Der Sportverband Detmold bietet ab Januar neue Angebote für Flüchtlinge

Oliver König

Gemeinsam für den Lauftreff: (hinten von links) Sebastian Vogel (Phönix Bielefeld), Joel Dürksen (Arbeiter-Samariter-Bund), Muhammadjon Murodov, Karl-Heinz Danger und Norbert von Dahlen (beide Sportverband Detmold), Lauftreff-Leiter Norbert Distelrath, Benjamin Fritzsch (Phönix Bielefeld) sowie (vorne von links) Jared Omundo (Arbeiter-Samariter-Bund), Mehrabon Ibroimov und Ibrahimjon Roibov. - © Egon Penner
Gemeinsam für den Lauftreff: (hinten von links) Sebastian Vogel (Phönix Bielefeld), Joel Dürksen (Arbeiter-Samariter-Bund), Muhammadjon Murodov, Karl-Heinz Danger und Norbert von Dahlen (beide Sportverband Detmold), Lauftreff-Leiter Norbert Distelrath, Benjamin Fritzsch (Phönix Bielefeld) sowie (vorne von links) Jared Omundo (Arbeiter-Samariter-Bund), Mehrabon Ibroimov und Ibrahimjon Roibov. (© Egon Penner)

Detmold. „Sport mit Geflüchteten", unter diese Überschrift stellt der Sportverband Detmold seine neue Angebotsreihe, die er ab 8. Januar im Programm hat. Norbert 
Distelrath, Leiter des Lauftreffs, Karl-Heinz Danger, Vorsitzender des Sportverbandes Detmold, und Norbert von Dahlen, Integrationsbeauftragter des Sportverbandes, präsentierten ihre Ideen.

Lauftreff: Sonntags um 10 Uhr bittet Norbert Distelrath ab 8. Januar an die Turnhalle des Bildungshauses Weerthschule, Im Hofkamp. Distelrath hatte sich bislang schon um den Lauftreff „Adenauerstraße" gekümmert. Nach Schließung der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge startet die Gruppe nun unter Federführung des Sportverbandes.

„Wir sind offen für alle. Integration soll gefördert werden", sagen Distelrath und Danger. Eine Konkurrenz zu seinen Vereinen sieht der Vorsitzende des Sportverbandes nicht. Im Gegenteil: „Wir leisten die Vorarbeit. Viele Flüchtlinge kennen das Vereinswesen nicht. Wir können aufklären. Es ist kein Problem, wenn ein Verein auf uns zukommt und sagt: Wir machen das." Den Durchbruch hatte der Lauftreff beim Residenzlauf, als 30 Flüchtlinge gestartet waren. „Aus Sicherheitsgründen machen wir das an einem Sonntagmorgen, um nicht in der Dunkelheit zu laufen.

Außerdem stehen uns dann auch die Räumlichkeiten zur Verfügung", klärt Norbert Distelrath auf. Seine guten Kontakte zu SuS Phönix Bielefeld haben sich ausgezahlt. Bei einem ersten Termin übergaben SuS-Vertreter zehn Paar Laufschuhe.

Hobbyfußball: Auch dieses Angebot wolle man gern wiederbeleben, betont Karl-Heinz Danger. Samstags von 11 bis 12.30 Uhr rollt unter Leitung von Hubertus Färber in der Turnhalle des Bildungshauses Weerthschule, Siegfriedstraße 4, der Ball.

Fitness: Ein ums andere Mal werde er auf dieses Thema angesprochen, sagt Karl-Heinz Danger. Mit dem Syrer Tareq Helo Ajory habe er nun jemanden gefunden, der die Leitung für die Gruppe übernimmt. Diese ist montags von 20 bis 21.30 Uhr in der DBB-Halle, Wittekindstraße 5, aktiv.

Cricket: Nach dem Erfolg in Lemgo möchte nun auch der Sportverband Detmold diese Sportart etablieren. Ein erstes Treffen dazu findet am Dienstag, 24. Januar, um 18 Uhr im Sporthaus am Jahnplatz unter den Pinneichen statt.

Bildungscamp, Sporttag
und ein Spielfest

Das Thema „Integration durch Sport" bildet im nächsten Jahr einen Schwerpunkt beim Kreissportbund Lippe. Das erklärte Präsident Wilfried Starke. Die LZ hat beim KSB und bei Stadtsportverbänden nachgefragt, wie die Planungen für weitere Angebote aussehen.

Beim KSB ist inzwischen eine halbe Stelle geschaffen worden, die Christopher Teget᠆hoff als Fachkraft für den Bereich „Integration durch Sport" besetzt. Starke: „Ich bin froh darüber. Wir liefern die personellen Voraussetzungen, um zu helfen. Das ist ein Pfund und hat eine ganz andere Qualität."

Der Stadtsportverband (SSV) Blomberg zum Beispiel hat Christopher Tegethoff zu seiner Jahreshauptversammlung am 31. März eingeladen. Für Herbst 2017 plant der KSB erneut ein Bildungscamp für junge Flüchtlinge. Ziel soll es sein, dass die Menschen Zugang zu unterschiedlichen Sportarten und zu Vereinen bekommen.

Der Stadtsportverband (SSV) Lemgo verfolgt die Entwicklung der Sportart 
„Cricket", die im TBV und TV Lemgo mit Unterstützung des SSV erfolgreich angeboten werde, sagt SSV-Vorsitzender Hans Pawlowski. Zudem ist der „Sporttag für alle" für den 21. Oktober terminiert worden. „Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die Flüchtlinge am besten in bestehenden Abteilungen und Teams aufgehoben sind", ergänzt Pawlowski.

Der Stadtsportverband Horn-Bad Meinberg plant, zusammen mit der Stadt „etwas anzubieten". Konkret werde das Anfang Januar besprochen, meint SSV-Vorsitzender Andree Dietrich. „Als Schnittstelle zwischen Flüchtlingen und Vereinen vermitteln wir Sportangebote für Flüchtlinge", sagt Christian Müller als stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportverbandes Bad Salzuflen. So möchte der SSV 2017 zusammen mit den Vereinen daran arbeiten, weitere Angebote bereitzustellen. Auch eine Veranstaltung wie das „Spielfest" könne von den Vereinen als Plattform genutzt werden.

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