Klaus Beckmeier wirbt um Verständnis für notwendige Baumfällungen

Die Stadt führt genau Buch über die einzelnen Exemplare

Manfred Brinkmeier

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Sicher ist sicher: Klaus Beckmeier im Schlosspark mit dem Handheld-Computer, in dem alle städtischen Bäume erfasst sind. - © Manfred Brinkmeier
Sicher ist sicher: Klaus Beckmeier im Schlosspark mit dem Handheld-Computer, in dem alle städtischen Bäume erfasst sind. (© Manfred Brinkmeier)

Schieder-Schwalenberg. Rund 3.000 Bäume betreut die Verwaltung im Stadtgebiet. Sie stehen an Straßen, auf Friedhöfen, in Parks sowie auf Spiel- und an Sportplätzen – und auch an ihnen geht der Zahn der Zeit nicht spurlos vorüber. Baumfällungen rufen aber oftmals den Protest von Bürgern hervor.

Klaus Beckmeier, Abteilungsleiter Bauen, ist Ansprechpartner, wenn es um Bäume auf städtischen Flächen geht. „In den letzten Jahren mussten im Schlosspark immer wieder mal große Bäume gefällt werden. Sie hatten aber nun mal ihr Alter erreicht, auch wenn das Leuten nicht gefällt."

Deshalb bittet Beckmeier um Verständnis. „Wir haben auch eine Verkehrssicherungspflicht." So sei zum Beispiel das Eschentriebsterben auch in Schieder-Schwalenberg ein großes Thema. Dabei seien oftmals junge Bäume betroffen. Die müssten dann leider gefällt werden, weil zurzeit eine direkte Bekämpfung noch nicht möglich sei. Vor 20 Jahren habe das Ulmensterben für viel Aufregung gesorgt, gerade weil auch am Burgberg in Schwalenberg viele Ulmen gefällt werden mussten, erinnert sich Klaus Beckmeier.

Dass es ein ausführliches Verzeichnis über alle städtischen Bäume gibt, dafür sorgt Dirk Schröder. Der ausgebildete Gärtner ist besonders geschult und als Baumkontrolleur für den Baubetriebshof zuständig. Schröder hat vor rund acht Jahren die Bäume über GPS eingemessen. Inzwischen sind die Daten sehr ausführlich in einem sogenannten Handheld-Computer gespeichert. Das kleine Gerät hat Dirk Schröder bei seinen Kontrollgängen – sie finden sowohl im unbelaubten als auch im belaubten Zustand der Bäume statt – immer dabei.

„So sehe ich über die Jahre, was sich bei den einzelnen Bäumen verändert hat." Derzeit gebe es etwa 40 bis 50 Problembäume im Stadtbereich. Um auch in ganz schwierigen Fällen eine sachgerechte Entscheidung treffen zu können, werde ein Gutachter und/oder Förster hinzugezogen. Bei Gefahr im Verzug werde schnell gefällt. „Wir haben über die Jahre gelernt, damit umzugehen."

Ziel der Stadt sei, vorausschauend zu handeln, ergänzt Klaus Beckmeier. „Die Fällung der Malereiche in Schwalenberg hat uns einiges gelehrt. Das hat dazu geführt, dass ich verantwortlicher Ansprechpartner bin. Und diese Aufgabe nehme ich sehr ernst." Es gehe dabei aber nicht nur um die Verkehrssicherungspflicht, sondern auch um eine vernünftige, zukunftsgerechte Planung. Beckmeier: „Bäume stehen oftmals zu eng. Sie müssen sich aber entwickeln können, so dass wir Schritt für Schritt auch Bäume rausnehmen. Wir gehen aber schon sehr sensibel damit um."

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