Oerlinghauser Preisgericht entscheidet sich für Lemgoer Architekten

Karin Prignitz

  • 0
Die Sieger: Professor André Habermann (links) und sein Partner Christian Decker (Zweiter von links) von „h.s.d. architekten" aus Lemgo zeigen ihren Entwurf. Auf der Stellwand im Hintergrund sind weitere Details zu sehen. Bürgermeister Dirk Becker und Gudrun Walter vom Planungsbüro Drees & Huesmann präsentieren die Preisträger. - © Karin Prignitz
Die Sieger: Professor André Habermann (links) und sein Partner Christian Decker (Zweiter von links) von „h.s.d. architekten" aus Lemgo zeigen ihren Entwurf. Auf der Stellwand im Hintergrund sind weitere Details zu sehen. Bürgermeister Dirk Becker und Gudrun Walter vom Planungsbüro Drees & Huesmann präsentieren die Preisträger. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Neuneinhalb Stunden lang hat das Preisgericht am Dienstag getagt, am Freitagmorgen ist das Geheimnis gelüftet worden, welches Architekturbüro aller Wahrscheinlichkeit nach die neue Grundschule in der Südstadt bauen wird. Durchaus strittige Diskussionen habe es gegeben, berichtete Bürgermeister Dirk Becker während der offiziellen Preisvergabe im Bürgerhaus. Trotzdem sei der Siegerentwurf am Ende einstimmig gekürt worden.

Vier renommierte Architekten als Fachpreisrichter sowie der Vorsitzende des Schulausschusses, Ulrich Fillies (SPD), Ursula Flehmer von den Freien Wählern (als Stellvertreterin von Monika Scheler, CDU) und Bürgermeister Dirk Becker hatten die 17 Entwürfe begutachtet. Wer hinter den Entwürfen steckt, war den Preisrichtern nicht bekannt. „Die Anonymität ist ein wichtiger Bestandteil des Verfahrens“, sagte Gudrun Walter vom Planungsbüro Drees & Huesmann aus Sennestadt. „Allein die Qualität ist gewürdigt worden.“

Im anonymisierten Verfahren fiel die Entscheidung am Ende auf die Nummer 1403. Und hinter der verbarg sich das Lemgoer Architekturbüro „h.s.d. architekten“. Überzeugt hatte die Jury der klar strukturierte, kompakte dreigeschossige Baukörper mit seinen großen Fensterflächen und hellen Schulräumen. Die auf dem Grundstück ansteigende Topographie nutzten die Architekten aus der Hansestadt bewusst.

Geplant sind zwei Eingänge mit eigener Adresse, denn im Schulgebäude wird sich auch das bisher im Ortsteil fehlende Stadtteilzentrum befinden. Dessen multifunktionale Räume werden im Erdgeschoss südlich hin zum Quartiersplatz der „Neuen Mitte“ liegen. Den Klassenräumen sollen jeweils luftige Räume gegenüberstehen statt toter Flure. Es soll eine zentrale Halle sowie Parkplätze im Süden und Norden geben. Für die Fassade haben die Planer ziegelroten Sichtbeton gewählt.

285 Architekturbüros hatten sich am europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt, nachdem sich der Rat am 9. Februar mehrheitlich für den Neubau einer zweizügigen Grundschule mit der Option der Dreizügigkeit am Standort Südstadt ausgesprochen hatte. 15 von ihnen waren am 22. Juni von Glücksfee Tanja Tilleke aus der gläsernen Trommel gezogen, fünf weitere von der Stadt gesetzt worden. 17 hatten Arbeiten abgegeben.

Jetzt haben die Politiker das Wort, die Entscheidung soll möglichst in der Ratssitzung am 30. November fallen. Dann könne zügig in die Realisierungsphase eingetreten werden, kündigte Dirk Becker an. Er geht davon aus, dass die ersten Erdbewegungen Ende 2018 beginnen können. „Ziel bleibt die Fertigstellung im Jahr 2020.“ Die ausgestellten Entwürfe können noch bis zum 17. November im Foyer des Bürgerhauses besichtigt werden.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!