oktober 1851 ein. Den Namen „Leopoldshöhe" erhielt die Gemeinde nach eigenen Angaben bereits im Mai 1850.

Die Kirchengemeinde beauftragte daraufhin den Ingenieur Heinrich Adriaans mit einer genauen Untersuchung des Dachstuhles. Der Experte stellte erhebliche Schäden fest. Eine Menge Verbindungen zwischen Balken und Streben hatten sich mit der Zeit gelockert. Inzwischen haben die Zimmerleute Verstärkungen angebracht, die Verbindungen wieder befestigt und stählerne Kreuze eingebaut.

Nach Abschluss der Sanierung des Dachstuhls wird nun das Gewölbe der Kirche gedämmt. Die Handwerker seien dabei, die Gewölbe von oben einzuschalen, sagt der Küster der Kirchengemeinde, Eckart Wedemann. In die Schalung sollen Flocken aus Zellulose geblasen werden. Mit der Dämmung sollen auch die ständig neu auftretenden schwarzen Streifen im Innenraum der Kirche der Vergangenheit angehören. Das Gewölbe der Kirche besteht aus knapp zehn Zentimetern Lehm. Sobald die Kirche im Winter beheizt wird, bildet sich am Gewölbe Tauwasser. Darin fängt sich der Ruß der Kerzen. Mit der Zeit entstehen schwarze Flecken und Streifen. Der natürliche Dämmstoff verlagert nach Angaben der Fachleute den Taupunkt in den Raum über dem Gewölbe. Der Dämmstoff könne selbst Feuchtigkeit aufnehmen nach außen abgeben. Damit würden Feuchteschäden verhindert.

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