Brückensanierung bei Glashütte zieht sich hin

Patrick Bockwinkel

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Blick unter das Bauwerk: Um die Widerlager auszutauschen, auf denen die Brücke über die Eisenbahnstrecke zwischen Schieder und Lügde ruht, müssen die Betonpfeiler eingerüstet werden. - © Kreis Lippe
Blick unter das Bauwerk: Um die Widerlager auszutauschen, auf denen die Brücke über die Eisenbahnstrecke zwischen Schieder und Lügde ruht, müssen die Betonpfeiler eingerüstet werden. (© Kreis Lippe)

Schieder-Schwalenberg/Glashütte. Seit Anfang Mai sind die Glashütter vom Hauptverkehr abgeschnitten. Dort wird die Brücke über die Eisenbahnstrecke in der Nähe der Schieder-See-Staumauer aufwendig modernisiert. Ende Oktober sollten die Arbeiten abgeschlossen sein. Doch daraus wird nichts.

„Die Bauarbeiten werden leider vier Wochen länger dauern als geplant", berichtet Thomas Hilker vom Eigenbetrieb Straßen des Kreises Lippe auf Anfrage der LZ. Er bedauere die Verzögerung sehr, die auf mehrere Ursachen zurückzuführen sei.

Da es an den Brückenlagern Schäden gibt und am westlichen Widerlager Setzungen entdeckt wurden, musste der Untergrund unter dem Betonbauwerk stabilisiert werden. Auf den beiden Widerlagern – mächtige Gebilde aus Beton – ruht die 80 Meter lange, 6 Meter hohe und knapp 13 Meter tiefe Brücke. Senkt sich eine der beiden Stützen, gerät das gesamte Bauwerk unter Spannung, durch die sich Risse bilden können.

Um die Standsicherheit wieder herzustellen waren mehrere Boden-Bohrungen notwendig. Dabei kam dem Bauunternehmen Eiffage – dem Straßenerhaltungspartner des Kreises Lippe – der Dauerregen in der Anfangsphase des Sommers in die Quere. Durch den aufgeweichten Boden hätten die Stabilisierungsarbeiten laut Hilker einfach viel länger gedauert als geplant. Darüber hinaus musste eine zusätzliche Baustraße aus Schotter errichtet werden, die an einer Seite der Brücke die Böschung hinunter zu den Betonpfeilern führt, um besser an diese heranzukommen.

Im weiteren Verlauf seien weitere Schäden aufgetaucht, die vorher bei den Überprüfungen der Brücke nicht zu sehen gewesen seien. „Nach Abbruch der Kammerwände an beiden Widerlagern wurden Schäden im Bereich der Endquerträger entdeckt", berichtet Hilker. Weitere schadhafte Stellen seien in der Folge im Beton festgestellt worden, die erst einmal beseitigt werden mussten. All das habe in Summe zu der Verzögerung geführt.

Zurzeit würden die Brückenlager ausgetauscht. Übernächste Woche soll die Baustraße verschwinden. Anschließend könnten die Straßenbauarbeiten (Ergänzung der Frostschutzschicht aus Schotter, der Tragschicht und Einbau der Fahrbahndecke) beginnen und die Schutzplanken wieder aufgestellt werden.

Ende November soll der Autoverkehr wieder fließen. „Die dann noch anstehenden Restarbeiten können ohne Vollsperrung vorgenommen werden", erklärt Thomas Hilker.

Information
Vertrag bis 2033
Die Kosten für die Sanierung der Brücke werden auf etwa 1,6 Millionen Euro geschätzt. Diese fallen aber nicht direkt beim Kreis Lippe als Eigentümer der Kreisstraße 62,1 an. Durch den Vertrag mit mit dem Straßenerhaltungspartner Eiffage Infra-Bau OWL GmbH ist die Modernisierung der Brücke dessen Bau- und Kostenstelle.

Seit Juli 2009 ist Eiffage, eine Tochter eines französischen Bauunternehmens, für die Instandhaltung der kreiseigenen 435 Kilometer Straßen, 124 Kilometer
Rad- und Gehwege, 96 Brücken und 65 Stützbauwerke verantwortlich. Der Vertrag läuft bis 2033. Bis dahin ist eine Zahlung von
135 Millionen Euro Brutto vereinbart, zunächst über 7 Millionen jährlich, später weniger.

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