Gefährliches Mobbing im Internet

Polizist Birger Hampe referiert in der Schule

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Lügde. Zwei Jugendliche haben in Lippe im Jahr 2010 Selbstmord begangen und als Grund in ihrem Abschiedsbrief Cyber-Mobbing angegeben. Das berichtete Kriminalhauptkommissar Birger Hampe vor rund 100 Eltern und Zuhörern in der Johannes-Gigas-Schule.

Hampe, bei der lippischen Polizei Ansprechpartner für den "Schutz vor Computerkriminalität", referierte laut einer Pressemitteilung zum Thema "Cyber-Mobbing": "Das ist kein Kavaliersdelikt. Es kann für die Betroffenen ganz gravierende Folgen haben", machte Hampe klar.

Extreme Folgen wie Selbstmord seien zwar glücklicherweise recht selten, doch Isolierung, Zerstörung des Selbstbewusstseins und Vertrauensverlust bis hin zur Schul- oder Berufsunfähigkeit treffe sehr viele Opfer. Mit gefälschten oder peinlichen Fotos oder der Verbreitung von Gerüchten gelinge es den meist anonymen Tätern, ihre Opfer zu zerstören.

Doch was kann ein Opfer tun? Nicht auf Angriffe reagieren, den Account ändern, Beweise sichern, darüber reden und den Missbrauch dem Betreiber melden, riet Hampe. Diese seien verpflichtet, der Meldung nachzugehen. Auch Facebook nahm Hampe unter die Lupe und empfahl den Eltern, sich kritisch mit dem sozialen Netzwerk auseinanderzusetzen. "Facebook löscht nichts. Alles kann jederzeit wieder auftauchen." Der Fachmann riet zum sensiblen Umgang mit den eigenen Daten.

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