Lastwagen rollten ohne Genehmigung in Leopoldshöhe

Thomas Dohna

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Nicht alles ist erlaubt: Auf dem Kerkergelände lädt ein Lkw Bauschutt ab. Obwohl die Gemeinde eine Veränderungssperre erlassen hat, wird auf dem Areal gearbeitet. - © Thomas Dohna
Nicht alles ist erlaubt: Auf dem Kerkergelände lädt ein Lkw Bauschutt ab. Obwohl die Gemeinde eine Veränderungssperre erlassen hat, wird auf dem Areal gearbeitet. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Lkw fuhren Bauschutt an, ein Bagger verteilte das Material: Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kerker hat sich einiges getan – und das, obwohl die Gemeinde eine Veränderungssperre für das Areal erlassen hatte. Eine Nachfrage bei der Kreisverwaltung ergab: Zum Teil waren die Arbeiten nicht erlaubt. Die Bauverwaltung des Kreises sprach nun eine Verwarnung aus und droht mit der Stilllegung der Baustelle.

Derzeit gibt es zwei Baustellen auf dem Gelände. Auf dem von der Hauptstraße gesehen hinteren Teil des Geländes entsteht eine Kfz-Werkstatt. Deren Bau ist lange schon genehmigt. Auf dem vorderen Teil des Geländes waren in der vergangenen Woche ein Bagger und mehrere Lkw unterwegs. Dort soll eine Halle für einen Produktionsbetrieb entstehen.

Ein Antrag auf Baugenehmigung liegen Gemeinde und Kreis vor, genauso wie für ein Mehrfamilienhaus an der Neuen Straße. Beides war unter anderem Anlass für die Gemeinde, eine Veränderungssperre für diesen Bereich zu erlassen und die Aufstellung eines Bebauungsplanes anzustoßen. Damit sollen die zum Teil widerstrebenden Interessen der Bauherren und Anlieger auf einen Nenner gebracht werden.

Ein Teil der Arbeiten auf dem Grundstück für die Halle sei genehmigt gewesen, teilte die Kreisverwaltung mit. Der Bauherr habe die geschredderten Schuttreste der ehemaligen Bebauung auf dem Grundstück verteilen dürfen.

Zwischenzeitlich war buchstäblich Gras über die Sache gewachsen – bis sich in den vergangenen Wochen wieder Fahrzeuge auf dem Gelände bewegten und Lkw geschredderten Bauschutt anfuhren.

Neues Material von außen habe jedoch nicht antransportiert werden dürfen, stellt die Kreisverwaltung fest. Nach Ansicht der Bauaufsicht sei dies hier jedoch geschehen. Daher sei der Bauherr am Donnerstag nach einer routinemäßigen Besichtigung der Baustelle durch die Bauaufsicht verwarnt worden. „Sollte es erneut zu einem Verstoß kommen, wird der Kreis eine Stilllegung aussprechen", teilt die Kreisverwaltung mit. Der Bauherr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Information
Gesetzeslage

Kommunen können für bestimmte Gebiete eine Veränderungssperre erlassen. Damit können sie für dieses Gebiet ihre Planungshoheit erhalten. Von der Veränderungssperre sind bereits genehmigte Bauvorhaben ausgenommen. Die können begonnen und fertiggestellt werden. Gleichzeitig müssen die Kommunen die Aufstellung eines Bebauungsplans beschließen. Die Veränderungssperre darf zunächst für zwei Jahre gelten und kann verlängert werden.

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