Thema „Suedlink“ ist noch nicht vom Tisch

veröffentlicht

  • 3

Lügde/Brakel (mm). Der Netzbetreiber Tennet sucht nach wie vor nach einer Stromtrasse durch Deutschland von Nord nach Süd. Im Herbst will die Firma eine erste grobe Planung vorlegen. Da kommt dann möglicherweise auch wieder der Suedlink und damit der Bereich Lügde ins Spiel.

Eigentlich hatten die Ostwestfalen das Thema Suedlink schon abgehakt. Allzu unwahrscheinlich schien es nach der Entscheidung pro Erdverkabelung, dass die große Stromtrasse noch hier durch die Region gebaut wird. Diese Hoffnung hatte auch Jochen Homann als Chef der Bundesnetzagentur bei seinem Besuch in Höxter kräftig genährt.

Doch jetzt ist das gar nicht mehr so sicher – ein deutlicher Fingerzeig in diese Richtung war da der Bürgerdialog Stromnetz in Brakel-Gehrden in dieser Woche. Mitarbeiter, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums vor Ort waren, beteuerten, dass alles noch ungewiss sei. Kommt der Suedlink also in die Kreise Höxter und Lippe? Das wollte Anasha Petersen vom Bürgerdialog nicht ausschließen: „Es kann aber auch sein, dass diese Gegend hier gar nicht berührt wird.“ Vorgesehen sei jeweils ein Bürgerdialog in jedem potenziell betroffenen Bundesland – für NRW war das Gehrden.

Etwa 30 Besucher kamen in die Gehrdener Gemeindehalle. Sie erfuhren unter anderem, dass betroffene Bauern für Ernteausfälle entschädigt werden. „Jedes Jahr kommt dafür extra ein Gutachter raus aufs Feld“, erklärte Martin Hellwig vom Bürgerdialog. Zusätzlich gebe es für die eingetragene Baulast eine einmalige Entschädigung – zehn bis 20 Prozent des Grundstückswertes.

„Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und wollen diesmal völlig offen und transparent vorgehen“, erklärte Peter Ahmels, stellvertretender Projektleiter beim Bürgerdialog, den frühen Zeitpunkt der Info-Veranstaltung. Jeder Bürger müsse genau wissen, wann und wo er sich in das Verfahren einbringen kann. Michael Werner vom Kreis Höxter steht im ständigen Austausch mit den Tennet-Planern. Er weiß immerhin schon, dass der Netzbetreiber eine komplett durchgängige Erdverkabelung vorsieht. Und dass Tennet diesmal mit größter Akribie vorgeht: „Die überprüfen ganz Deutschland in 50-Meter-Schritten auf Raumwiderstände – eine echte Sisyphus-Arbeit.“

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2018
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

3 Kommentare
3 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!