Bad Salzuflen (rad). Endspurt für die Ferien - das bedeutet für manche auch einen Lern-Endspurt. Eine Reihe von Zweit- bis Sechstklässlern hat die sechs Wochen ohne Unterricht genutzt, um im Selbstlernzentrum an der Volkshochschule versäumten Stoff nachzuholen - und sich fürs neue Schuljahr fitzumachen.
Dabei helfen kindgerechte Computerprogramme, sagt Daniela Hertrampf, die die Kreiseinrichtung leitet. Mit einem arbeitet der Viertklässler, der versichert, das neue Angebot mache ihm durchaus Spaß. Am Mathe-Trainer "Lernvitamin Grundschule" sortiert er Zahlen zwischen 380 und 80 400. Er ist zum zweiten Mal da, erzählt er. "Meine Mutter hat mich darauf gebracht." Bei seinen Leistungen in Mathe und Deutsch gibt es noch Luft nach oben.
"Deutlich besser als Ballerspiele" sei diese Form der Arbeit am Computer, findet Hertrampf. Manche Eltern staunten, wie schnell ihr Nachwuchs sich mit den Programmen zurechtfinde. Doch die Software sei kindgerecht, etwa das "sehr verspielte" Englisch-Programm, in dessen Mittelpunkt eine schöne Fee steht.
25 Jungen und Mädchen nehmen an dem Ferienkursus teil, einige von ihnen machen nur den "Computerführerschein". Beim Nachholkursus müssen sie nicht an allen Terminen dabei sein und suchen sich ihren Stoff selbst aus, beschreibt Hertrampf die Idee. Der Migrantenanteil liegt bei etwa 50 Prozent.
Das Lernen in den Ferien läuft zweimal wöchentlich jeweils eine Stunde lang vollständig am Computer ab: Programme für Mathe, Deutsch und Englisch, außerdem Konzentrationstrainer und Übungen für Legastheniker und Kinder mit Rechenschwächen stehen zur Auswahl. Dabei ist es völlig ruhig: Viele Teilnehmer - die meisten sind erst neun oder zehn Jahre alt - haben Kopfhörer auf. Hertrampf und bis zu zwei weitere Pädagogen stehen mit Rat und Tat zur Seite.
Das Lernen in den Ferien "bringt was", ist Hertrampf überzeugt. Erfahrungen zeigten, dass die Jungen und Mädchen sich in der Schule verbesserten. Manche Eltern seien allerdings übermotiviert: Einige müsse man bremsen in ihrem Drang, die Kinder auch in den Ferien zum Lernen zu anzuhalten - insbesondere wenn die Versetzung gefährdet sei oder eine Fünf auf dem Zeugnis prange.
Doch Hertrampf zeigt sich überzeugt: "Die Kinder kommen, wie sie lustig sind, sonst würde es nicht funktionieren." Und fügt hinzu: "Sie sollen regelmäßig eine Pause machen. Viele wollen aber gar nicht." Derweil plant Hertrampf für die Herbstferien. "Viele Eltern haben uns schon danach gefragt. Da werden wir auch etwas anbieten."
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