Die „Lügder Löschbande“ startet durch

Achim Krause

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Was gehört alles zur Ausrüstung eines Feuerwehrmannes: Manuel Keinhorst (r.) und Jens Kröger zeigen den Mitgliedern der „Lügder Löschbande" die Schutzbekleidung. - © Achim Krause
Was gehört alles zur Ausrüstung eines Feuerwehrmannes: Manuel Keinhorst (r.) und Jens Kröger zeigen den Mitgliedern der „Lügder Löschbande" die Schutzbekleidung. (© Achim Krause)

Lügde. Mit einer derartigen Resonanz hatten die Verantwortlichen nicht gerechnet, als ihre Pläne zur Gründung einer Lügder Kinderfeuerwehr die Runde machten. „Die 30 Plätze, die wir maximal vorgesehen hatten, waren im Handumdrehen besetzt. Wir haben sogar eine lange Warteliste", freut sich Kathrin Paskarbeit, Leiterin der neuen Nachwuchsabteilung, die den Namen „Lügder Löschbande" tragen wird.

In einer Infoveranstaltung stellte sie den Eltern das Konzept vor, während sich die Jungen und Mädchen schon mal hinter den Kulissen umsehen konnten. Seit einer Gesetzesänderung 2016, ist es in NRW möglich, Mädchen und Jungen ab sechs Jahren in die (Kinder-)-Feuerwehr aufzunehmen. Bis zum Alter von 10, maximal bis 12 Jahren, können sie dort bleiben, bevor sie dann in die Jugendfeuerwehr wechseln.

„Bei unserer Kinderfeuerwehr kann jedes Kind Mitglied werden", betonte Kathrin Paskarbeit. „Es geht nicht darum, dass alle Kinder das Gleiche leisten können, sondern Möglichkeiten zu schaffen, dass jedes Kind in der Gruppe willkommen ist und entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten an den Angeboten teilnehmen kann."

Im Betreuerteam stehen mit Isabell Blome, Melanie Köchling, Kathrin Paskarbeit, Viktoria Schoppmeier und Lena Tallig allein fünf Kräfte zur Verfügung. Sie alle verfügen als Lehrerin, Erzieherinnen und Jugendwartin über viel Erfahrung im Umgang mit Kindern und durch ihre in der Feuerwehr aktiven Ehemänner auch eine Beziehung zur Wehr haben. Komplettiert wird diese Crew durch Manuel Keinhorst und Jens Kröger. Das Team kümmerte sich dann auch gleich am Info-Tag um die Jungen und Mädchen, die einen ersten Blick auf Fahrzeuge und Ausrüstung werfen konnten.

„Lana fand das unheimlich aufregend", erzählt Mutter Bettina Oelmann von der Reaktion ihrer achtjährigen Tochter. „Ihr Papa ist selbst in der aktiven Wehr und hat ihr natürlich schon viel von der Feuerwehr gezeigt. Aber jetzt ist sie besonders stolz, denn nun hängt ihr eigener Dienstplan neben seinem." Auch für Elias Tappe (7), der gern mal Feuerwehrmann werden möchte, war es toll, den großen roten Löschfahrzeugen mal ganz nah zu sein und gestand: „Ich freue mich schon auf den ersten Dienst."

Manuel Keinhorst erklärt den Jungen und Mädchen in der Fahrzeughalle der Feuerwache zum Einstieg schon mal etwas über die Einsatzfahrzeuge. - © Achim Krause
Manuel Keinhorst erklärt den Jungen und Mädchen in der Fahrzeughalle der Feuerwache zum Einstieg schon mal etwas über die Einsatzfahrzeuge. (© Achim Krause)

In den ab sofort einmal monatlich stattfindenden Gruppenstunden werden die Themen bunt gemischt sein. Angefangen von der Vorstellung der Feuerwehr, über die Brandschutzerziehung und Naturwissenschaften, Sport, Spiel und Bewegung Verkehrserziehung und vieles mehr wird dabei sein. Um sich ausreichend kümmern zu können, wurden zwei Gruppen mit je 15 Jungen und Mädchen gebildet. Eine trifft sich an jedem ersten Freitag, die zweite Gruppe an jedem dritten Freitag im Monat jeweils von 16 bis 17.30 Uhr in der Feuerwache. Und es gibt auch schon eine „Dienstkleidung": Ein rotes T-Shirt, verziert mit dem Logo der „Lügder Löschbande" sowie eine Weste, die bei Veranstaltungen getragen wird.

„Die Resonanz hat unsere Erwartungen übertroffen", freut sich Stadtbrandmeister Wolfgang Kornegger. Und weil die Nachfrage so groß ist, werde man im kommenden Jahr auch noch eine Kinderfeuerwehr in der Südstadt gründen, kündigt er an. Nun steht die offizielle Gründungsfeier der Lügder Kinderfeuerwehr an, die am 2. Dezember stattfinden wird. Und dann wird „die Löschbande" erstmals in „Dienstkleidung" zu sehen sein.

Informationen zur Kinderfeuerwehr

Zum 1. Juni gab es in NRW 50 Kinderfeuerwehren mit mehr als 1.000 Mädchen und Jungen sowie rund 300 Betreuerinnen und Betreuern. In Lippe waren die Kalletaler Vorreiter der bei der Kinderfeuerwehr. Seit diesem Jahr gibt es auch im Extertal eine. In Lügde wurde nun die dritte Kinderfeuerwehr gegründet.

Für Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier sind die Kinderfeuerwehren für die Nachwuchsgewinnung von großer Bedeutung. „In der Jugendfeuerwehr erleben wir es, dass die Kinder mit zehn Jahren meist auch schon in anderen Vereinen aktiv sind, wenn sie zu uns kommen. In der Kinderfeuerwehr werden die Mädchen und Jungen spielerisch an das Thema herangeführt, ohne sie mit Feuerwehr zu überfrachten", sagt Brakemeier.

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