Der neue Lügder Schützenkönig steht fest

Schützenfest Lügde: Der langjährige Schütze landet einen Volltreffer und tritt damit im Juli 2018 die Nachfolge von König Jörg Macke an

Achim Krause

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Hat ganze Arbeit geleistet: Der neue Kronprinz Stefan Kruse (Mitte) präsentiert nach dem Lügder Königsschießen zusammen mit (von links) Schießmeister Uwe Jagalla und Michael Schaper aus dem Vorstands die Reste des Holzvogels. ? - © Achim Krause
Hat ganze Arbeit geleistet: Der neue Kronprinz Stefan Kruse (Mitte) präsentiert nach dem Lügder Königsschießen zusammen mit (von links) Schießmeister Uwe Jagalla und Michael Schaper aus dem Vorstands die Reste des Holzvogels. ? (© Achim Krause)

Lügde. Es ist genau „Highnoon", also mittags 12 Uhr gewesen, als Stefan Kruse am Montag an das Gewehr im Schießstand der Schützenbruderschaft St. Kilian trat. Im zweiten Versuch beförderte er den schon etwas zerrupften Holzadler von der Stange auf den staubigen Sandboden. Damit steht der neue Lügder Schützenkönig für das kommende Jahr also bereits fest.

Das bedeutet für Stefan Kruse zugleich, dass der langjährige Schütze nun ein Jahr lang Zeit hat, in seiner neuen Rolle als Kronprinz genau hinzuschauen und aus nächster Nähe zu erleben, wie sein Vorgänger – der amtierende König Jörg Macke – seine Amtsgeschäfte ausübt.

Bevor es am Montagmittag soweit war, hatte den ganzen Vormittag über entspannte Atmosphäre auf dem Schießstand geherrscht. Tags zuvor hatte Bürgermeister Heinz Reker im Namen des Bundespräsidenten das Königsschießen mit seinem ersten Schuss eröffnet und sich das Zepter gesichert. Am zweiten Tag kamen immer wieder weitere Schützen mit ihren schwarzen Zylindern und wollten sich noch eine Trophäe des von Reinhard Hoppenstock alljährlich gebauten Holzadlers sichern.

Je näher sich der Uhrzeiger dann auf die magische 12 zubewegte, umso intensiver schaute Schießmeister Uwe Jagalla den schießwilligen Kandidaten in die Augen, um ihre Absicht zu erkennen. Stefan Kruse hatte zuvor schon einen Probeschuss abgegeben. Dann folgte ein zweiter Anlauf. Schnell nahm er noch einen Schluck aus dem Bierglas. „Kalte Füße habe ich", gestand er vieldeutig. Aber dann ging er – den obligatorischen Zylinder auf dem Kopf – entschlossen ans Gewehr. Dort ließ er sich eine Patrone einlegen und schoss – eine Fahrkarte.

Beim zweiten Versuch war noch einmal volle Konzentration angesagt, und dann hatte der schwarze Vogel verspielt. „Ein Volltreffer", befanden fachmännisch Uwe Jagalla und Walter Nieswandt., als sie die Einzelteile bargen und dem sichtbar erleichterten Kronprinzen zeigten. Der konnte sich anschließend vor Glückwünschen kaum noch retten und wurde vor den Hinterausgang des Schützenhauses geführt.

Dort wurde er vom Vorstand, den St.-Kilian-Schützen und dem Blasorchester empfangen und dann mit Marschmusik ins voll besetzte Festzelt geleitet. Dort brach ohrenbetäubender Jubel aus, als er die letzten Meter bis zum Königspodium geleitet wurde.

Brudermeister Dietrich Günnewich verkündete dann offiziell, was sich zuvor schon wie ein Lauffeuer per Handys verbreitet hatte: Stefan Kruse, ein eingefleischter HSV-Fan, wird im kommenden Jahr das Königsamt übernehmen. „Da können wir im Bademantel hin", scherzte Dietrich Günnewich in Hinblick darauf, dass der neue Kronprinz direkt am Marktplatz wohnt.

Beim Festumzug am Montagnachmittag und einem aus Sicherheitsgründen wegen der Witterungsbedingungen in die Mittlere Straße verlegten Parademarsch fand sich Stefan Kruse nun umgeben von Majestäten – dem amtierenden König Jörg Macke und dessen Vorgänger und amtierenden Bezirkskönig Benedikt Köchling – in den vordersten Reihen wieder. Für den neuen Kronprinzen war das schon ein erster Vorgeschmack auf den Juli 2018.

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