Leopoldshöhe prüft Grundstücke auf Kontrollschächte

Thomas Dohna

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Im Vorgarten des Ehepaares Begemann an der Uhlandstraße in Asemissen schmückt ein Blumenkübel den Deckel des neuen, von der Gemeinde geforderten Kontrollschachtes. - © Thomas Dohna
Im Vorgarten des Ehepaares Begemann an der Uhlandstraße in Asemissen schmückt ein Blumenkübel den Deckel des neuen, von der Gemeinde geforderten Kontrollschachtes. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Die Gemeindeverwaltung Leopoldshöhe prüft derzeit, ob sich auf allen Grundstücken auf Gemeindegebiet ein Kontrollschacht befindet. Fehlt dieser, muss – nach Aufforderung durch die Gemeinde – innerhalb von sechs Monaten ein solcher Schacht gebaut werden. Grund dafür ist zu viel Fremdwasser in der Kanalisation.

Eigentlich müsste es auf jedem Grundstück heute schon einen solchen Schacht geben, sagt Andreas Friedrich vom Abwasserwerk in Leopoldshöhe. Denn vorgeschrieben seien solche Schächte schon seit langem. Mit ihnen können die Mitarbeiter des Abwasserwerkes kontrollieren, ob Wasser in die Kanalisation eingeleitet wird, das dort nicht hingehört – sogenanntes Fremdwasser.

Dabei handele es sich vor allem um Wasser aus Drainagen, sagt Friedrich. Zu viel Fremdwasser im Abwasser führe in den Kläranlagen und den Regenüberlaufbecken zu Problemen, weil es die zu verarbeitende Wassermenge erhöhe.

Als Gisela und Helmut Begemann den Brief der Gemeinde erhielten, sahen die beiden sofort ein, dass sie den Schacht werden bauen müssen. „Zwar haben wir bereits einen Schacht im Haus. Aber wir wollten keinen weiteren Ärger", erklärt Helmut Begemann.

Rund 2.300 Euro hat die Rentner der Bau des Schachtes gekostet. Gisela Begemann lobt vor allem die Kanalbaufirma: „Sie hat den Garten wieder so hergerichtet, wie er war." Nur der Kanaldeckel erinnere jetzt daran, dass hier etwas verändert worden sei. „Und hier in der Uhlandstraße haben alle ihre Deckel verziert", freut sich Gisela Begemann.

Die Begemanns sind dabei an ein Mischsystem angeschlossen, das heißt, dass Regen- und Schmutzwasser in einen Kanal fließen. In Gebieten, in denen es jedoch ein Trennsystem gibt, müssen die Eigentümer zwei Schächte bauen. Wer sich weigert – oder sich dem nicht bewusst ist – bekommt von der Gemeinde einen zweiten Brief, in dem der Eigentümer des Grundstückes aufgefordert wird, innerhalb von drei Monaten den fehlenden Schacht zu bauen.

Geschieht das nicht, folgt eine förmliche Anhörung, bei der der Eigentümer erklären muss, warum er den Schacht bislang nicht gebaut hat. Reagiert der Anwohner wieder nicht, folgt die Androhung eines Zwangsgeldes. „Das passiert aber nur in Einzelfällen", erklärt Friedrich. Wer Schwierigkeiten hat, die Forderung der Gemeinde in der gesetzten Frist umzusetzen, darf um Fristverlängerung bitten – und bekommt sie mit einer guten Begründung in der Regel auch.

In vielen Fällen seien in der Vergangenheit Drainagen um die Häuser gelegt worden, um feuchte Keller zu vermeiden. Diese Drainagen dürfen allerdings nicht an die Kanalisation angeschlossen werden. Drainageanschlüsse an Regenkanäle werden nur dann geduldet, wenn keine Alternative möglich ist.

In besonderen Einzelfällen kann bei einem Mischkanalsystem jedoch eine Ausnahme gemacht werden. Um dann zu verhindern, dass Schmutzwasser bei einem eventuellen Rückstau über die Drainage in das Grundwasser dringt, ist hier ein Schacht notwendig, in dem das Drainagewasser gesammelt wird.

Erst von diesem Schacht aus darf aufgrund des Grundwasserschutzes das Drainagewasser in den Mischwasserkanal gepumpt werden. Denn: Da das Grundwasser über die Drainage mit Schmutzwasser kontaminiert werden könnte, darf eine solche Drainage nie an einen reinen Schmutzwasserkanal angeschlossen werden.

Information

Kontrollen

Wer als Grundstückseigentümer noch keinen Kontrollschacht hat, wird in den kommenden Jahren von der Gemeinde aufgefordert, einen zu bauen. 2017 sind die Siedlung Grabbestraße sowie der Bereich Pansheide betroffen.

2018 folgen unter anderem die Siedlung Milser Heide, der Bereich an der Hauptstraße in Asemissen sowie ein Teil des Leopoldshöher Ortskerns. Beim Bau der Schächte empfiehlt die Gemeinde zu prüfen, ob Rohre falsch angeschlossen sind. Bevor der Rohrgraben verfüllt wird, sollten die Leitungen zudem auf Dichtheit sowie die Rückstausicherheit getestet werden.

Ein Informationsvideo gibt es unter www.leopoldshoehe.de/Themen/bauen-und-wohnen/kanalwasser/kontrollschaechte/

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