Bernd Munko gibt den Vorsitz von „Der Tisch in Schieder-Schwalenberg“ ab

André Gallisch

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Vorsitzender Bernd Munko füllt das Kühlregal beim „Tisch" in Schieder-Schwalenberg mit Pudding. Nach acht Jahren Vorsitz steht der 74-Jährige im März nicht wieder für dieses Amt zur Wahl.  - © André Gallisch
Vorsitzender Bernd Munko füllt das Kühlregal beim „Tisch" in Schieder-Schwalenberg mit Pudding. Nach acht Jahren Vorsitz steht der 74-Jährige im März nicht wieder für dieses Amt zur Wahl.  (© André Gallisch)

Schieder-Schwalenberg. Seit acht Jahren versorgt „Der Tisch in Schieder-Schwalenberg" bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. Bernd Munko war von Anfang an mit dabei und hat den Verein mit aus der Taufe gehoben. Bei der Jahreshauptversammlung wollen der Vorsitzende und seine Stellvertreterin Doris Heißenberg die Geschicke des „Tischs" in jüngere Hänge legen. Doch Nachfolger sind bislang nicht in Sicht.

Um den Fortbestand des Vereins zu sichern, sollte sich möglichst jemand aus Schieder-Schwalenberg finden, der diese wichtigen Aufgaben übernehmen mag. „Wenn es gewünscht wird, werde ich gern auch weiter helfen", sagt Bernd Munko dem neuen Vorstand seine Unterstützung sowie die Einarbeitung in Abläufe und bestehende Kontakte zu Lebensmittelmärkten und anderen Spendern zu. Doch in der ersten Reihe wird der mittlerweile 74-Jährige aus privaten Gründen nicht mehr agieren. „Ich bin auch ein wenig am Ende mit meinen Kräften", berichtet Munko, der auch in der Flüchtlingshilfe sehr engagiert ist. Sollte sich bis März kein neuer Vorstand finden, stehe letztlich die Existenz des Vereins auf dem Spiel. „Für die versorgten Menschen wäre es eine Katastrophe", ist Bernd Munko überzeugt.

Gleichzeitig hält er es auch für den „Tisch" für erforderlich, dass eine neue Führungsriege „frisches Blut und neue Ideen" einbringe und umsetze. Dabei können die „Neuen" auch auf bewährte Vorstandsmitglieder aufbauen. Kassierer Mohammad Gul und sein Stellvertreter Walter Maertens stellen sich im März noch einmal zur Wahl. Bernd Munko, Vorsitzender seit der Gründung 2009, hatte schon nach vier Jahren einen Wechsel in der Position des Vorsitzenden angestrebt. „Zwei Mal habe ich mich dann noch zum Weitermachen überreden lassen", blickt er auf eine anstrengende Zeit, die ihm aber auch viel gegeben habe, zurück. Doch ein weiteres Mal stehe er definitiv nicht zur Wahl.

Die ersten Überlegungen zu einer solchen Einrichtung, so erinnert sich Bernd Munko, habe es schon 2008 gegeben. „Damals haben wir festgestellt, dass etwa 30 Familien aus Schieder mit entsprechender Berechtigung zur Tafel nach Blomberg gingen", so Munko. So ein Angebot wollte man dann auch in Schieder schaffen. Zunächst habe man sich der bundesweit organisierten „Tafel" anschließen wollen. Nicht zuletzt aus Kostengründen – „Die Tafel" fordere einen jährlichen Beitrag ein – habe man sich entschlossen, mit dem „Tisch" ganz eigenständig zu bleiben. Trotzdem gibt es Kooperationen mit benachbarten Organisationen, zum Beispiel mit dem Steinheimer „Tisch" und der „Tafel" in Blomberg. „Da bekommen wir etwas, wenn die Lebensmittel übrig haben und umgekehrt", erläutert Bernd Munko das Miteinander.

Kostenlose Lebensmittel für 250 Menschen

Vor acht Jahren hat „Der Tisch in Schieder-Schwalenberg" damit begonnen, überschüssige Lebensmittel für bedürftige Menschen bereitzustellen. Anfangs wurden etwa 35 anspruchsberechtigte Haushalte mit 70 Personen unterstützt. Vereinsvorsitzender Bernd Munko hatte bei Sozial- wie Arbeitsamt seinerzeit erfahren, dass es in Schieder-Schwalenberg rund 800 anspruchsberechtigte Personen gebe.

„Die Zahl ist auch heute in etwa gleich", berichtet er. Allerdings nutzten längst nicht alle das Angebot des „Tischs". Dessen rund 70 Mitglieder versorgen mittlerweile mehr als 100 Haushalte mit bis zu 250 Personen. Die Lebensmittel werden von umliegenden Supermärkten und Bäckereien abgeholt. Die angemeldeten Bedürftigen erhalten einen besonderen Ausweis und können sich zweimal pro Woche eine bestimmte Menge Lebensmittel abholen. Die Ausgabe erfolgt am Dienstag (nur Brot und Brötchen) von 16.30 bis 17 Uhr und Freitag (Lebensmittel) von 15 bis 16.30 Uhr in den Räumen an der Schwalenberger Straße.

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