Malerin Christine Venjakob ist in Leopoldshöhe heimisch geworden

Heidi Stork

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Inspirationen aus der Natur: Die Künstlerin Christine Venjakob liebt die zarte Leichtigkeit des Aquarellierens. In ihrem Atelier arbeitet sie nicht nur an neuen Werken, sondern hält auch Malkurse ab. - © Heidi Stork
Inspirationen aus der Natur: Die Künstlerin Christine Venjakob liebt die zarte Leichtigkeit des Aquarellierens. In ihrem Atelier arbeitet sie nicht nur an neuen Werken, sondern hält auch Malkurse ab. (© Heidi Stork)

Leopoldshöhe. Wer den Weg zum Atelier der Künstlerin Christine Venjakob gefunden hat, ist sprichwörtlich angekommen. Eingebettet zwischen Wiesen und Feldern versprüht das urige Fachwerkhaus am Ortsrand von Leopoldshöhe ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit.

Danach hat die 67-Jährige lange gesucht, denn ihre Wurzeln liegen in Barby an der Elbe. Hier ist die Künstlerin geboren und aufgewachsen, bevor ihre Eltern vor 55 Jahren dem DDR-Regime den Rücken kehrten. „Erst auf dem West-Berliner Bahnhof habe ich damals erfahren, dass es kein Zurück gibt", erinnert sich die damals Elfjährige an die Flucht in den Westen.

Information

Kurse und Malreisen

Christine Venjakob wurde 1949 in Barby an der Elbe geboren. Seit 1976 arbeitet die Leopoldshöherin als freischaffende Malerin und zeigt ihre Bilder bei Ausstellungen im In- und Ausland. Seit 1991 gibt sie Malkurse und organisiert Malreisen nach Juist und ins Kloster Amelungsborn. Die Malerin ist seit 2002 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler NRW (BBK). Mehr Informationen im Internet unter www.christine-venjakob.de.

Das Interesse an der Malerei sei schon als Kind groß gewesen. „Bei Familienfesten habe ich oft unter dem Tisch gelegen und die Verwandten gemalt", erzählt sie schmunzelnd. Christine Venjakob studiert nach dem Abitur Lehramt mit dem Wahlfach Kunsterziehung an der Pädagogischen Hochschule in Bielefeld. Ohne seine Studenten mit Methodik und Didaktik zu traktieren, weiht Professor Willi Pramann sie damals in die Kunst des Malens und Zeichnens ein.

Doch der Schuldienst ist nicht ihre Sache, wohl aber die Malerei. Gemeinsam mit Ehemann Bernhard reist die mittlerweile 24-Jährige 1974 erstmals wieder in die DDR. „Freunde, Bekannte und Verwandte haben sich durch unsere Flucht ein Stückchen weit im Stich gelassen gefühlt", beschreibt sie den eher zurückhaltenden Empfang von damals.

Dass der jähe Verlust für ihre Schulfreundin genauso schmerzlich war, erfährt die Künstlerin erst Jahre später. Sie selbst litt ebenfalls, fühlte sich entwurzelt und heimatlos. In Leopoldshöhe ist auch sie selbst angekommen.

Nach der Erziehungszeit ihrer beiden Kinder intensiviert sie die Malerei. Landschaften, Stillleben und Blumen übten auf die Künstlerin schon immer eine besondere Faszination aus. „Die Vergänglichkeit von Blüten und Blumen ist in Aquarell wunderbar darstellbar", bringt sie die Vorzüge des Aquarellierens gegenüber deckender Acrylmalerei auf den Punkt.

Diese faszinierende Maltechnik habe etwas Zartes und Kraftvolles zugleich. Neben der Flüchtigkeit des Momentes könne man in Aquarell ausgesprochen geordnete Situationen darstellen.

Eine weitere Leidenschaft der Künstlerin ist die Aktmalerei, die sie ebenfalls von der Pike auf gelernt hat. „Dabei geht es mir nicht darum, die Figuren in ihrer anatomischen Richtigkeit darzustellen, sondern mit ihnen Geschichten zu erzählen", betont sie. Die Werke der sympathischen Künstlerin stoßen deutschlandweit in verschiedenen Galerien auf großes Interesse. Zudem gibt die Leopoldshöherin ihr Können bei Kursen in ihrem Atelier weiter.

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