Der Abriss der Johanneskirche beginnt

Thomas Dohna

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Glocken - © Thomas Dohna
Glocken (© Thomas Dohna)

Leopoldshöhe. Die Gemeinde verliert ihr markantestes Gebäude: Am 15. Februar soll der Abriss der Johanneskirche an der Herforder Straße beginnen. Die katholische Kirchengemeinde und das Erzbistum hatten die Sanierung des maroden Gebäudes aus Kostengründen abgelehnt.

500.000 Euro hätte die Sanierung von Kirche und Pfarrheim gekostet. 40 Prozent der Kosten des Pfarrheims und 70 Prozent der Kosten für die Kirche hätte das Bistum getragen. Stattdessen wird sie nun abgerissen, was auch noch 140.000 Euro kostet, wie der mit den Arbeiten betraute Architekt Thomas Daum während eines Pressegespräches sagte.

Inzwischen sind alle Ausstattungselemente der Kirche verteilt. Die von der Oetker-Stiftung finanzierten Glocken sind an die Kirche St. Peter und Paul in Bad Driburg gegangen. Der Glockenstuhl wird in der Kirche St. Johann Baptist in Bielefeld-Schildesche weiter verwendet. Altar, Taufstein und Ambo finden in der Kirche St. Vitus bei Bad Driburg einen neuen Platz. Die Orgel wird in der alten Basilika, der Wallfahrtskirche Werl erklingen. St. Peter und Paul in Lage bekommt die Ausstattung der Sakristei. Die Bänke stehen in der Pfarrkirche Liebfrauen in Bielefeld-Jöllenbeck. Stühle und Tische aus dem Gemeindehaus gehen nach Litauen.

Ausbau der Glocken - © Thomas Dohna
Ausbau der Glocken (© Thomas Dohna)


Auf der Höh’ bleibt neben der Küche des Gemeindehauses die Muttergottesfigur. Sie steht nun in der in den vergangenen Monaten sanierten Kirche in Greste. Die Küche übernimmt die Diakoniestation. Die Figur Johannes des Täufers wird möglicherweise im geplanten Wohnprojekt Johanneshof einen Platz finden, sagte Pfarrer Michael Karsten.

Information
Wohnprojekt Johanneshof

Auf dem Grundstück der Johanneskirche soll ein Wohnprojekt entstehen. Es gebe inzwischen verbindliche Zusagen, dass es jetzt losgehe, sagte Bürgermeister Gerhard Schemmel im Pressegespräch. Die Resonanz sei sehr gut gewesen. Am Montag, 19. Februar, solle es weitere Informationen geben. In den Wohnprojekt sollen die zukünftigen Bewohner die Architektur und die Art des Zusammenlebens im Vorfeld selbst gestalten können. (ted).


Der Abriss ist aus Sicht des Bistums und der Kirchengemeinde notwendig geworden, weil die Sanierung der Kirche einen zu hohen Kostenaufwand bedeutet hätte. Die Eigenmittel habe die Kirchengemeinde nicht aufbringen können, sagte Pfarrer Karsten.

Die Kirche war nach langen Bemühungen der Leopoldshöher Katholiken am 30. Juni 2002 geweiht worden. Die Bauarbeiten hatten im März 2000 begonnen. Zu den Baukosten von rund 2,3 Millionen Euro trug die Gemeinde durch Spenden, Kollekten und Eigenmitteln 1,1 Millionen Euro bei.

Abriss beginnt: Architekt Thomas Daum, Alfons Haselhorst vom Kirchenvorstand, Pfarrer Michael Karsten, Bürgermeister Gerhard Schemmel und der Pressesprecher des Erzbistums Paderborn Thomas Throenle stehen vor der katholischen Johanneskirche, deren Abriss am 15. Februar beginnen soll. - © Thomas Dohna
Abriss beginnt: Architekt Thomas Daum, Alfons Haselhorst vom Kirchenvorstand, Pfarrer Michael Karsten, Bürgermeister Gerhard Schemmel und der Pressesprecher des Erzbistums Paderborn Thomas Throenle stehen vor der katholischen Johanneskirche, deren Abriss am 15. Februar beginnen soll. (© Thomas Dohna)


2002 hatte das mit der Planung der Kirche beauftragte Architekturbüro das Gebäude als mängelfrei abgenommen. „Der Kirchenvorstand war daran nicht beteiligt", sagt Pfarrer Karsten heute. Er kann auch nicht sagen, ob von Seiten der Kirchengemeinde oder des Bistums ein Fachkundiger die Abnahme begleitet hat.

2007 liefen die Gewährleistungsfristen ab. 2008 stellte die Gemeinde erste Feuchteschäden fest. Der Gutachter sprach von Heiz- und Lüftungsmängeln. Immer mehr Schäden zeigten sich. Ein bauphysikalisches Gutachten hielt 2014 erhebliche Mängel fest: Durch die Wände drang zum Teil mehr als faustgroße Löcher Kaltluft in den Raum zwischen Dach und abgehängter Decke ein. „Damit ist der Taupunkt ins Innere verlagert worden", sagt Pfarrer Karsten.

Dadurch schlägt sich Kondenswasser nieder. Außerdem habe es Konstruktionsmängel und in der Folge Undichtigkeiten im Dach gegeben, was zu einer erheblichen Schimmelbelastung führte. Die Kirche ist seit 2014 wegen Baufälligkeit geschlossen. „Damals hat man solche Gebäude noch nicht luftdicht gebaut", sagt Architekt Daum. Was nun zu dem Schimmelbefall geführt hat, ist unklar, so Pfarrer Karsten. Dazu hätte es eines Gerichtsurteils bedurft.

Der Versuch, die Kirche an eine andere christliche Gemeinschaft zu verkaufen, sei gescheitert, berichtet er weiter. Seit September 2017 liege die Abbruchgenehmigung vor. Ostern soll der Abriss abgeschlossen sein.

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