Dieses Konzept soll mehr Lebensqualität in Lügde versprechen

Verwaltung will mit den Bürgern 
ein „Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“ erarbeiten

Achim Krause

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Malerisch: Die alte Mühle in Elbrinxen ist in der Vergangenheit vom Heimat- und Verkehrsverein aufgewertet worden. Für ähnliche Projekte an ortsbildprägenden Gebäuden könnte es Gelder aus dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept geben. - © Achim Krause
Malerisch: Die alte Mühle in Elbrinxen ist in der Vergangenheit vom Heimat- und Verkehrsverein aufgewertet worden. Für ähnliche Projekte an ortsbildprägenden Gebäuden könnte es Gelder aus dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept geben. (© Achim Krause)

Lügde. Sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, hat sich die Osterräderstadt nach Abschluss des Sanierungskonzeptes „Lügde 2015" vorgenommen, von dem ausschließlich die historische Altstadt profitiert hat. Nun sollen die zehn Ortsteile attraktiver gestaltet 
werden.

Das Konzept

Die Aufwertung der Dörfer soll mit dem „Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept" (IKEK) gelingen. Ein Förderprogramm, mit dem zahlreiche Bau- und Renovierungsvorhaben finanziell umgesetzt werden können. Als ländlich geprägte Flächengemeinde hat Lügde eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Aufnahme in das IKEK-Programm erfüllt. „Die Kernstadt wird daraus natürlich auch bedacht, aber für uns ist klar, dass der Schwerpunkt der Förderung in unseren Dörfern liegen soll", betont Jens Bossen, Fachbereichsleiter Bauen und Planen bei der Lügder Stadtverwaltung.

Koordinator: Jens Bossen von der Stadt will das Konzept im Herbst fertig haben. - © Achim Krause
Koordinator: Jens Bossen von der Stadt will das Konzept im Herbst fertig haben. (© Achim Krause)

Die Steuerungsgruppe

Was letztlich wo gefördert werden soll, dass wird erst der jetzt angestoßene Prozess erbringen. Wichtig ist, dass es integrativ ist und viele Bereiche wie die Bildung, Infrastrukturmaßnahmen, Wirtschaftsförderung, Umweltthemen, Tourismus oder Kulturpflege abdeckt. Diese Themenfelder sind auf vier Arbeitsgruppen aufgeteilt, in denen jeder Interessierte mitwirken kann.

Eine eigens aus Vertretern der Verwaltung, der Politik, des Planungsbüros Puche aus Northeim, der Ortsbürgermeister, der Jugend, der Senioren und des Stadtmarketings zusammengesetzte, elfköpfige Steuerungsgruppe hat bereits 13 förderfähige Themenfelder herausgesucht, in denen in Lügde der größte Handlungsbedarf besteht. „Dieses Gremium ist ganz wesentlich für die Steuerung des Prozesses verantwortlich und gibt die Richtung vor, wo es hingehen soll", erklärt Bossen. Darunter ist die Arbeitsebene angesiedelt, die sich aus dem Planungsbüro sowie den relevanten Fachdiensten der Verwaltung zusammensetzt.

Die Themenfelder

Im Bereich „Soziale Infrastruktur" (dazu gehören Schulen, Kitas, Dorfgemeinschaftshäuser) bestehe das größte Handlungserfordernis, gefolgt von „Verkehr/Mobilität" (für die Dörfer relevant), „Nahversorgung" sowie „Städtebauliche Entwicklung und Leerstand". Am wenigsten Handlungsbedarf bestehe bei „Dorfökologie und Landschaft", „Land- und Forstwirtschaft", „Kultur, Brauchtum, Freizeit", „Technik" und „Technische Infrastruktur" sowie „Energie, Klima, Ressourcenschutz" und „Bürgerschaftliches Engagement".

Die Bürgerbeteiligung

„Alle Ideen und Projekte werden wir mit unserer Bevölkerung entwickeln. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, sich einzubringen", sagt Bosse. Neben Workshops soll eine intensive Online-Beteiligung erfolgen, damit sich jeder zur Zukunft seiner Stadt äußern kann. „Gerade die Aktivierung der Bürger ist ein ganz bedeutsamer Bestandteil für einen erfolgreichen Prozess. Die Bürger müssen uns Hilfestellung geben, indem sie uns aufzeigen, wo der Schuh drückt, wo die Probleme sind, wo wir ansetzen müssen, um die Lebensqualität und die Attraktivität der Ortschaften hoch zu halten."

Dass die Bürger ihre eigene Betroffenheit beim „Konzept 2015" direkt spüren konnten, sei ein Grund für den Erfolg gewesen. Bossen erwartet jetzt beim IKEK-Verfahren einen ähnlichen Effekt. Seit Weihnachten ist die Stadt mit einer eigenen Gruppe auf Facebook unterwegs. „Hier werden wir immer ganz zeitnah berichten, was in der Steuerungsgruppe passiert und auf Veranstaltungen hinweisen", sagt Bosse.

Information
Vom Plan zum fertigen Konzept

Im Februar soll es eine Auftaktveranstaltung geben, bei der mit den Bürgern über ihre Vorstellungen beim Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept diskutiert wird. Die Bestandsaufnahme und die Analyse der Lügder Situation soll bis spätestens April abgeschlossen sein, um dann in die konkrete Projektfindungs- und Konzeptionsphase übergehen zu können, für die auch der Sommer noch eingeplant ist. Jens Bossen von der Stadtverwaltung: „Nach Möglichkeit wollen wir das Konzept dem Rat im Herbst vorlegen. Wir sind da insofern unter Zeitdruck, da die Förderung für 2017 vorgesehen ist und wir innerhalb dieses Jahres fertig sein wollen." Das Konzept enthält dann ganz konkrete Projektvorschläge, die nicht nur durch die Stadt umzusetzen sind, sondern auch private Initiativen voraussetzen.

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