Jugendzentrum Church unter neuer Leitung

Das Jugendzentrum Church in Schwalenberg hat einen neuen Sozialpädagogen: Sören Langkrär im Interview

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Für den neuen Sozialpädagogen Sören Langkrär des Jugendzentrums Church ist die Arbeit mit den Jugendlichen mehr als Jux und Dollerei.  - © Brettmeier
Für den neuen Sozialpädagogen Sören Langkrär des Jugendzentrums Church ist die Arbeit mit den Jugendlichen mehr als Jux und Dollerei.  (© Brettmeier)

Schieder-Schwalenberg. Das Jugendzentrum Church in Schwalenberg hat wieder eine Leitung: Der Sozialpädagoge Sören Langkrär ist der Nachfolger von Vanessa Haarmann, die im Dezember die Einrichtung nach sechs Jahren verlassen hatte. Mit der LZ sprach der 27-Jährige über seine Ziele, Wünsche und neue Wege.

Herr Langkrär, willkommen in Schwalenberg. Wie waren die ersten Wochen an Ihrer neuen Wirkungsstätte?

Sören Langkrär: Ingo Gierschner hat mich perfekt eingearbeitet. Wir waren am ersten Tag beim Bürgermeister in Schieder. Da wurde ich super empfangen und aufgenommen. Er hat mir sofort signalisiert, dass man auf seine Unterstützung zählen kann und ein echtes Interesse an der sozialen Arbeit und der Jugendarbeit besteht. Ich hatte ebenfalls die Möglichkeit, mich mit der Leitung des Jugendzentrums in Schieder auszutauschen. Dieser Kontakt ist mir sehr wichtig, da wir die Kooperation weiterführen wollen.

Sie treten ein schweres Erbe an. Ihre Vorgängerin Vanessa Haarmann hat hier viele Projekte angestoßen. Mit welchem Anspruch sind Sie hierher gekommen?

Langkrär: Also, ich bin erst einmal ganz offen hierhergekommen. Ohne Vorstellungen oder Ansprüche. Sicher sind die Fußstapfen, in die ich hier trete, groß. Aber ich will mich ganz auf das einlassen, was so kommt. Ich komme aus der Schulsozialarbeit, habe in Göttingen am Gymnasium gearbeitet und habe vorher ja noch nichts im Bereich der offenen Jugendarbeit gemacht. Der Name "offene Jugendarbeit" sollte Programm sein und das auch durch mich vermittelt werden. Die Kinder und Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben, das Programm mitzugestalten.

Sie haben in Göttingen gearbeitet. Jetzt sind Sie auf dem Land. Ist die Jugendarbeit in einer Stadt sehr viel anders als auf dem Land?

Langkrär: Ich glaube, es ist in der Stadt vielleicht nicht ganz so persönlich wie auf dem Land. In der Stadt arbeitet man eher zielgruppenorientierter. Hier schaut man genau hin und guckt: Wo ist der Jugendliche? Wo muss oder kann ich das Kind in einer bestimmten Phase abholen?

Warum haben Sie sich für die Arbeit mit Jugendlichen entschieden?

Langkrär: Ich habe in der 9. Klasse ein Praktikum im Kindergarten gemacht, und das hat mir sehr gut gefallen. Da hatte ich noch gar keine Idee, was ich später einmal machen möchte. In meiner Freizeit habe ich aber im Verein schon Jugendgruppen trainiert und wusste daher, dass mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß macht. Nach meinem Abitur habe ich dann Soziale Arbeit studiert. Das Fordern und Fördern der Kids ist mir wichtig und macht diesen Beruf so interessant. Während des Studiums habe ich noch weitere Praktika gemacht.

Gibt es spezielle Schwerpunkte in Ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen?

Langkrär: Meine Intention ist, alles etwas sportlicher zu gestalten. Auch wollen wir die Jugendlichen wieder mehr ins Boot holen und mit ihnen gemeinsam neue Dinge erarbeiten.

Welche neuen Dinge wollen Sie in Zukunft in Angriff nehmen?

Langkrär: Ideen habe ich eine ganze Menge. Zunächst möchte ich mehr medienpädagogisch arbeiten. Die Kinder sollen den "richtigen" Umgang mit den Medien kennen lernen. Ich würde gerne Schulungen anbieten, vielleicht auch sogar in Zusammenarbeit mit den Eltern. Ein weiterer Schwerpunkt soll die HIV-Prävention werden. Ich denke, dass dieses Thema mittlerweile schon fast unter den Tisch fällt und gerade im ländlichen Raum ein wenig tabuisiert wird. Eventuell lassen sich über Schulungen und Workshops auch Jugendliche zu Multiplikatoren ausbilden, und so können diese ihr Wissen an andere weitergeben.

Als neuer Pädagoge müssen Sie sich erst einmal hier einleben. Aber auch die Kinder müssen sich an Sie gewöhnen. Wie reagieren die auf ihren neuen Ansprechpartner?

Langkrär: Die Kinder suchen den Kontakt zu mir. Auch haben sich mehrere schon wegen des Sommerferienprogramms bei mir gemeldet. Einige fußballbegeisterte Jungs haben ihre Wünsche bezüglich sportlicher Aktionen angemeldet. Zurzeit planen wir eine Hamburg-Reise mit ein wenig Kultur und natürlich Sightseeing.

Welche Wünsche haben Sie für die nächste Zeit?

Langkrär: Möglichst aktiv sein. Bei den Kindern und Jugendlichen gut ankommen und natürlich auch bei den Eltern. Ich möchte den Kontakt und Zugang finden und würde mich freuen, wenn sowohl die Kinder als auch die Eltern mit ihren Wünschen oder Anregungen zu mir kommen und wir das Haus hier mit viel Leben füllen.

Das Interview führte LZ-Mitarbeiterin Maren Brettmeier.

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