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11.02.2012
BAD SALZUFLEN
"Maritim"-Chef Stefan W. Kohlhase wagt an Weiberfastnacht eine Party-Premiere

Vor der Drehtür des Hotels | Foto: Backe

Bad Salzuflen. In den Karnevals-Hochburgen am Rhein steigt das närrische Fieber unaufhaltsam. Das lässt die bodenständigen Salzufler traditionell eher kalt. Doch ausgerechnet im feinen "Maritim" soll es nun hoch hergehen.

Grund dafür ist der neue Hotel-Direktor Stefan W. Kohlhase, der seit September 2011 für das Salzufler 200-Zimmer-Haus verantwortlich zeichnet. Immerhin stand der 36-Jährige zuvor in Diensten des "Maritim" Köln - wo pro Session rund 40 Prunksitzungen mit jeweils bis zu 1600 Besuchern organisiert werden.

Herr Kohlhase, wollen Sie aus den Salzuflern nun alles jecke Karnevalisten machen?

Stefan W. Kohlhase: (lacht) Nein, bestimmt nicht. Ich gebe zu, dass ich den Gedanken, hier auch etwas in diese Richtung anzubieten, schon länger mit mir herumtrage. Ich habe schließlich Blutgruppe "K".Aber ausschlaggebend war, dass ich im Januar innerhalb eines Tages gleich von zwei Bekannten angesprochen worden bin. Frei nach dem Motto: "Du kommst doch aus Köln - mach doch mal was zum Karneval."

Sie dürfen also darauf hoffen, dass Sie am kommenden Donnerstag nicht allein feiern müssen?

Kohlhase: Auf jeden Fall. Ich merke, dass die Idee langsam ihre Kreise zieht. Ich hatte anschließend noch mit einigen Bekannten gesprochen, und alle haben mir für die Veranstaltung Mut gemacht. Als ich die Party mit der Marketing-Chefin der Zentrale abgesprochen habe, meinte sie auch scherzhaft: "Das hab ich mir gedacht, dass Sie den Karneval vermissen." Aber ich mache die "Gute-Laune-Party" an Weiberfastnacht ja auch nicht für mich, sondern in erster Linie für die Besucher - und vielleicht auch fürs Geschäft.

Info
Weiberfastnacht wird mit einer "Gute-Laune-Party" im Hotel "Maritim" gefeiert. Los geht es am Donnerstag, 16. Februar, um 17.11 Uhr. Der Veranstalter verspricht eine tolle Karnevals­party mit typisch rheinischen Snacks, jecker Musik mit DJ Peter Weisheit und jeder Menge Frohsinn. Verkleidungen sind keine Pflicht. Der Eintritt kostet inklusive eines Freigetränks 11 Euro im Vorverkauf (Abendkasse: 13 Euro) und wird nur Volljährigen gewährt.(bas)

Apropos Geschäft. Wie verträgt sich eine Karnevalsparty mit Ihrem Ruf als Hotel der Spitzenklasse?

Kohlhase: Das "Maritim" in Köln, in dem ich zuvor als stellvertretender Direktor gearbeitet habe, hat den größten Sitzungssaal im ganzen Kölner Karneval. Da passen fast 1600 Gäste rein. In der Karnevalszeit hatten wir oft von dienstags bis sonntags Prunksitzungen von Vereinen und Firmen. Durch die bauliche Trennung war das aber kein Problem für den Hotelbetrieb - unten tobten im Saal die Narren, in der Bar direkt darüber hat man davon aber nichts mitbekommen. Auch hier in Salzuflen haben wir die Möglichkeit, die Party räumlich etwas zu trennen. Wir müssen natürlich darauf achten, dass es Hotelgäste gibt, die auf eine solche Veranstaltung keine Lust haben.

Nicht zu vergessen die Nachbarn. . .

Kohlhase: Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir uns in einem Kurgebiet befinden. Da es jüngst auch bei Firmenweihnachtsfeiern mal etwas laut geworden war, haben wir in zusätzlichen Schallschutz an den Fenstern investiert.

Sie wissen, wie man eine zünftige Prunksitzung mit allem Drum und Dran organisiert. Weiberfastnacht bieten Sie aber zunächst ein sehr abgespecktes Programm an. Warum?

Kohlhase: Wir wollen das Thema für die Einheimischen nun erst einmal vorsichtig anfassen. Natürlich wird der DJ Karnevalsmusik spielen - aber auch ganz normale Partylieder. Bei einer Kölner Veranstaltung läuft acht Stunden lang Karnevalsmusik - und dann rufen die Leute immer noch nach Zugabe. Das ist ein Wahnsinn, den kann man normalen Menschen gar nicht erklären. Wir haben unsere Feier dagegen bewusst eine "Gute-Laune-Party" genannt - ganz ohne Kostümzwang. Wer ohne Verkleidung zu der Karnevalsveranstaltung erscheint, wird nicht schief angeguckt.

Aber eine kleine Büttenrede hätte doch drin sein können, oder?

Kohlhase: (lacht) In der letzten Session habe ich während der Arbeit ja teilweise 40 Mal die gleichen Redner gehört. Die Gags könnte ich noch auswendig vortragen. Nein, im Ernst: Das ist nun erst ein Test, ob man die Menschen in Lippe mit diesem Thema überhaupt begeistern kann. Bei einem Erfolg würde ich die Veranstaltung in den kommenden Jahren gerne ausbauen - dann auch gerne mit einem möglichen Live-Akt.

Mich wundert die Anfangszeit Ihrer Veranstaltung: 17.11 Uhr. Ein weiterer Kompromiss?

Kohlhase: Ja. Im Rheinland startet man Weiberfastnacht um 11.11 Uhr und feiert bis in die Nacht. Da nimmt man sich dann bis Aschermittwoch frei. Aber in Lippe ist Karneval ja noch kein gesetzlicher Feiertag. Darum haben wir 17.11 Uhr gewählt, um auch die Berufstätigen mitzunehmen, die am Donnerstag noch oder am Freitag wieder arbeiten müssen.


Das Interview führte LZ-Redakteur Stefan Backe.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 11.02.2012 um 00:10:25 Uhr
Letzte Änderung am 11.02.2012 um 13:31:42 Uhr
Kommentare
Ganz toll , leider habe ich schon bei mir im Keller eine Pölterparie orgarnisiert , aber nächstes JAHr da simmer dabai Alaaf



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