Oerlinghauser spielt korrupten Polizisten in "Alarm für Cobra 11"

Karin Prignitz

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Szene: In der Sendung „Cobra 11" spielt Beka Bediana einen korrupten Polizisten. Bösewichte zu spielen, sei doch auch viel spannender, meint der 26-Jährige. - © Screenshot: Karin Prignitz
Szene: In der Sendung „Cobra 11" spielt Beka Bediana einen korrupten Polizisten. Bösewichte zu spielen, sei doch auch viel spannender, meint der 26-Jährige. (© Screenshot: Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Noch bis Mitte Februar steht Beka Bediana als Sascha Lehmann in Köln vor der Kamera. Gedreht werden Szenen für die RTL-Daily-Soap „Alles was zählt". Details zu seiner Rolle darf der 26-Jährige nicht verraten. Andeuten kann er aber, dass er einen eher fieser Charakter mimen wird.

„Ich bin dankbar für die vielen Drehtage gleich zu Jahresbeginn", erzählt der gebürtige Georgier beim Besuch seiner Eltern in der Südstadt. Zu Hause ist er während seiner vierjährigen Ausbildung an der privaten Schauspielschule Arturo und beim Berufsstart selten gewesen. „Meine Eltern und meine Schwester kommen mich aber oft in Köln besuchen." Und es gebe ja gute Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren.

Fünf Jahre alt war Beka Bediana, als er im September 1996 mit seinen Eltern und Schwester Natia nach Deutschland kam. Sein Vater Jimsher hatte als Kameramann und Korrespondent die Schreckern dreier blutiger Kriege dokumentiert. Bis die Gefahr zu groß wurde und die Familie sich zur Flucht entschloss. Nach Stationen in Berlin, Bielefeld und Lübbecke zog die Familie im September 1996 nach Oerlinghausen.

In der Heimat hat Beka als kleiner Junge die in Georgien so bekannten Gedichte seines Vaters vorgetragen, mit seiner Schwester hat er in einer kleinen Kinderband gesungen. „Wir sind früh vor Publikum aufgetreten", erzählt Beka, der seinen Nachnamen Bedianashvili als Schauspieler auf Bediana verkürzt hat, „weil es melodischer klingt". Die Bedeutung sei nicht verloren gegangen: Aus Glückskind sei „Beka hat Glück" geworden.

Dieses Glück, aber auch sein großes Talent, seine Motivation und sein Wille haben ihn auf seinem Weg begleitet und dorthin gebracht, wo er immer stehen wollte – auf der Bühne. Sei es die im Theater oder die hinter der Kamera. Im Niklas-Luhmann-Gymnasium war er der einzige Junge im Chor, bei Sigrid Mai spielte er in der Theater-AG, in der Bläserklasse spielte er Saxofon. Schon damals mit dem Gedanken, einmal Schauspieler zu werden.

Zunächst an der Aussprache feilen

In den buntesten Farben habe er sich ausgemalt, wie es sein würde, das Ziel zu erreichen, erzählt Beka Bediana. „Wie viel Arbeit dahintersteckt und dass es mehr als nur Lust braucht, habe ich damals noch nicht gewusst."

Zunächst musste er an seiner Aussprache feilen, denn „die georgische Melodie schwang im Hintergrund ja immer mit". Zu improvisieren musste er lernen, sich zu bewegen und so vieles mehr. Etliche hat er gesehen, die aufgegeben haben. „Für viele bleibt es ein Traum." Für ihn nicht. Entscheidend sei, „wie sehr man an sich glaubt und bereit ist, an sich zu arbeiten". Beka Bediana tut beides.

Während der Ausbildung sei es deshalb gut gelaufen. Und er überzeugt weiter. „Es läuft gut an." Kleine Rollen als korrupter Polizist in „Alarm für Cobra 11" hat er gespielt, einen Auftragskiller in „SOKO Köln", eine Gastrolle in der „Verbotenen Liebe" und jetzt die Dreharbeiten für „Alles was zählt".

Was die Rollen angehe, so gebe es „eine gewisse Tendenz", sagt Beka und lacht. „Ich war oft der Böse, der Hinterhältige, der Dealer." Womöglich wegen seiner starken Gesichtszüge. Vor einem halben Jahr hat er sich außerdem die Haare rasiert. „Als Schauspieler", sagt Beka, „ist es wichtig, „Nischen auszufüllen." Und böse Rollen machten viel mehr Spaß. „Der Sunnyboy würde wohl eher nicht zu mir passen."

Nach einer Agentur hat Beka Bediana nicht lange suchen müssen. „Ich habe mir vier oder fünf im Umkreis von Köln (dort, wo er nun lebt) herausgesucht. Zwölf Stunden später kam die erste Einladung." Von Gerda Maria Hain und ihrer Agentur „Charactors". Gut aufgenommen und beraten worden sei er dort. Aber er weiß genau: „Zaubern kann sie auch nicht." Bei den Stammtischen des Bundesverbandes Schauspiel (BFFS) hat er sich mit all den Dingen vertraut gemacht, die man wissen sollte, wenn man in dem Bereich arbeitet.

„Da war ich vielen voraus", sagt Beka Bediana selbstbewusst, der mit Freunden viele eigene Sachen gedreht hat, der bei Filmfesten und der Berlinale dabei war, um wichtige Kontakte zu knüpfen. „Natürlich", sagt er, „geht mein Herz dorthin, wo ich gefordert werde." Wie die meisten anderen, so will auch er einmal im Tatort mitspielen. „Aber ich weiß, dass ich realistisch sein und Schritt für Schritt weitergehen muss." Eines ist für ihn auf jeden Fall klar: „Als Schauspieler sollte man keinen Plan B haben, denn sonst kann man nicht 100 Prozent geben."

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