Bad Salzuflen. Weniger Autos, dafür Busse zum Nulltarif: Ein innovatives Rezept für lebendige Innenstädte hat die Volkshochschule im Umweltzentrum Heerser Mühle vorgestellt.
Udo Husemann, Vertreter des Arbeitskreises Verkehr der Initiative "Transition Town Bielefeld", hat die belgische Stadt Hasselt besucht und sich intensiv mit den Hintergründen eines visionären Verkehrskonzeptes auseinandergesetzt. Hasselt probiert seit 1997 aus, was passiert, wenn Autos weitestgehend aus der Innenstadt verbannt werden und dafür viele kostenlose Busse fahren. Es wurden Busspuren und Grünstreifen eingerichtet und somit die Feinstaub-Belastung erheblich gesenkt.
"Es herrscht deutlich mehr Leben auf der Straße seit Einführung des Konzeptes", verdeutlichte Udo Husemann. "Die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr ist um das Vierzehnfache gestiegen."
Husemann stellte die Übertragbarkeit auf Kommunen hier sowie wirtschaftliche Effekte und Finanzierungsmöglichkeiten dar. "Der Klimawandel zwingt uns über kurz oder lang, neue Wege zu gehen", gab auch Michael Motyka von "Transition Town Bielefeld" zu bedenken. Er hofft, dass das belgische Verkehrskonzept auch in Deutschland Schule macht. In Bad Salzuflen stießen die Referenten leider nicht auf offene Ohren. Der Abend war eher spärlich besucht.(hst)
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