Brücke bei Glashütte wird freigegeben

Donnerstag werden die letzten Sperren abgebaut

Patrick Bockwinkel

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Frostiges Bild: Der Gleisüberhang am Regelweg führt zum Nordufer des Schieder-Sees, der im Hintergrund zu erkennen ist. Die Bahn möchte die Schienenquerung gerne zurückbauen. - © Vera Gerstendorf-Welle
Frostiges Bild: Der Gleisüberhang am Regelweg führt zum Nordufer des Schieder-Sees, der im Hintergrund zu erkennen ist. Die Bahn möchte die Schienenquerung gerne zurückbauen. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Schieder-Schwalenberg. Wer häufiger am Schieder-See spazieren geht, der wird den kleinen Bahnübergang am Regelweg an der Nordseite des Gewässers kennen. Durch diese Verbindung können Fußgänger, Wanderer und Radfahrer etwa auf der Hälfte des Sees zur Hainbergstraße gelangen, oder von dort in Richtung Gewässer gehen. Doch damit könnte es bald vorbei sein.

Die Deutsche Bahn plant, den Übergang im kommenden Jahr zu beseitigen und fordert die Stadt auf, sich an den Kosten dafür zu beteiligen. Als Bürgermeister Jörg Bierwirth ein Brief der Deutschen Bahn auf den Tisch geflattert war, sei er in Bezug auf die Kosten aus allen Wolken gefallen. Nach Auffassung der Bahn werde der Übergang nach dem Bau der Umflut als Zufahrt zum Schieder-See nämlich nicht mehr benötigt. Außerdem müsse in die Sicherheitstechnik des in erster Linie von Fußgängern, Wanderern und Radfahrern und eher selten von Autos genutzten Übergangs investiert werden. Das sei zu teuer, weshalb sich die Bahn für einen Rückbau im nächsten Jahr entschieden habe. Die Stadt Schieder-Schwalenberg soll sich mit rund 37.500 Euro an den Kosten beteiligen.

Dabei beruft sich das Unternehmen auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz, in dem unter anderem die Aufteilung der Ausgaben für einen Rückbau geregelt ist. Demzufolge müssen der Baulastträger des Schienenweges - in diesem Fall also die DB Netz AG -, der Baulastträger der kreuzenden Straße - für den Regelweg also die Stadt Schieder-Schwalenberg - sowie das Land oder der Bund jeweils ein Drittel der Kosten übernehmen. "In diesem Fall hat die Bahn aber die Rechnung ohne den Bierwirth gemacht", erklärt der Bürgermeister.

Denn der Regelweg gehört nur zu einem Teil der Stadt. "Unser Stück beginnt an der Kreuzung mit der Hainbergstraße und endet unmittelbar vor dem Bahnübergang. Das danach folgende Stück befindet sich als Privatweg im Eigentum der Erholungszentrum Schieder GmbH", erklärt Bierwirth. Er ist überzeugt: "Da keine unserer Straßen den Bahnübergang kreuzt, können wir auch nicht zur Kostenbeteiligung herangezogen werden."

All das habe er der DB Netz AG bereits telefonisch und schriftlich mitgeteilt. Eine Reaktion habe er darauf nicht erhalten. Die LZ fragte beim Unternehmen nach, wie es die Haltung der Stadtverwaltung bewerte und wie es damit umgehen wolle. "Da wir uns bezüglich der Finanzierung noch in Abstimmung mit der Stadt befinden, können wir dazu noch keine Aussage treffen", teilte ein Bahnsprecher mit. Bierwirth dazu: "Da ich seit mehreren Wochen nichts gehört habe, habe ich die Unterlagen nun an die DB Netz AG zurückgeschickt. Ich gehe davon aus, dass die Sache erledigt ist."

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Diese Nachricht dürfte vor allem die Einwohner von Glashütte freuen: Das Leben mit der Großbaustelle vor der Haustür hat nämlich ein Ende. Am morgigen Donnerstag wird im Verlauf des Tages die Vollsperrung der Brücke über die Bahnlinie am Ostufer des Schieder-Sees aufgehoben, teilt der Kreis Lippe auf LZ-Anfrage mit. Mitte Mai war mit der umfangreichen Sanierung des Bauwerks begonnen worden, dessen Standsicherheit in Gefahr war. Dafür musste die Brücke voll für den Autoverkehr gesperrt werden, wodurch die Glashütter mal wieder von einer wichtigen Verbindungsstrecke abgeschnitten waren. Eigentlich sollten die Bauarbeiten bereits abgeschlossen sein. Doch im Verlauf der Sanierung waren mehrere Probleme aufgetaucht, weswegen die Fertigstellung um einige Wochen nach hinten verlegt werden musste.

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