Vor Gericht: Mann soll Freundin erschlagen haben

Erol Kamisli

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Holzheizkraftwerk Oerlinghausen - © Martin Düsterberg
Holzheizkraftwerk Oerlinghausen (© Martin Düsterberg)

Oerlinghausen. Er soll seine Freundin geschlagen, über Treppenstufen gezerrt und mit Fußtritten so schwer verletzt haben, dass die 46-Jährige innerlich verblutete und starb. Ab dem 24. Mai muss sich der mutmaßliche Täter (36) wegen Totschlags vor dem Landgericht Detmold verantworten.

Nach einem Streit im November vergangenen Jahres soll der 36-jährige Hilfsarbeiter seine zehn Jahre ältere Lebensgefährtin mit brutalen Fußtritten und Faustschlägen tot geschlagen haben. Nachdem das Opfer leblos auf dem Boden gelegen habe, soll der 36-jährige keine Hilfe geholt, sondern stundenlang die Wohnung geputzt haben, um die Spuren der Gewalttat zu beseitigen.

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Der Prozess beginnt am Mittwoch, 24. Mai, um 9 Uhr. Fortsetzungstermine sind der 29. Mai sowie der 2. Juni.

Anschließend soll er die Leiche der Frau in der Badewanne gezerrt und Wasser eingelassen haben, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Erst als sicher gewesen sei, dass er alle seine Spuren beseitigt hat, habe er die Polizei und Notdienst informiert, lautet der Vorwurf der Detmolder Staatsanwaltschaft.

Den Beamten und Notärzten habe der 36-Jährige erklärt, dass er seine Lebensgefährtin tot in der Badewanne gefunden habe. Er habe keine Erklärung für den Selbstmord. Doch seine Angaben konnten die Behörden schnell widerlegen, denn die Obduktion ergab, dass die Frau gewaltsam ums Leben gekommen ist – einen Suizid schlossen die Rechtsmediziner aus.

Bisher schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen. "Bei allen Vernehmungen durch die Polizei und Haftrichter hat mein Mandant nicht ausgesagt. Ob er sich während der Verhandlung äußern wird, werden wir erst am Verhandlungstag entscheiden", erklärt sein Verteidiger Johannes Salmen. Sein Mandant habe sehr lange mit der 46-Jährigen zusammengelebt, und an diesem Tag sei der Streit eskaliert. "Aber den genauen Tathergang muss das Gericht klären", sagt Salmen.

Dem Angeklagten, der seit November in Untersuchungshaft sitzt, drohen 8 bis 14 Jahre Freiheitsstrafe.

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