Druckgraphik-Ausstellung des Schwalenberger Kunstvereins

Barbara Luetgebrune

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Im Robert-Koepke-Haus: „Justus" mit einer der großformatigen Lithografien von Norbert Tadeusz. - © Bernhard Preuss
Im Robert-Koepke-Haus: „Justus" mit einer der großformatigen Lithografien von Norbert Tadeusz. (© Bernhard Preuss)

Schieder-Schwalenberg. Bei vielen Künstlern, die eigentlich in anderen Genres unterwegs sind, hat die Druckgraphik einen hohen Stellenwert – allerdings steht sie eher selten im Fokus. Grund genug für den Kunstverein Schwalenberg. aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens das Augenmerk auf vier aktuelle druckgraphische Positionen von Künstlern zu lenken.

„Bei vielen Künstlern ist es so, dass sie sich über ihr Hauptwerk definieren – dass die Druckgraphik sie aber dennoch nicht loslässt", sagt „Justus" (so der Künstlername), der die Ausstellung im Robert-Koepke-Haus konzipiert hat. Zum Beispiel Hartmut Neumann. Früher seien Tiere zentrales Sujet seiner Malerei gewesen – inzwischen finden sich die Tiermotive in seinen Druckgraphiken. Anatomisch korrekt und sehr exakt kommen die Tiere daher, beinahe wissenschaftlich. Stimmt, bestätigt Justus: „Hartmut Neumann will eine Enzyklopädie schaffen."

Ganz anders in den Arbeiten von Fabian Lehnert. Auch in seinem Schaffen spielen Tiere eine zentrale Rolle, allerdings bettet er sie in fabel- und märchenhafte Zusammenhänge sein. Die Tiere selbst existieren dabei zum Teil durchaus so, wie er sie abbildet. Allerdings gehen sie in den oft prähistorisch anmutenden Landschaften rätselhaften Tätigkeiten nach.

Die großformatigen Lithographien des renommierten Malers Norbert Tadeusz, der vor sechs Jahren verstorben ist, kommen durchaus malerisch daher. Sie faszinieren mit kühner Linienführung und ausdrucksstarker Farbigkeit.

Schwarz-weiß geht es in den Radierungen von Justus zu. Sie sind allesamt im Verlaufe von zehn Jahren in der Reihe „Akte im Atelier" entstanden und zeichnen eindrucksvoll nach, wie sich das Interesse des Künstlers von der Figur selbst immer stärker hin zur Aufteilung von Fläche entwickelt hat. Ihre Spannung generieren die Arbeiten aus der Kombination der dynamischen Körper mit geometrischen Formen.

Die Ausstellung ist im Haus am Polhof 1 noch bis zum 27. August zu sehen, und zwar dienstags bis samstags von 14.00 bis 17.30 Uhr, sonntags auch von 10.00 bis 12.00 Uhr.

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