Oerlinghauser Grundschulen: Eltern sind für Neubau in der Südstadt

In der Diskussion um die Zukunft der Grundschulen beziehen nun auch die Südstädter Stellung

Karin Prignitz

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Südstadtschule: Erbaut worden ist sie im Jahr 1971 als englische Grundschule mit Flachdach. 1995 ist die Südstadtschule in das Gebäude an der Albert-Schweitzer-Straße eingezogen, 1997 daneben die Turnhalle gebaut worden. - © Karin Prignitz
Südstadtschule: Erbaut worden ist sie im Jahr 1971 als englische Grundschule mit Flachdach. 1995 ist die Südstadtschule in das Gebäude an der Albert-Schweitzer-Straße eingezogen, 1997 daneben die Turnhalle gebaut worden. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Die Diskussion um die Grundschulstandorte Lipperreihe und Südstadt schlägt hohe Wogen. Mehrere Modelle werden diskutiert. In Lipperreihe pocht man darauf, den Teilstandort Südschule zu 
schließen. Nun hat sich in der Südstadt ein runder Tisch formiert, der Argumente für einen Neubau am eigenen Standort und die Schließung in Lipperreihe gesammelt hat.

Bewusst hatten sich die Mitglieder des Fördervereins der Südstadtschule und die FG Süd zunächst für eine kleine Runde entschieden, um konstruktiv und sachlich Argumente und Fakten für oder gegen die momentan diskutierten Modelle zu sammeln und zu sortieren. Eingeladen waren Vertreter aus dem Umfeld Schule, Politik und sachkundige Bürger.

Pro und kontra: (von links) Anja Koch vom Förderverein der Südstadtschule, der stellvertretende Vorsitzende Professor Claus-Jochen Haake und Vorsitzende Elina Merker präsentieren die gesammelten Argumente auf Papier. Für sie spricht vieles für einen Grundschul-Neubau in der Südstadt. - © Karin Prignitz
Pro und kontra: (von links) Anja Koch vom Förderverein der Südstadtschule, der stellvertretende Vorsitzende Professor Claus-Jochen Haake und Vorsitzende Elina Merker präsentieren die gesammelten Argumente auf Papier. Für sie spricht vieles für einen Grundschul-Neubau in der Südstadt. (© Karin Prignitz)

Professor Claus-Jochen Haake betonte: „Der runde Tisch spiegelt den vielfachen Wunsch wider, eine Südstadt-Ansicht in die Diskussion einzubringen." Der während der Versammlung in Lipperreihe vorgetragenen Meinung, dass sich die Südstädter wohl kaum für die Sache interessieren, weil sie sich bislang weniger öffentlich eingebracht haben, wurde deutlich widersprochen.

Sicherlich sei der Anteil der ausländischen Mitbürger in der Südstadt höher, sagte die Fördervereinsvorsitzende Elina Merker. Viele von ihnen seien es einfach aus ihren Heimatländern nicht gewohnt, an demokratisch geführten Debatten teilzunehmen. Zudem gebe es viele alleinerziehende Mütter und etliche Familien, die nicht mobil seien. Das bedeute aber keineswegs, dass diese Eltern sich nicht interessierten. Gerade, weil der Ausländeranteil noch einmal stark angestiegen sei, sprach sich Pädagogin Ilone Schlüssel für einen einzigen Grundschulstandort aus. „Nur so kann man eine gesunde Mischung hinbekommen."

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Drei Modelle im Gespräch

Seit 2008 bilden die Standorte Lipperreihe und Südstadt einen gemeinsamen Grundschulverbund. Drei Modelle über die zukünftige Aufteilung werden derzeit diskutiert: Im ersten Modell blieben beide Grundschulstandorte bestehen. Sollte man sich für das zweite Modell entscheiden, würde Lipperreihe ausgebaut und der Teilstandort Südstadt aufgegeben. Das dritte Modell sieht vor, dass die Südstadt-Schule neu gebaut wird, und der Teilstandort Lipperreihe geschlossen wird.

Fakt sei, dass der größte Anteil der schulpflichtigen Kinder aus der Südstadt komme, ergänzte Astrid Krabbe, die seinerzeit mit der Unterstützung vieler Bürger erfolgreich für den Erhalt des Standortes in der Südstadt gekämpft hatte. Wenn das Entwicklungskonzept für die Südstadt voranschreite, würden sicherlich noch einmal etliche Kinder hinzukommen. „Warum sollten all diese Kinder dann nach Lipperreihe transportiert werden?" Solch ein Schülertourismus müsse vermieden werden.

Krabbe sah zudem das Risiko einer Abwanderung von Schülern etwa nach Sennestadt, wenn in Lipperreihe neu gebaut würde. Was Elina Merker zu der Frage veranlasste: „Wenn die Südstadtkinder in Lipperreihe beschult werden, gehen die Lipperreiher dann nach Sennestadt?" Merker zielte auf den oft gehörten Satz: „Ich schicke mein Kind auf keinen Fall in die Südstadt."

Dass in der Südstadt bereits eine ausreichend große Sporthalle vorhanden sei, ist nach Ansicht der meisten Anwesenden ein Argument für den Standort Südstadt. „Sonst würden noch einmal Kosten obendrauf kommen."

Für einen einzigen Standort spricht aus Sicht der Grünen-Ratsfrau Ulrike Meusel auch die Offene Ganztagsschule, ebenso wie die gute pädagogische Arbeit vor Ort. „Nur ein einziger Standort bietet die Möglichkeit der Integration", so brachte Mandy Eilenstein (Grüne) ein weiteres Argument ins Spiel. Die meisten waren sich einig: „Integration kann besser in der Südstadt gelingen."

Am Ende überwogen die Argumente für einen Neubau am Standort Südstadt. Einzig hinter die Frage der verkehrlichen Anbindung wurde ein Fragezeichen gesetzt. Petra Oberschelp sprach sich als einzige für den Verbleib der beiden Teilstandorte aus. „Wegen unüberbrückbarer Differenzen zwischen den Ortsteilen."

Die Ergebnisse des runden Tisches sollen nun zusammengefasst und an Rat und Verwaltung weitergeleitet werden. Geplant ist außerdem eine Informationsveranstaltung in der Südstadt. In Sachen Grundschulentwicklung gebe es derzeit keinen neuen Sachstand, informierte Manuela Kupsch von der Stadt. „Das Thema wird derzeit politisch diskutiert."

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