Beim Spielmannszug Brakelsiek machen viele junge Menschen Musik

Die lustige Truppe legt Wert auf Abwechslung und sucht weitere Mitstreiter

Torben Gocke

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Im Takt: Die Mitglieder des Spielmannszuges Brakelsiek üben zum Takt von Dirigent Björn Jockwig. - © Torben Gocke
Im Takt: Die Mitglieder des Spielmannszuges Brakelsiek üben zum Takt von Dirigent Björn Jockwig. (© Torben Gocke)

Schieder-Schwalenberg/Brakelsiek. Smartphones aus, Noten aus der Tasche und ab an die Instrumente: Wenn der Spielmannszug Brakelsiek probt, führt Dirigent Björn Jockwig ein straffes, aber dennoch amüsantes Regiment.

Dabei fällt eines sofort auf. Im Gegensatz zu anderen Musikgruppen besteht der Spielmannszug Brakelsiek zu einem großen Teil aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dennoch wünschen sich die Mitglieder weitere Verstärkung, um auch in Zukunft für Konzerte und Aufritte gut aufgestellt zu sein.

„Wir sind eine lustige Truppe und freuen uns wirklich über jeden, der mitmachen möchte", fasst es die Schriftführerin Jennifer Roehl während der Probe zusammen, als Dirigent Björn Jockwig den Taktstock für eine kleine Pause beiseite legt. „Wir haben eigentlich alle Altersgruppen bei uns vertreten und pflegen eine locker-entspannte Gemeinsamkeit bei unseren Treffen." Was genau das bedeutet, ist im weiteren Verlauf der Übungseinheit zu erleben.

Im Takt: Die Mitglieder des Spielmannszuges Brakelsiek üben zum Takt von Dirigent Björn Jockwig. - © Torben Gocke
Im Takt: Die Mitglieder des Spielmannszuges Brakelsiek üben zum Takt von Dirigent Björn Jockwig. (© Torben Gocke)

Im Parforceritt führt Björn Jockwig seine Musiker durch den Ablauf der Probe – zwischen den einzelnen Stücken gibt es lediglich die kurzen Ansagen dazu, welche Noten jetzt gleich gespielt werden. Die Routiniers an den Instrumenten folgen in vertrauter Manier dem Taktstock und geben an Flöten und Schlaginstrumenten alles.

Deutlich wird dabei auch, was der Dirigent damit meint, wenn er sagt: „Um als Spielmannszug für Jüngere attraktiv zu sein, versuchen wir natürlich, Stücke im Angebot zu haben, die nicht jeder hat." Der martialisch-musikalische Schlachtruf des britischen Empire, „The British Grenadiers" steht während der Probe ebenso auf dem Ablaufplan wie Unorthodoxes und Ungewöhnliches.

Unter anderem erklingen das Chianti-Lied, „Eviva España" oder auch „Scotland the Brave", Rock-Songs der Toten Hosen oder das Titellied zu Pippi Langstrumpf. „Für Neues sind wir eigentlich immer offen, und es gibt wenig bis gar nichts, was wir nicht probieren würden", sagt der Dirigent. Erlaubt sei, was gefällt und was die Instrumente hergeben. Zur Stärkung des Wir-Gefühls organisiert der Spielmannszug außerdem gemeinsame Ausflüge und Touren für seine Mitglieder. „Gerne zu Orten, die einen Bezug zu dem haben, was wir hier musikalisch tun", so Jennifer Roehl. So ging es in der Vergangenheit etwa zu einem Konzert der Toten Hosen oder den Karl-May-Festspielen.

Mitmachen bei den Brakelsieker Musikanten dürfen Kinder ab zehn Jahren. „Musikalische Vorkenntnisse sind dazu nicht erforderlich", versichert der Dirigent. Jeder, der neu mit der Materie in Berührung komme, erhalte bei den Musikern zunächst eine intensive Einweisung im jeweiligen Register, bevor es dann in die gemeinsame Probe geht. „Was in der Regel sehr schnell passiert. Gerade Kinder machen an den Instrumenten schnelle Fortschritte", weiß Roehl.

Information
Schwere Zeiten in den 1960ern
Der Spielmannszug Brakelsiek besteht bereits seit 107 Jahren. 1909 traten zu den Festen in Brakelsiek erstmals drei Spielleute auf, die später am Aufbau der Gruppe maßgeblich beteiligt waren. Schwere Zeiten erlebte der Verein in den 1960er-Jahren, als er nach mehreren Austritten beinahe von der Bildfläche verschwunden wäre.

Der 100. Vereinsgeburtstag wurde 2009 mit einem zweitägigen Jubiläumsfest gefeiert. Weitere Informationen gibt es unter http://www.sz-brakelsiek.de

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