Eltern und externer Träger sollen es unabhängig vom Gerichtsentscheid ermöglichen
Bad Salzuflen/Werl-Aspe. Die Gesamtschule steht. Gymnasium und Hauptschule Aspe dürfen nun nicht mehr mitmachen. Spannend bleibt die Anmeldung der jetzigen Viertklässler trotzdem. Wie stark werden die übrigen Schulen?
Eine Antwort auf diese Frage hat Edmund Welslau, Chef des städtischen Fachbereichs Schule, noch nicht. Nach seinen Informationen kamen ins Lohfeld sowie zur Realschule in Aspe bislang lediglich vereinzelt Eltern. "Es sind noch keine Trends zu erkennen", betont Welslau. Zeit ist auch noch bis Freitag kommender Woche. Womöglich, so Welslaus Vermutung, haben viele erst einmal abgewartet, ob die Gesamtschule tatsächlich zustande kommt.
Kleiner werden dürfte die Asper Realschule. Laut Schulentwicklungsplan kommt sie nur noch auf drei Klassen (maximal 90 Schüler nach jeweils 120 in den vergangenen beiden Jahren). Für möglich hält Welslau, dass zwischen den beiden Realschulen noch ein Austausch stattfinden müsse. Beim Brandes-Gymnasium ist offen, ob es vier- oder fünfzügig geführt wird. Im zurückliegenden Jahr meldeten sich in Aspe und im Lohfeld zusammen 140 angehende Gymnasiasten an. Doch laut Christiane Höke, Leiterin der neuen Gesamtschule, wird auch sie Kinder aufnehmen, die von ihrer Grundschule eine gymnasiale Empfehlung bekommen haben.
Die Zahl ist laut Edmund Welslau "nicht unerheblich". Stabile Verhältnisse, ja möglicherweise sogar eine dritte Eingangsklasse, erwartet die Hauptschule im Zentrum Lohfeld. Sowohl Ab- als auch Zusagen hat die Gesamtschule inzwischen verschickt. Der Anteil von Schülern mit ausländischer Herkunft liegt laut Höke bei etwa 20 Prozent, auch einige Lagenser werden die Schule besuchen. Das Verhältnis von Jungen zu Mädchen sei ausgeglichen. In Gründung ist bereits der Förderverein. Drei Kollegen hat Höke bereits – auf acht bis neun soll das Kollegium bis zum Schulstart anwachsen.
Bekanntlich klagt die Stadt vorm Verwaltungsgericht für den Ganztag. Falls bis zum Sommer keine Entscheidung gefallen ist, will Christiane Höke improvisieren. Drei Mal über den Mittag sollen die Schüler bleiben – die Chefin möchte Ergänzungsstunden dafür aufwenden, einen außerschulischen Träger sowie Eltern einbinden. In einer Pressemitteilung begrüßt die SPD das Zustandekommen der Gesamtschule, nachdem die Fraktion den Antrag dazu 2006 gestellt habe. "Ein vierjähriger Kampf geht erfolgreich zu Ende", schreibt Eduard Böger.
Das Votum für die Gesamtschule falle stark und eindrucksvoll aus. "Damit sind alle Unkenrufe widerlegt, Schüler mit gymnasialer Eignung oder Realschulbefähigung – wie immer man das nach der vierten Klasse ernsthaft feststellen will - würden an dieser Schulform nicht angemeldet", so der SPD-Fraktionschef weiter.
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