Bestattungen in Leopoldshöher werden günstiger

Friedhöfe: Die Gemeinde Leopoldshöhe will jetzt auch Urnenbestattungen in Stelen erlauben. Dafür und für den Begräbniswald am Gut Eckendorf werden momentan die rechtlichen Grundlagen geschaffen

Thomas Dohna

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Besuch: Annette Bührer bringt ein Gesteck zum Grab ihres Mannes Kurt. Sie haben sich damals für ein Rasenreihengrab entschieden, weil sie keine Kinder haben. Rasengräber und Urnenbestattungen werden aus diesen Gründen immer stärker nachgefragt. - © Thomas Dohna
Besuch: Annette Bührer bringt ein Gesteck zum Grab ihres Mannes Kurt. Sie haben sich damals für ein Rasenreihengrab entschieden, weil sie keine Kinder haben. Rasengräber und Urnenbestattungen werden aus diesen Gründen immer stärker nachgefragt. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Das Vorhaben ist schon lange in der Diskussion: In Zukunft sollen auf Leopoldshöher Friedhöfen auch Urnenbestattungen möglich sein. Jetzt soll der Rat die rechtlichen Voraussetzungen dafür mit dem Erlass einer angepassten Friedhofssatzung schaffen.

Außerdem soll er über eine Senkung der Friedhofsgebühren beschließen. Im kommenden Jahr sollen außerdem die rechtlichen Grundlagen für den Bestattungswald am Gut Eckendorf geschaffen werden.

Seit etwa zwei Jahren diskutieren die Politiker im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz über neue Bestattungsformen. Die Zunahme von Urnenbestattungen und der gleichzeitige Rückgang bei den Reihengräberbestattungen veranlassten Politik und Verwaltung zu neuen Überlegungen – vor allem zu der, Urnenstelen auf dem Dahlhauser Friedhof aufzustellen. Die geänderte Satzung soll die Rechtsgrundlage dafür geben.

In der Gebührensatzung für die Friedhöfe ist diese Art der Bestattung noch nicht vorgesehen. Die Nutzungsgebühr für eine Stelenkammer für zwei Urnen soll für 20 Jahre nach dem Vorschlag der Verwaltung 1.010 Euro betragen, ein Verlängerungsjahr kostet 75 Euro, die Beisetzung 70 Euro.

„Wir haben anders als bei den anderen Bestattungsformen noch keine Erfahrungswerte, was uns die Bestattungen wirklich kosten", sagt Klaus Sunkovky von der Gemeindeverwaltung. Das werde sich erst im Lauf der Jahre zeigen.

Die Zeit hat aber gezeigt, dass eine steigende Anzahl von Gräbern vorzeitig zurückgegeben wird. Bislang lag die Pflege dieser Gräber bis zum Ende der Nutzungsdauer von 35 Jahren der Gemeindekasse zur Last.

Diesen Kosten soll mit einer neuen Gebühr begegnet werden. Pro Jahr Restlaufzeit sollen 20 Euro berechnet werden.

Die meisten Gebühren werden im kommenden Jahr im Vergleich zu 2017 sinken. So soll die Nutzung eines Reihengrabes statt 1.065 Euro dann 990 Euro kosten, das Rasenreihengrab 790 Euro statt 840 Euro.

Interessanterweise habe die Sanierung eines Reihengräberfeldes auf den Friedhof Dahlhausen trotz der Kosten von mehrere zehntausend Euro kaum Auswirkungen auf die Gebührenkalkulation gehabt, stellt Sunkovsky fest, und hat auch eine Erklärung dafür.

Diese Kosten werden über die Liegedauern abgeschrieben und fließen so über 35 Jahre verteilt in Teilbeträgen in die Kalkulation ein. Die neuen Satzungen hat der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz gebilligt. Der Rat der Gemeinde entscheidet darüber in seiner Sitzung am 14. Dezember.

Ein wenig länger dürfte es nach Angaben Sunkovskys für den am Gut Eckendorf geplanten Begräbniswald dauern. Die Satzungen dafür würden derzeit erarbeitet und wahrscheinlich im Februar der Politik vorgelegt.

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