Augustdorf schunkelt, swingt und jazzt

Offene Bühne: In Wenzel’s Ratsstuben treffen Liedermacher, Sinatra-Imitatoren und Gitarrenspieler aufeinander

Julia Schäbsdau

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In Gitarristenkreisen schon bekannt ist Jay Minor. Er bearbeitet populäre Songs für seinen persönlichen Fingerstyle und komponiert selbst. Minor ist in vielen verschiedenen Genres zuhause. - © jus
In Gitarristenkreisen schon bekannt ist Jay Minor. Er bearbeitet populäre Songs für seinen persönlichen Fingerstyle und komponiert selbst. Minor ist in vielen verschiedenen Genres zuhause. (© jus)

Mit einem diesmal rein musikalischen, aber besonders abwechslungsreichen Programm ist die offene Bühne in Wenzel’s Ratsstuben in die vierte Runde gegangen. Organisator Michael Casel freute sich über eine „volle Hütte" trotz Karneval.

Augustdorfer „Urgestein" Jürgen Lange (78) ist Flüchtlingskind und verarbeitet in seinen Liedern seine eigenen Geschichte. Er macht sich aber auch Gedanken über die aktuelle Situation in Deutschland. Neben dem berührenden „Frieden" hat Lange noch jeweils ein Lied zum „Schmunzeln und Schunkeln" dabei. Der Augustdorfer stand bereits mit Dieter Thomas Heck im Aufnahmestudio.

Vom Schunkeln geht es direkt über ins Jazzen: Marcel (Gitarre) und Ruben (Keyboard) sind an der Reihe. Bei „Sunny" von Bonny M. trennen sich Gitarre und Keyboard immer mal wieder, jeder verliert sich ein bisschen in seiner eigenen Melodie, um dann – auf den Punkt – im Refrain wieder zusammenzufinden. Sogar den legendären Jimi Hendrix beherrschen die beiden.

Jay Minor ist in Gitarrenkreisen bekannt und spielt ohne Plektrum, also Fingerstyle. Er bearbeitet unter anderem „Imagion" von John Lennon und „If you leave me now" von Chicago. Auch er nimmt sich die ganz Großen vor: „Wo die beiden vorhin mit Hendrix gekommen sind, muss ich jetzt mit Santana kommen", kündigt er „Europa" an. Minor schreibt auch selbst und hat unter anderem den Titel „Loops" mitgebracht. Der klingt tatsächlich als lägen hier mehrere Tonspuren übereinander.

Jörg Brüggensmeier aus Heiligenkirchen steht mit seiner Gitarre bereits das zweite Mal auf der Augustdorfer Bühne. Er spielt bekannte Songs im Fingerstyle – unter anderem Bob Dylan und Cindy Lauper. James Michael aus Hörste hat seinen ersten Live-Auftritt überhaupt. Die Nervosität des Frank Sinatra-Imitators schwindet aber ab dem ersten Ton. Völlig souverän und mit einer Stimme, die der Sinatras erstaunlich ähnelt, trägt er die berühmtesten Hits des begnadeten Sängers vor.

Anschließend tritt Marcel noch einmal auf. Diesmal zusammen mit Gitarrist Tobias. Mit erstaunlicher Fingerfertigkeit beweisen die beiden ihrem Publikum unter anderem, dass man Beethovens fünfte Symphonie mit zwei Gitarren zum Besten geben kann.

Die nächste offene Bühne findet am 1. März statt.

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