Projekt zur tiergestützten Pädagogik erhält Förderpreis des Landes NRW

Hanse-Berufskolleg will auf den Hund kommen

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Hund tut gut: Schülerinnen und Schüler der Klasse HH008 mit den Lehrerinnen Katharina Smyczynski (links) und Julia Galluschke und einem kleinen sowie einem großen vierpfötigen Freund. - © Foto: Schmidtchen
Hund tut gut: Schülerinnen und Schüler der Klasse HH008 mit den Lehrerinnen Katharina Smyczynski (links) und Julia Galluschke und einem kleinen sowie einem großen vierpfötigen Freund. (© Foto: Schmidtchen)

Lemgo. Die Schüler des Hanse-Berufskollegs können sich im nächsten Schuljahr auf einen neuen Partner freuen. Einen Schulhund. Dieser ist Teil eines Projekts, das sich mit tiergestützter Pädagogik befasst. "Der Hund dient als Katalysator", sagt Projektleiterin Katharina Smyczynski, Lehrerin für Wirtschaft am Berufskolleg. Die 33-Jährige ist die Initiatorin des Konzepts und hatte zu Beginn nicht nur Befürworter.

Schulleiter Rudolf Stock gibt ehrlich zu, dass er zunächst nicht wirklich an die Idee geglaubt habe - doch seine Kollegin blieb hartnäckig. Mit Erfolg: jüngst gab es sogar einen Förderpreis des Landes NRW für das Hanse-Berufskolleg.

Ausgangspunkt waren Erlebnisse, die Katharina Smyczynski selbst bei Tagesausflügen machte, als sie ihren Hund mitnahm. Die Schüler öffneten sich gegenüber dem Tier und zeigten teils ein anderes Gesicht. Abseits vom Dasein auf dem Schulhof weckte der Vierbeiner Emotionen und gab ihnen einen Bezug zur Realität. Als nun Europa-Ministerin Angelica Schwall-Düren einen Wettbewerb ins Leben rief, der sich mit Projekten rund um die deutsch-polnische Zusammenarbeit beschäftigt, stand der Beschluss fest: Tiergestützte Pädagogik soll auch im Lemgoer Berufskolleg angewandt werden.

Doch was hat ein Schulhund mit dem Nachbarland zu schaffen?
Seit Jahren pflegt das Berufskolleg eine Partnerschaft mit einer polnischen Schule im Kreis Chodziez, 70 Kilometer nördlich von Posen. Dort gibt es bereits einen tierischen Freund auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern, und die Ergebnisse stimmen die Verantwortlichen positiv.

Im Mai reisen nun sechs Schüler des Berufskollegs sowie zwei Lehrbeauftragte gen Osten und statten der Partnerschule einen Besuch ab. "Wir wollen etwas von ihnen lernen", so Schulleiter Stock. Die gebürtige Polin Smyczynski, die im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland kam und später in Bielefeld studierte, wird die Reise selbstverständlich mit antreten. Ihre Schüler bereitet sie im angebotenen Polnisch-Kurs auf die Sprachbarriere vor.

Das Ziel des Projektes ist es, eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler anzubieten und für ein effektives Arbeiten in der Klassengemeinschaft zu sorgen. Die Vermittlung von Wissen hat weiter oberste Priorität, doch soll der Hund auch zum Bestandteil des Unterrichts werden. Bei vorzeitiger Beendigung von Aufgaben können sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise um die Belange des Vierbeiners kümmern. Für den Sommer ist die Anschaffung des Schulhundes geplant. Welche Rasse ist noch offen…

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