Rotkreuzler distanzieren sich vom Streit um die Hellweg-Klinik

Karin Prignitz

  • 0
Oerlinghausens DRK-Ortsvereinsvorsitzender Horst Rodekamp. - © Foto: Prignitz
Oerlinghausens DRK-Ortsvereinsvorsitzender Horst Rodekamp. (© Foto: Prignitz)

Oerlinghausen. Der Betreiberwechsel in der Flüchtlingsunterkunft der ehemaligen Hellwegklinik hat für viel Unmut gesorgt. Horst Rodekamp, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins, stellte bei der Jahreshauptversammlung klar, dass die Ortsgemeinschaft nichts mit dem Betrieb der Unterkunft zu tun habe. „Allerdings berührt es uns schon, wenn der Name DRK in Misskredit gerät."

Blutspendetermine, Sanitätseinsätze, Erste-Hilfe-Kurse, Sozialprogramme, darum kümmere sich der DRK-Ortsverein im Interesse der Bürger. Dennoch bezog Rodekamp Stellung zur Situation in der Unterkunft. Als Ausgangspunkt für die entstandenen Zwistigkeiten sieht er „die von politischer Seite zu verantwortende Regelung, dass der Betrieb dieser Einrichtungen alle zwei Jahre neu ausgeschrieben und gegebenenfalls neu zu vergeben ist." Wie mehrfach berichtet, hatte eine Tochtergesellschaft des DRK den Zuschlag bekommen, die Flüchtlingseinrichtung von den Johannitern zu übernehmen.

Das sei im Sinne der sich verändernden Flüchtlingszahlen oder steuersparender Überlegungen zwar nachvollziehbar. Allerdings sei das Resultat „ein sehr leidiges Karussellfahren" der sozialen Einrichtungsbetreiber. „Davon sind alle Betreiber betroffen", betonte Rodekamp. Auch das DRK habe schon Einrichtungen aufgeben müssen.
„Das Inventar wird dann eingelagert und möglichst bald wiederverwendet." Das sei auch in der Oerlinghauser Unterkunft geschehen. Rodekamp verwies darauf, dass „durch die unglückliche Zwei-Jahres-Regelung eine entsprechende Befristung der Anstellungsverträge provoziert" werde. Auch dieses hätten die Johanniter gewusst und genutzt. Rodekamp hält es für wünschenswert, „dass die Politik sich möglichst schnell etwas Klügeres überlegt."

Nicht hilfreich findet es der DRK-Ortsvereinsvorsitzende, wenn sich Menschen vom DRK abwenden. Schließlich gehe es um geflüchtete Menschen, „die ganz überwiegend aus großer Not zu uns gekommen sind." Aus Gesprächen mit den hiesigen Mitarbeitern wisse er, „dass sie sich sehr über weitere freiwillige Mithilfe freuen würden." Freilich: Es gab in letzter Zeit auffällig viele Austritte – auch wenn der Mitgliederschwund laut Brigitte Henseleit ein bundesweites Phänomen ist. In zwei Jahren sei der DRK-Ortsverein um 150 auf aktuell 668 Mitglieder geschrumpft.

Horst Henseleit, der zu den langjährigen Mitgliedern gehört, zeigte sich „schlimm berührt", dass mit einer Petition, die auch in Netz veröffentlicht worden sei, „Stimmung gemacht wird". Ein bisschen davon bleibe auch beim Ortsverein hängen.

Er war zuvor für zehnjährige Mitgliedschaft geehrt worden. Seit 20 Jahren gehört Falk Brinkmann dem DRK-Ortsverein ein, sogar seit 35 Jahren Erika Lange. Vor fünf Jahren sind Inga Gnaß, Ivo Kopkow, Shari König, Jannik Molck und Lara Weber eingetreten.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!