Geflügelzüchter wollen ihr Wissen weitergeben

Thomas Dohna

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Stolz aufs Gefieder: Herbert Lütkemeier, Friedrich Uekermann, Arnold Schmidtpott, Georg Clasbrummel, Manfred Fulde und Friedhelm Siekmann (von links) vom Geflügelzuchtverein Leopoldshöhe begutachten ausgiebig einen der Hähne. - © Thomas Dohna
Stolz aufs Gefieder: Herbert Lütkemeier, Friedrich Uekermann, Arnold Schmidtpott, Georg Clasbrummel, Manfred Fulde und Friedhelm Siekmann (von links) vom Geflügelzuchtverein Leopoldshöhe begutachten ausgiebig einen der Hähne. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Friedhelm Siekmann kann sich nicht erinnern, seit wann er Tauben züchtet. „Schon immer", sagt der 81-Jährige. Wahrscheinlich hat er wie die meisten Mitglieder im Rassegeflügelzuchtverein Leopoldshöhe schon als Kind zugeschaut und dann als Jugendlicher begonnen. Das könnten sich die Mitglieder des Vereins auch für die nächste Generation in der Gemeinde vorstellen.

Der Geflügelzuchtverein (GZV) Leopoldshöhe ist 1960 als RGZV Schuckenbaum gegründet worden. Damals lebten die Menschen in den Ortschaften, die heute die Großgemeinde Leopoldshöhe bilden, entweder auf Höfen, Kötterstellen oder in Häusern mit großen Gärten. Sie bauten Obst und Gemüse für den Eigenbedarf an.

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Wer Getreide auf Feldern hatte, brachte es zur Mühle und bekam dafür einen Gutschein. Mit dem Gutschein konnten die Menschen beim Bäcker Brot holen, wenn sie etwas brauchten. „Läden so wie heute den Aldi gab es ja gar nicht", sagt Vereinsvorsitzender Arnold Schmidtpott. Beim Bäcker habe man Zucker und einiges andere kaufen können.

Auf den Höfen gab es ganz selbstverständlich Tiere, aber auch in den Gärten standen Ställe für Kaninchen oder Hühner. Tauben gab es überall, jeder war Züchter. „Die 
Vögel saßen unter jedem Dach", sagt Herbert Lütkemeier. Der 78-Jährige stieß 1964 zum Verein. So sind so ziemlich alle der Älteren im Verein mit Tauben in die Züchterei eingestiegen. „Das waren Brieftauben", sagt Arnold Schmittpott und schiebt halb ernst, halb scherzhaft hinterher: „Es gab ja kein Telefon."

Zu den Hühnern, die die meisten Vereinsmitglieder heute züchten, kamen sie erst später. „Hühner liefen ja auch überall herum", sagt Schmidtpott. Offenbar begannen die Vereinsmitglieder die Tiere zu züchten, als die Hofhühner zunehmend verschwanden. Dabei sehen sie ihre Rassehühner auch als Nutztiere. Arnold Schmidtpotts Zwerg-Walsumer legen beispielsweise große Eier. Deswegen hat er sie sich ausgesucht.

„Meine Italiener haben ein schönes Aroma", sagt Herbert Lütkemeier. Er könne am Aroma die Rasse herausfinden. Georg Clasbrummel bestätigt das. Bei ihm kommen die überzähligen Hähne mit knapp sechs Monaten in den Topf. Das Problem der Überzahl des männlichen Geschlechts hat Friedrich Uekermann bei seinen Tauben nicht. „Die leben monogam", sagt er. Obwohl – es gebe auch Tauben, die „fremdgingen". Ein Züchter versuche immer, Paare zu finden, die möglichst das beste Ergebnis bringen.

Alle Züchter im Verein haben Gärten, in denen die Ställe und Volieren stehen. „Bei den heutigen Grundstücken hat man den Platz oft nicht", sagt Friedhelm Siekmann. Bisweilen würden auch Nachbarn Schwierigkeiten machen, weiß Friedrich Uekermann. Die Züchter könnten sich daher vorstellen, Kindern und Jugendlichen Platz in ihren Ställen einzuräumen. Die Tierfreunde wollen, dass ihr Wissen weitergegeben wird. „Das wäre schön, wenn sich jemand melden würde", sagt Arnold Schmidtpott.

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