Meike Kastner übernimmt Vorsitz im Ortsverein

Thomas Dohna

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Meike Kastner wird die Nachfolgerin von Manfred Burkamp als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Asemissen. - © Thomas Dohna
Meike Kastner wird die Nachfolgerin von Manfred Burkamp als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Asemissen. (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Er ist eines der SPD-Urgesteine in der Leopoldshöher Gemeindepolitik. Im vergangenen Jahr ist Manfred Burkamp 70 Jahre alt geworden. Nach und nach tritt er nun den Rückzug aus der Politik an. In diesem Monat wird er das Amt des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Asemissen abgeben. Eine Nachfolgerin ist gefunden.

Einen ersten Schritt hatte Burkamp im Sommer getan. Die erste Hälfte der Wahlperiode war er erster Stellvertretender Bürgermeister. Als solcher leitete er die letzte Sitzung des Rates im Jahr 2016. Schon zu Beginn der Wahlperiode hatten CDU und SPD vereinbart, in der Mitte der Wahlperiode die Positionen des ersten mit dem zweiten Bürgermeister zu tauschen, was dann auch geschah. Den nächsten Schritt hat Burkamp schon im Blick: Er wird zur Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten.

Burkamp ist durch den ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt zur SPD gekommen. 1968 verkündete Brandt sein Programm: „Mehr Demokratie wagen." Nun ist Manfred Burkamp – jedenfalls nach außen hin – niemand, der sofort für irgendetwas Feuer und Flamme ist. Der damals 21-Jährige war aber immerhin beeindruckt von diesem Satz und dem Programm, das dahinter stand. „Das war so ein Signal. Es war wichtig, sich einzumischen. Wir alle sind der Staat", sei ihm damals klar geworden.

Burkamp mischte sich ein, zunächst, indem er in die SPD eintrat und in den Ortsvereinsversammlungen seine Stimme erhob. Damals seien in Lippe so viele Menschen in die SPD eingetreten, dass beim Kreisverband die Parteibücher ausgegangen seien, erinnert er sich.

1976 wählten ihn die Mitglieder in den Vorstand, erst als Beisitzer, dann als Kassierer, was er viele Jahre blieb. Kassierer in einem Ortsvereinsvorstand war viele Jahrzehnte in den SPD-Ortsvereinen eine Schlüsselposition. Man sammelte die Beiträge der Mitglieder ein, ging also von Haus zu Haus, hielt einen Schnack und bekamen so durch die Genossen die Sorgen und Nöte der Menschen in ihrem Ortsteil mit. Inzwischen werden die Beiträge von der Bank eingezogen. „Da ist etwas weggefallen", sagt Burkamp nachdenklich.

Ende der 1980er Jahre übernahm Burkamp den Vorsitz der SPD Asemissen. In die Landes- oder gar Bundespolitik zog es ihn nicht: „Als Kommunalpolitiker ist man viel näher an den Menschen." Er ließ seinen Ortsverein immer öffentlich tagen – bis die letzte Gaststätte in Asemissen schloss. Einer der Höhepunkte seiner Amtszeit sei der Besuch der damaligen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zum 100-jährigen Bestehen des Ortsvereins im Jahr 2010 gewesen.

Auf dem Nahverkehr lag und liegt Burkamps politischer Blick. Als die Bahn die Strecke nach Lemgo stilllegen und den Bahnhof Asemissen aufgeben wollte, ließ Burkamp seine Kontakte spielen, die er auch über seinen Beruf in der Verwaltung der Universität Bielefeld hatte. Heute gehört der Bahnhof zu den gut genutzten Verkehrsknotenpunkten in Lippe. Der Bus „Pendel-Leo", die Schulwegsicherung, aber auch die Entschlammung und Sicherung des Hinnaksteiches, das Naherholungsgebiet rund um das Krähenholz waren weitere Schwerpunkte, sagt der Kommunalpolitiker.

Seine Nachfolgerin Meike Kastner wird andere Schwerpunkte setzen. Die Diplom-Pädagogin leitet die Offenen Ganztagsgruppen einer Bielefelder Grundschule. Die 49-Jährige ist Sachkundige Bürgerin im Bildungsausschuss und im Sozialausschuss der Gemeinde. Sie ist im Ruhrgebiet aufgewachsen. Beide Eltern sind in der SPD. Sie ist wegen Helmut Schmidt in die Partei eingetreten. „Ich möchte in den Rat", sagt die Mutter eines Kindes. Sie möchte auch andere Frauen und Mütter dazu bewegen, in die Politik zu gehen: „Man muss sich einmischen", sagt sie.

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