Zehntklässlerinnen begleiten Grundschüler jeden Morgen zur Schule

Sabine Hergemöller

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Belana Trope (links) und Isabelle Brand begleiten die Grundschüler aus Elbrinxen nach Lügde. Sonst ist auch Melissa Scherwinsky dabei. - © Sabine Hergemoeller
Belana Trope (links) und Isabelle Brand begleiten die Grundschüler aus Elbrinxen nach Lügde. Sonst ist auch Melissa Scherwinsky dabei. (© Sabine Hergemoeller)

Lügde. Werktags um 7.20 Uhr an der ehemaligen Grundschule in Elbrinxen: Nach und nach trudeln 20 bis 25 Erst- bis Viertklässler ein. Hier warten bereits Isabelle Brand, Melissa Scherwinsky und Belana Trope aus der 10. Klasse der Johannes-Gigas-Schule auf die Kleineren und nehmen sie in Empfang.

Die drei Mädchen begleiten die Kinder als ehrenamtliche Bus-Scouts auf ihrer Fahrt nach Lügde, wo alle Elbrinxer Kinder seit der Schließung der Dorf-Grundschule 2013 unterrichtet werden. Die Idee zu diesem Begleitdienst hatte Walter Schrader von der Stadtverwaltung.

Besorgte Eltern hatten sich an ihn gewandt, die befürchteten, ihre „Zwerge" könnten die gemeinsame Fahrt mit Fünft- bis Zehntklässlern eventuell nicht ganz unbeschadet überstehen. Isabelle und Melissa, beste Freundinnen seit der fünften Klasse, sagten ihm auf seine Anfrage hin sofort zu und nahmen als dritte noch Belana ins Team, mit der sie seit der siebten Klasse befreundet sind.

„Wir fahren den Weg sowieso jeden Tag zur ersten Stunde. Die Kinder sind total knuffig, manchmal genauso laut oder noch lauter als die Großen, und sie sind sehr clever und selbstbewusst", schwächt Belana die Besonderheit ihres Ehrenamtes ab. Das sehen die anderen ähnlich. „Busfahrer Burkhardt ist ein sehr erfahrener, der käme eigentlich auch ohne uns mit den Kindern klar", stimmt ihr Isabelle zu. Gemeint ist der 72-jährige Burkhardt Ridder aus Höxter, der seit vielen Jahren die Mädchen und Jungen sicher zum Unterricht bringt. Zurück fahren die Grundschüler die Strecke ohne Probleme allein mit dem Busfahrer.

„Meine Kollegin Pia Danzinger und ich sind nach den Sommerferien erst einmal drei Wochen lang jeden Morgen die Tour mitgefahren, um uns selbst ein Bild zu machen und auch den besorgten Eltern Rede und Antwort stehen zu können. Außerdem haben wir uns entschieden, nur Schüler bis zur achten Klasse mitfahren zu lassen, um die Anzahl im Rahmen zu halten. Das klappt durch den Einsatz der drei Bus-Scout-Mädchen alles reibungslos", freut sich Walter Schrader über die Lösung, mit der auch die Eltern sehr zufrieden seien.

Auch die Stadt Lügde weiß den Einsatz der Jugendlichen zu schätzen. Bürgermeister Heinz Reker ließ es sich nicht nehmen, den Mädchen mit einem Geschenk für ihr Engagement zu danken.

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