Vermisste Naemi aus Oerlinghausen ist tot

Einsatzkräfte finden Leiche im Wald

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Einsatzkräfte finden Leiche im Wald - © Oerlinghausen
Einsatzkräfte finden Leiche im Wald (© Oerlinghausen)

"Wir gehen derzeit davon aus, dass es keine Gewalteinwirkungen gegeben hat", sagte Uwe Bauer, Sprecher der Polizei Lippe. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Seit Sonntag war die Gymnasiastin von der Polizei gesucht worden. Zum letzten Mal wurde sie am Sonntag gegen 15 Uhr auf der Rathausstraße gesehen. Ihren Eltern hatte sie gesagt, sie gehe spazieren. In der Suchmeldung teilte die Polizei mit, Naemi ginge üblicherweise in Richtung B66 / Tunnelstraße spazieren. Außerdem sei die Schülerin im Notfall auf ein Asthma-Spray angewiesen. In der Nacht zu Montag setzte die Polizei bereits einen Hubschrauber ein, der mit einer Wärmebildkamera die Bereiche Freesenberg, Merkslohberg und Menkhauser Berg abflog. Am frühen Montagmorgen wurde die Suche fortgesetzt, dann auch unterstützt durch neun Spürhunde des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Auch ein Hubschrauber half erneut bei der Suche, musste den Flug aber wegen dichten Nebels in Oerlinghausen wieder abbrechen.
Die Polizei richtete ihre Einsatzzentrale auf dem Schulhof des Niklas-Luhmann-Gymnasiums ein. Dort hatte Naemi die neunte Klasse besucht. Wie aus dem Umfeld des Gymnasiums bekannt wurde, wurden die Schüler über eine Durchsage der Schulleitung informiert, dass Naemi gefunden worden sei. Um 13 Uhr sei der Unterricht abgebrochen worden, die Schulleitung, das Lehrerkollegium sowie die Notfallseelsorger hätten sich im Lehrerzimmer versammelt, sagt ein Schüler, der ungenannt bleiben möchte. "Auf dem Schulhof lagen sich Schüler in den Armen, andere telefonierten", erzählt er. Wenig später herrscht gespenstische Stille auf dem Schulhof. Am Busrondell stehen noch vereinzelte Schüler, die darauf warten, dass sie abgeholt werden. Der Fundort der Leiche ist nicht mehr abgesperrt, die Hinweise kaum noch zu sehen. Reifenspuren auf dem feuchten Wiesenboden, niedergetretene Pflanzen an der Uferböschung, eine kleine Schneise zum Teich, der mehr Tümpel ist. Wild umrankt, überwuchert, ein herbstlichfarbenes Dickicht. Gegenüber ist der Begrenzungszaun zum höhergelegenen Friedhof zu erkennen. Der heutige Tag beginnt nach Auskunft eines Schülers mit zwei sogenannten Klassenlehrerstunden. In dieser Zeit werden die Schüler von ihren jeweiligen Klassenlehrern unterrichtet, es besteht die Gelegenheit zum Gespräch über das Unglück. Außerdem soll in der Aula ein Trauerraum eingerichtet werden. Voraussichtlich werde der Schultag nach vier Stunden beendet.

Einsatzkräfte - © Foto: Prignitz

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