Helpup verliert einen Lebensmittelmarkt im Ortskern

Rewe-Filiale zieht nach Lage

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Filialleiterin Bianca Schmidt übernimmt den Markt in Lage-Müssen. - © Archivfoto: Gringel
Filialleiterin Bianca Schmidt übernimmt den Markt in Lage-Müssen. (© Archivfoto: Gringel)

Oerlinghausen-Helpup (gri). Jetzt steht es fest: Der Rewe-Markt in Helpup zieht weg. In Lage-Müssen wird ein neues Einkaufszentrum mit doppelt so viel Verkaufsfläche für das Markt-Team aus Helpup gebaut. Dass ein anderer Supermarkt in die Immobilie an der Bahnhofstraße einziehen wird, der die Nahversorgung übernimmt, ist unwahrscheinlich.

Der Eigentümer des Gebäudes will im Hintergrund bleiben. Über den städtischen Beigeordneten Hans-Jörg Düning-Gast lässt er auf Anfrage mitteilen, dass ihm keine Kündigung seitens des Konzerns vorliege. Dessen Plan, das Gebäude zu vergrößern und damit die Vorgaben des Konzerns zu erfüllen, kommt derweil nur schleppend voran. Zurzeit ist ein Lärmschutzgutachten in Auftrag.

Für einen Rewe-Markt schreibt der Konzern eine Mindestverkaufsfläche von 1.000 Quadratmetern vor. Filialleiterin Bianca Schmidt hatte nach eigenen Angaben seit mindestens zwei Jahren auf eine Vergrößerung der Verkaufsfläche gehofft. Geplant waren eingeschossige, seitliche Anbauten. An der Bahnhofstraße hat Schmidt derzeit 690 Quadratmeter Verkaufsfläche. "Das reicht nicht für das volle Sortiment." Am neuen Standort an der Landwehrstraße in Müssen stehen ihr fast 1.200 Quadratmeter zur Verfügung.

Alle 30 Mitarbeiter - fünf in Vollzeit, fünf in Teilzeit und 20 geringfügig Beschäftigte - nimmt die Filialleiterin mit an den neuen Standort. Sie hofft auch wegen der Großbaustelle Bahnhofstraße, so schnell wie möglich umziehen zu können. Voraussichtlich im November. Wie dann die Immobilie an der Bahnhofstraße genutzt wird, weiß sie nicht. Das teile sie auch ihren Kunden mit. "Gerade die Älteren, die in der Nähe wohnen, wollen wissen, ob sie hier weiter einkaufen können."

Nach Auskunft der "Rewe-Group" wird derzeit geprüft, ob ein konzerneigener Nahkauf geeignet wäre. Die Verkaufsfläche würde für ein "gestrafftes Lebensmittelangebot" ausreichen. Doch die Chancen stünden schlecht. Der Mietvertrag laufe bis 2015. "Es hat für uns keinen Sinn, dort für etwas mehr als ein Jahr einen anderen Markt zu eröffnen", sagt ein Konzernsprecher.

Genossenschaft

Bianca Schmidt leitet die Rewe-Filiale als selbstständige Kauffrau seit 2007. Diese Kooperation sei durchaus mit einem Franchising-Modell zu vergleichen, teilt Konzernsprecherin Anja Delang mit. Aber: "Wir sind eine Genossenschaft, der Filialleiter ist Anteilseigner." Deswegen sehen die einzelnen Geschäfte nicht gleich aus, wie es bei anderen Discountern mitunter der Fall ist. Auch das Sortiment könne der Filialleiter eigenständig bestimmen.

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