Gemeinsam einen Garten nutzen

Karin Prignitz

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Wollen loslegen: Die Interessengemeinschaft (IG) Süd, hier vertreten durch Helga von der Eltz (links), unterstützt das Vorhaben eines gemeinschaftlichen Gartens. Berta Nhavoto, Nina Schönhals, Susanne Moser und Friederike David (von links) gehören zu denen, die hoffen, dass das Projekt realisiert werden kann. Foto: Karin Prignitz - © Karin Prignitz
Wollen loslegen: Die Interessengemeinschaft (IG) Süd, hier vertreten durch Helga von der Eltz (links), unterstützt das Vorhaben eines gemeinschaftlichen Gartens. Berta Nhavoto, Nina Schönhals, Susanne Moser und Friederike David (von links) gehören zu denen, die hoffen, dass das Projekt realisiert werden kann. Foto: Karin Prignitz (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Möhren und mehr hat Nina Schönhals früher, als sie noch in Russland lebte, für den Eigenbedarf angebaut. Auch die Familie von Berta Nhavoto aus Mosambik hat sich selbst versorgt mit Früchten, die gesät und geerntet wurden. In ihrem neuen Lebensumfeld müssen beide auf einen Garten verzichten – dabei hätten sie so gerne einen. Friederike David und Nina Schönhals haben eine Idee ausgeknobelt, wie auch andere Menschen ohne eigenen Garten schon bald zu Spaten und Harke greifen und Selbstversorger werden könnten.

Gemeinschaftsgärten heißt das Zauberwort, für das es in vielen anderen Städten rundherum bereits Vorbilder gibt. „Transition-Town Bielefeld", gegründet 2009, war eine der ersten Initiativen in Deutschland. Die seit 2015 existierenden Parzellen des „Garten-Kultur-Verein(t)" in Sieker sind ebenfalls von Anfang an begehrt gewesen. Auch deshalb, weil sich die Bewohner damit ein Stück Heimat geschaffen haben und Begegnung zwischen den Kulturen entstanden ist. Im Herbst vergangenen Jahres hat es dafür den Preis der Heinrich-Böll-Stiftung gegeben, die jährlich innovative Projekte aus Nordrhein-Westfalen auszeichnet.

Weiteres Beispiel ist ein seit einigen Jahren in Schloß Holte-Stukenbrock bestehender Bio-Gemeinschafts-Garten, den eine Reihe von Hobbygärtnern nutzen. Damit ähnliches bald auch in der Südstadt möglich ist, verfolgen die Initiatorinnen die Idee der Gemeinschaftsgärten. Am Projekt der Lokalen Agenda 21 Oerlinghausen können sich alle beteiligen, „die keinen eigenen Garten haben, aber vielfältige Erfahrungen von früher mitbringen", erläutert Friederike David. Angesprochen seien auch diejenigen, die sich im Gärtnern ausprobieren wollen.

Obst und Gemüse, Blumen und Kräuter könnten wachsen, Kindern könnte die Natur nähergebracht werden, ein Schulgarten entstehen oder eine „Arbeitsgemeinschaft Garten" gegründet werden. Zudem könnte das Miteinander im Quartier bereichert, die Lebensqualität gesteigert und die Nachbarschaft gefördert werden.

Vorstellungen und Hoffnungen gibt es viele. „Im Dezember haben wir sie zum ersten Mal vorgestellt", erzählt Friederike David von der Einladung der Stadt zu einer Dialogveranstaltung anlässlich der geplanten Gestaltung der „Neuen Mitte" in der Südstadt. „Wir sind auf offene Ohren gestoßen, alle fanden die Idee gut."

Noch aber fehlt ein entscheidendes Kriterium: das Gartenland, auf dem all das umgesetzt werden kann. Die Stadt schaue derzeit, ob es irgendwo geeignete Flächen gibt. Ansprechen wollen die Initiatorinnen auch die Kirchengemeinden oder die im Ortsteil vertretenen Wohnungsgesellschaften. Durchaus vorstellbar sei außerdem, dass ältere Menschen, die ihren Garten nicht mehr bewirtschaften können, einen Teil davon abgeben. „Sobald die erste Fläche verbindlich in Aussicht gestellt ist, laden wir zu einem Sommer-Südstadt-Garten-Fest ein", kündigen Friederike David und Nina Schönhals an. Ausdrücklich unterstützt wird das Vorhaben von der Interessengemeinschaft (IG) Süd.

Am Dienstag, 10. April, ab 19 Uhr gibt es ein erstes Vorbereitungs- und Austauschtreffen für Interessierte in den Räumen der Südstadtschule. Die Internetseite der Interessengemeinschaft Oerlinghausen-Süd (http://igsued.de) steht als „Plattform" für Informationen und Diskussionen zur Verfügung. Dort gibt es auch aktuelle Informationen. Projekt-Kooperationen gibt es außerdem mit der Pflanzentauschbörse, der Südstadtschule, dem Förderverein Südstadtschule, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde (Bonhoeffer-Haus), der Arbeiterwohlfahrt, der Mennoniten-Brüdergemeinde Oerlinghausen, dem NABU, der Talente-Tausch-Börse sowie der Stiftung „anstiftung" und anderen.

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