Diebe erbeuten Bronzestatue aus Oerlinghauser Gymnasium

Karin Prignitz

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Ratlos: Bruno Buschmann (rechts) und Johannes Stefan Müller können kaum glauben, dass die Büste des Soziologen Niklas Luhmann über Nacht verschwunden ist. Max Webers Büste liegt noch flach da. - © Karin Prignitz
Ratlos: Bruno Buschmann (rechts) und Johannes Stefan Müller können kaum glauben, dass die Büste des Soziologen Niklas Luhmann über Nacht verschwunden ist. Max Webers Büste liegt noch flach da. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Bruno Buschmann und Johannes Stefan Müller sind fassungslos. Am Montag hatte der Bildhauer die Bronzebüsten von Niklas Luhmann und Max Weber transportfähig gemacht. Am Dienstagmorgen sollten sie abgeholt werden. Doch da war eine der beiden Büsten nicht mehr da. „Luhmann ist weg", sagt Buschmann.

„Unglaublich. Mir ist ganz schlecht", so beschreibt Bruno Buschmann seinen Gemütszustand. Der mittlerweile 89-Jährige hatte beide Soziologenköpfe gegossen. Max Weber und Niklas Luhmann haben Spuren in der Bergstadt hinterlassen. Der eine als Mitbegründer der Soziologie, der andere als einer der einflussreichsten Denker des vergangenen Jahrhunderts. Auf einem Plateau hinter der leerstehenden Heimvolkshochschule St.-Hedwigs-Haus an der Hermannstraße waren diebeiden berühmten Söhne der Stadt seit Juni 2012 vereint.

Beide Denker 
liebten den Philosophenweg

Auf Stelen aus Anröchter Dolomit standen sie Kopf an Kopf nebeneinander. Beide waren oft über den ganz in der Nähe liegenden Philosophenweg spaziert. Hätten sie zur selben Zeit gelebt, dann wären sie sich dort ganz sicher begegnet. Der Ort, an dem die Büsten gestanden haben, ist zu einem Ort der Begegnung geworden. Und weil die Arbeit der Heimvolkshochschule derzeit in der „Villa Welschen" stattfindet, sollten die Bronzeköpfe gleiches an dieser Stelle bewirken.

Bruno Buschmann hat bis zum Montagabend auf dem Plateau an der Hermannstraße gearbeitet. Bei der Präparierung für den Transport der Bronzebüsten hatte sich der Luhmann-Kopf von der Stele gelöst. „Wohl, weil dort Wasser eingedrungen ist", vermutet der ehemalige Leiter des Hedwigs-Hauses, Stefan Müller. „Eigentlich", sagt Bruno Buschmann, „wollte ich die Köpfe gleich mitnehmen", er entschied sich aber dagegen, weil er nicht mehr so schwer heben darf. Etwa 30 Kilogramm, schätzt der Bildhauer, wiege allein eine Bronzebüste.

Die sofort verständigte Polizei hat die Büste im Umfeld nicht sichten können. „Ich hoffe immer noch, dass ein besorgter Bürger den Kopf sichergestellt hat", sagt Bruno Buschmann. Oder dass der Bronzekopf zumindest irgendwo in der Nähe wiedergefunden wird oder ein aufmerksamer Bürger etwas am Montagabend oder in der Nacht beobachtet hat.

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