Statt Bushaltestelle: Platz nehmen auf der Mitfahrbank

Agenda-Projekt: Für Währentruper ohne Auto gibt es jetzt eine Alternative. Sie können sich von anderen mitnehmen lassen

Karin Prignitz

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Fertig: Bürgermeister Dirk Becker lobt das Engagement von Bärbel Meyer und Ulrike Jaehn sowie Bernd Meyer. Sein Dank gilt auch Anwohnerin Beate Schäfermeier (v. l.). - © Karin Prignitz
Fertig: Bürgermeister Dirk Becker lobt das Engagement von Bärbel Meyer und Ulrike Jaehn sowie Bernd Meyer. Sein Dank gilt auch Anwohnerin Beate Schäfermeier (v. l.). (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Währentrup ist ein schöner Ort zum Wohnen. Eine öffentliche Verkehrsanbindung in den Oerlinghauser Stadtteil gibt es – außer dem Schulbus – aber nicht. Also müssen ältere Menschen ohne Auto oder jüngere, die noch keinen Führerschein besitzen, nach Alternativen suchen, um in die Stadt oder wieder nach Hause zu gelangen. Die gibt es jetzt.

Die Agendagruppe „Jugend-Soziales-Kultur“ hat eine Idee aus Lügde aufgegriffen. Gegenüber der Bushaltestelle an der Oetenhauser Straße in Währentrup und nun auch an der Ravensberger Straße 5 vor dem Haus von Beate Schäfermeier sind Mitfahrbänke aufgestellt worden. „Wer auf dieser Bank sitzt, signalisiert den Autofahrern, dass er mitgenommen werden möchte“, erläutern Ulrike Jaehn und Bärbel Meyer die Idee des alternativen Mobilitätskonzeptes. Dass es sich um eine Mitfahrbank handelt, ist in großen roten Lettern auf einem angeschraubten Schild zu lesen.

Dirk Becker findet das Agenda-Engagement ganz wunderbar. Ebenso wie die Initiatorinnen hofft der Bürgermeister, dass viele Menschen Gebrauch vom kostenlosen Mitfahrservice machen und sich ebenso viele Autofahrer bereiterklären, jemanden mitzunehmen. Die Umsetzung sei nicht einfach gewesen, berichtet Ulrike Jaehn von Vorschriften, die eingehalten werden mussten. „Die Bank durfte nicht an einer Bushaltestelle stehen, Autos sollten gefahrlos anhalten können.“ Zudem sollten das Schild und die Bank von der Straße aus gut einsehbar sein.

In Währentrup habe sich mit einer ehemaligen Haltestelle mit geeignetem Podest ein idealer Standort finden lassen. „Schwieriger war es, in der Altstadt eine Abfahrgelegenheit zu finden.“ Nah am Rathaus, am Einkaufsmarkt und am Ravensberger Haus sollte die Bank stehen. Nach vielen Gesprächen wurde der Platz an der Ravensberger Straße 5 gefunden. Hier ist der Bürgersteig breit genug, um noch ausreichend Platz auch für Rollstühle, Kinderwagen und Rollatoren zu haben.

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