"Die Feisten" begeistern im Lügder Klostersaal

Achim Krause

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Duo mit nachhaltigem Humor: Mathias Zeh (links) und Rainer Schacht tragen als „die Feisten" neben Eigenkompositionen auch bekannte Lieder mit neuen Texten vor und vermitteln bei ihrer Song-Comedy ihre Sicht auf die wichtigen Themen des Lebens. - © Achim Krause
Duo mit nachhaltigem Humor: Mathias Zeh (links) und Rainer Schacht tragen als „die Feisten" neben Eigenkompositionen auch bekannte Lieder mit neuen Texten vor und vermitteln bei ihrer Song-Comedy ihre Sicht auf die wichtigen Themen des Lebens. (© Achim Krause)

Lügde. Wer beim Namen „Die Feisten" an Körperfülle denkt, der ist auf dem Holzweg. Zwar wird das Adjektiv „feist" im Duden mit fett, provokant oder unangenehm definiert, aber diese Beschreibung passt bei den „Feisten" nicht annähernd. Bei ihrem Premierenauftritt im Lügder Klostersaal zeigen die beiden Musiker und Sänger, warum sie Preisträger des Deutschen Kleinkunstpreises 2017 sind.

Mit ihrem heiteren Spott und paradoxen Gedanken begeisterten sie ein Publikum, das am Ende völlig aus dem Häuschen geriet.

Mathias Zeh (genannt „C") aus Kassel und Rainer Schacht aus Mannheim bringen im wahrsten Sinne die deutsche Sprache zum Klingen. Und das mit nachhaltigem Humor, unglaublichen Geschichten und vollem Körpereinsatz. Dabei sind sie spezialisiert auf die leisen Töne, sind Meister der Parodie und des feinen Witzes, begleitet mit bluesiger Musik.

Auf diese Weise nehmen die beiden die merkwürdigsten Typen und Situationen auf die Schippe. Der coole, sonnenbebrillte „C" mit der hellen Stimme übernimmt den Leadgesang und begleitet auch rhythmisch auf dem Cajón. Schacht spielt die Saiteninstrumente von der Ukulele bis zur riesigen Bassgitarre und ist für die Begleitmusik und die zweite Stimme zuständig.

Gemeinsam kredenzen die beiden schlanken Glatzköpfe neben Eigenkompositionen auch bekannte Melodien mit neuen Texten und vermitteln bei ihrer Song-Comedy ihre feiste Sicht auf die großen und wichtigen Themen des Lebens. So entstehen die abstrusesten Geschichten. Das Publikum biegt sich vor Lachen und singt inbrünstig mit, auch als ein Fan namens Anja oder Andrea (so genau ließ sich das nicht klären) von den „Feisten" ein ganz besonderes Ständchen mit dem Klostersaal-Chor erhielt.

Nach dem „Nussschüsselblues" haben „Die Feisten" ihr aktuelles Programm benannt. Und der war für den Auftritt typisch, denn er stellt die wirklich wichtigen Fragen: Wenn in einer Kneipe eine Nussschüssel auf der Theke steht, soll man dann der Verlockung nachgeben – oder besser nicht, weil man nicht weiß, ob schon jemand mit ungewaschenen Händen in die Schüssel gefasst hat?

„Kriech da nicht rein!", ihr Anschleimersong nach dem Udo Jürgens Gassenhauer „Griechischer Wein", wurde mehr als 800.000 mal auf YouTube geklickt und das Duo danach x-mal auf Betriebsfeiern gebucht. Wie es klingen würde, wenn „Die Feisten" einen Song gemeinsam mit den „Amigos" singen? Beim „Flamingo Dolores" erfährt man es.

„Die Feisten" sind aufeinander bestens eingespielt. Sie werfen sich geschickt die Bälle zwischen den Liedern zu und beziehen das Publikum bei Liedern wie „Es ist gut, wenn du weißt, was du willst" mit ein.

Rainer und C. singen über Prunzuelas blondes Haar, innere Werte und den Tsunami der Liebe und haben natürlich zu jedem Lied eine Geschichte zu erzählen. Auch von ihrem Auftritt in „Schemnitz". Oder dass man es nicht rettet, wenn man in Wien ein Lied zum Thema Fußball singt und die Zuschauer mit dem Hinweis trösten will, „was braucht ihr Fußball, ihr habt doch eure Automobilindustrie".

Zugaben wurden gefordert, und Zugaben gab es natürlich auch. Am Ende stand das Publikum im Klostersaal und feierte das Duo frenetisch.

Komischer Blick auf Europa

Die nächste Veranstaltung in der Reihe „Kultur im Kloster" findet am Freitag, 8. Dezember, statt. Ab 20 Uhr ist dann der Kabarettist Thomas Freitag im Klostersaal zu Gast. Er wirft in seinem neuen Programm laut Ankündigung einen scharfen, satirischen und sehr komischen Blick auf Europa, oder das, was davon noch übrig ist. Tickets kosten im Vorverkauf 21 Euro und sind unter anderem in den LZ-Geschäftsstellen zu bekommen.

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