Entschädigung für Leopoldshöher Feuerwehrleute steigt

Thomas Dohna

  • 0
Wird die Feuerwehr alarmiert und muss ausrücken, fehlen die Einsatzkräfte am Arbeitsplatz. Für ihr Engagement für die Allgemeinheit sollen besondere Funktionen in der freiwilligen Feuerwehr besser entschädigt werden. Seit 2001 waren die Sätze nicht mehr angehoben worden. - © Thomas Dohna
Wird die Feuerwehr alarmiert und muss ausrücken, fehlen die Einsatzkräfte am Arbeitsplatz. Für ihr Engagement für die Allgemeinheit sollen besondere Funktionen in der freiwilligen Feuerwehr besser entschädigt werden. Seit 2001 waren die Sätze nicht mehr angehoben worden. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Die Arbeitgeber aller freiwilligen Feuerwehrleute und bestimmte Funktionsträger der Wehr bekommen ab dem 1. August mehr Geld. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Seit 2001 waren die Entschädigungen nicht mehr angehoben worden.

Seit Januar 2016 ist das Landesgesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) als Nachfolger des Gesetzes über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG) in Kraft. Das war Anlass für die Verwaltung, dem Rat eine Neuregelung der Entschädigung für die Angehörigen Freiwilligen Feuerwehr in besonderen Funktionen anzuregen.

Auf Kreisebene habe sich ein Arbeitskreis mit der Sache befasst. Dort wurde nach Angaben der Gemeindeverwaltung vorgeschlagen, dass die Entschädigungssätze für Feuerwehrleute in besonderen Funktionen an die Entschädigungsverordnung für Ratsmitglieder anzupassen seien. Diese Verordnung legt das Land fest. Für die Zukunft sollen die Entschädigungen für die Feuerwehrleute so wie die für die Ratsmitglieder steigen. Für die Jahre zwischen 2001 und 2017 sei eine Erhöhung um 18,8 Prozent vorzunehmen.

Bei einem Einsatz bekommen die Wehrleute nun für die erste Stunde 11,60 Euro, für die zweite und dritte Stunde 10,40 und für jede weitere Stunde 9,30 Euro als Ersatz für ihre Auslagen. Zu den Einsätzen zählen auch Brandsicherheitswachen.

Die Aufwandsentschädigung des Leopoldshöher Wehrführers wird an die Entschädigung eines stellvertretenden Bürgermeisters oder Fraktionsvorsitzenden der Gemeinde angepasst. Sie bekommen den dreifachen Satz eines Ratsmitgliedes. Statt 342 Euro soll dem Inhaber dieser Funktionen am 1. August 635,70 Euro im Monat gezahlt werden. Deswegen bekommt der Wehrführer keinen Auslagenersatz mehr.

Entsprechendes gilt für den stellvertretenden Wehrführer, der 75 Prozent der Entschädigung des Wehrführers erhält. Die Löschzug- und Löschgruppenführer bekommen jährlich 456 Euro, ihre Stellvertreter 307,80 Euro. Die Jugendfeuerwehrwartin erhält jährlich eine pauschale Aufwandsentschädigung von 199,50 Euro. Den Jugendgruppenwarten werden jährlich 131,10 Euro gezahlt. Auch die privaten Arbeitgeber der Feuerwehrleute sollen mehr Geld bekommen. Das erlaubt das neue Gesetz.

Sie sollen eine Zulage auf den von der Gemeinde zu erstattenden Arbeitslohn bekommen. Damit soll die Bereitschaft der Arbeitgeber, die Einsatzkräfte während der regulären Arbeitszeit für Feuerwehreinsätze freizustellen, aufrechterhalten werden. Die Mindesthöhe der Zulage soll 20 Prozent des zu erstattenden Arbeitslohns betragen.

Kommentar: Eine sinnvolle Investition

von Thomas Dohna

Die knapp 80 Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Leopoldshöhe leisten einen wichtigen Dienst für die Menschen und Betriebe in der Gemeinde. Sie stellen ihre Zeit und Gesundheit für die Sicherheit zur Verfügung. Ihre Arbeitgeber halten ihnen den Rücken für Einsätze frei.

Erst vor kurzem leisteten die Wehrleute drei Einsätze an einem Tag: Bei einem Verkehrsunfall befreiten sie eine eingeklemmte Frau aus ihrem Auto, bei einem Gefahrgutunfall sicherten sie einen hochbrennbaren und hochgiftigen Stoff, und dann löste noch eine Brandmeldeanlage einen Fehlalarm aus. Bis zu sechs Stunden fehlten die Einsatzkräfte an ihren Arbeitsplätzen.

Wer das für unangemessen und zu teuer hält, sollte sich vor Augen halten, dass eine Berufsfeuerwehr jährlich Hunderttausende Euro kosten würde. Das wäre ohne kräftige Steuererhöhungen nicht zu stemmen. Die andere Alternative wäre die gesetzlich mögliche Pflichtfeuerwehr.

Das aber hätte erhebliche Auswirkungen auf den sozialen Frieden in der Gemeinde. Schon jetzt ist die Leopoldshöher Wehr tagsüber nicht leistungsfähig genug, wie die Bilanz zum ausgelaufenen Brandschutzbedarfsplan gezeigt hat.

Das liegt nicht an den Wehrleuten. Es liegt an einem anders gewendeten St.-Florians-Prinzip: Soll doch der Andere den Dienst tun oder seine Arbeitnehmer zur Verfügung stellen. Hauptsache, ich habe damit nichts zu tun. Hauptsache, die Feuerwehr kommt, wenn es brennt. Das geht irgendwann nach hinten los.

Information

Besondere Funktion

Der Schirrmeister, die Leiter Atemschutz und Funk, der Sprecher der Ehrenabteilung, der Pressewart, der Geschäftsführer, der Internet- und der Sicherheitsbeauftragte, der Bekleidungswart und der Sprecher der Einsatzabteilung bekommen je 228 Euro Aufwandsentschädigung jährlich. Atemschutzgerätewarte, Funkwarte, Gerätewarte, Mitglieder des Pychosozialen Unterstützungsteams, stellvertretende Bekleidungswarte, Mitglieder des Verpflegungs- und Versorgungsteams sowie die Hydrantenwarte bekommen je 171 Euro jährlich.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!