Gutachter stellen Ergebnisse zum kommunalen Klimaschutz vor

"Oerlinghauser Klimakonferenz""Das Konzept soll kein Papiertiger bleiben"

Von Karin Prignitz

Oerlinghausen. Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für das Klimaschutzkonzept der Stadt . Während der "Oerlinghauser Klimakonferenz" sind die bisher gewonnenen Erkenntnisse jetzt vorgestellt worden.

Experten-Workshops hat es gegeben und Interviews, zwei runde Tische. Mittlerweile ist die Energie- und CO2-Bilanz gezogen, eine Potentialanalyse erstellt, ein Maßnahmenkatalog erarbeitet worden. "Ich bin erleichtert, dass es endlich losgeht", sagt der städtische Beigeordnete Hans-Jörg Düning-Gast im Bürgerhaus. Rund 60 Besucher, darunter 14 vom InGE-Team (Initiative Grüne Energie) sind gekommen, um sich von Vertretern des Gutachterbüros "B.A.U.M Consult" auf den aktuellen Stand der Dinge bringen zu lassen und von Vertretern der Stadt und der Stadtwerke zu hören, wie es weitergehen soll.

Denn eines, das stellt Moderatorin Petra Voßebürger von der IKU GmbH aus Dortmund klar, soll auf keinen Fall eintreten: "Das Konzept soll kein Papiertiger bleiben."

Philip Mihajlovic von "B.A.U.M. Consult" stellt die lokale Perspektive vor. Festgestellt worden ist unter anderem, dass die privaten Haushalte mit 33 Prozent, die Wirtschaft mit 26 Prozent und der Bereich Verkehr mit 39 Prozent die erheblichsten Anteile am Gesamtenergieverbrauch haben. Folge: Soll das Ziel der Energie-Autarkie erreicht werden, bedarf es erheblicher Anstrengungen. Allen voran geht es um Effizienzsteigerung in Wohn- und Nichtwohngebäuden.

Die Gutachter empfehlen eine Gebäudeenergieberatungsstelle, außerdem den Aufbau eines Gewerbenetzwerkes und einen Klimaschutzmanager.

Bei Windkraft, Sonnenenergie und Geothermie weise Oerlinghausen erhebliches Ausbaupotential auf. Besondere Herausforderung sei zudem der Verkehrsbereich. .

Allgemeiner Tenor: Nur gemeinsam können die Vorhaben umgesetzt werden. Hans-Jörg Düning-Gast: "Es geht nicht ohne die Bürger und einen Konsens."

Petra Voßebürger nutzt die Chance, fragt in die Runde, "wer sich denn eventuell vorstellen könnte, in den Arbeitskreisen mitzumachen". 20 Finger zeigen spontan auf. Vertreter der großen in Oerlinghausen ansässigen Firmen sind nicht zur Klimakonferenz erschienen. Hans-Jörg Düning-Gast hofft, dass sie stattdessen in der Arbeitsgruppe vertreten sein werden. "Kernfrage ist, ob diese Gruppe effektiv sein kann."

Am 15. März wird das Konzept und werden die bis dahin eingegangenen Ergänzungen im Umweltausschuss diskutiert und von dort mit einer Empfehlung an den Rat verwiesen. Am 29. März soll das Klimaschutzkonzept verabschiedet werden.

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