Stiftung für verstorbene Tochter wird Freizeit- und Begegnungshaus

Achim Krause

  • 0
Auf dem Sandsteinsockel des ehemaligen Forsthauses wurde dieses moderne, für jedermann offen stehende Begegnungszentrum in Falkenhagen auf der Anlage des ehemaligen Klosters Lilienthal errichtet und im Jahr 2000 offiziell eingeweiht. - © Achim Krause
Auf dem Sandsteinsockel des ehemaligen Forsthauses wurde dieses moderne, für jedermann offen stehende Begegnungszentrum in Falkenhagen auf der Anlage des ehemaligen Klosters Lilienthal errichtet und im Jahr 2000 offiziell eingeweiht. (© Achim Krause)

Lügde-Falkenhagen. Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Lilienthal am Klosterberg, am Rande des Lügder Ortsteils Falkenhagen, umgeben von einer gepflegten Anlage steht das Freizeit- und Begegnungshaus der Ute-Mühlenhof-Stiftung. Ein ideales Umfeld, um hier abschalten, Kraft für Körper, Geist und Seele tanken zu können.

Im Jahr 2000 wurde diese Begegnungsstätte eröffnet, die den Namen der durch einen tragischen Unfall verstorbenen Tochter der Stifterfamilie trägt. „Es war und ist schon ein Stück aktiver Trauerarbeit", versichern die Eltern, Wilhelmine und Reinhard Mühlenhof aus Rischenau.

Das Bild zeigt Ute Mühlenhof †. - © Privat
Das Bild zeigt Ute Mühlenhof †. (© Privat)

Bei einem Ausflug mit einer Freundin in Kanada tötete ein Blitzschlag die damals 18 Jahre junge Frau, die vor einem Leben mit vielen Träumen und Plänen stand und sich in ihrer Freizeit auch in der kirchlichen Jugendarbeit engagierte.

Dieser Schicksalsschlag traf die Familie natürlich hart, und auch heute spürt man, dass dieser Verlust bei den Eltern noch nachwirkt. Aber sie zogen auch Kraft aus diesem Ereignis. Das Leben musste und sollte weitergehen, und deshalb entschieden sich Mühlenhofs, die Trauer offensiv anzunehmen. Es entstand der Wunsch, im Gedenken an ihre Tochter eine Stiftung zu gründen.

Ein Antrag wurde 1999 positiv beschieden und die Stiftung gemeinsam mit der Kirche ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es, im Sinne der Verstorbenen christliche Jugendarbeit zu ermöglichen und zu fördern. Aber auch außerchristlichen Gruppen die Tore zu öffnen. „Es soll ein Haus der Begegnung sein, an dem sich Menschen unabhängig vom Alter, Herkunft oder Glauben treffen, vielfältige Aktivitäten entwickeln und Spaß haben können", unterstreichen Wilhelmine und Reinhard Mühlenhof.

Dieses neue Haus ersetzte das bis dahin seit Jahren schon leer stehende ehemalige Forstamtsgebäude, das auf dem Gelände der Kirchengemeinde Falkenhagen stand. Sie ist nicht nur mit zwei Angehörigen des Kirchenvorstands im Stiftungsrat vertreten, sondern brachte in die Stiftung sowohl die Altgebäude als auch das Gelände ein.

„Das alte Forsthaus war ein reines Holzhaus aus dem Jahr 1929", berichtet Reinhard Mühlenhof. Das war allerdings marode und sanierungsbedürftig. Im August 1999 riss man es ab. Innerhalb von zehn Monaten entstand auf dem vorhandenen Sandsteinsockel der solide Neubau. Am Pfingstmontag 2000 gab es die große ökumenische Einweihungsfeier mit mehr als 200 Gästen.

Seither steht das Haus verschiedensten Gruppen offen. „Sie können sich je nach Wunsch entweder selber bekochen oder auch Vollpension in Anspruch nehmen", sagt Andrea Böhm, die für die Belegungsplanung verantwortlich ist und sich als „die gute Seele" um das gesamte Haus kümmert, während sie ihr Ehemann Udo (er ist zugleich der Küster in der Kirchengemeinde) bei handwerklichen Aufgaben unterstützt.

„Für Kinder- und Jugendkreise, aber auch Familien- und Erwachsenengruppen ist das nahezu ideal hier, um Ruhe und Besinnung zu finden", sind sich Mühlenhofs sicher. Das scheint sich rumgesprochen zu haben. „Immer häufiger haben wir Besuche von Klassen oder kleineren Gruppen, darunter auch von Chören, die hier Station machen und auch die Klosterkirche nutzen", erzählt Wilhelmine Mühlenhof. Tochter Ute, deren Bild im Eingangsbereich die Gäste empfängt, hätte das garantiert gefallen.

Information

Viel Platz für Gruppen

Im Gästehaus der Ute-Mühlenhof-Stiftung haben in diversen Zwei-, Vier- und Sechsbett-Zimmern, zwei Schlafböden (alle mit separatem Bad und WC) und einem Schwerbehindertenzimmer bis zu 48 Personen Platz. Ein Speisesaal, ein großer Gruppenraum mit einer Videoanlage und ein kleinerer mit Kamin, dazu ein Kicker-Spieleraum und eine eigene Küche komplettieren auf 600 Quadratmetern das Raumangebot. Weitere Infos gibt es bei der Ute-Mühlenhof-Stiftung unter Tel. (05283) 1698 oder 434, per E-Mail an info@ute.muehlenhof-stiftung.de oder unter www.ute-muehlenhof-
stiftung.de. ⋌

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!