Jugend forscht: Der Aufschwung des TuS Bexterhagen

Trainer Achim Wenzel hat die richtige Mischung gefunden

Dietmar Welle

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Da kommt schon mal Freude auf: Bexterhagens Co-Trainer Uwe Wehmeyer (links) huscht ein Lächeln über die Lippen, während Coach Achim Wenzel (rechts) noch skeptisch drienblickt. In der Mitte ist Jan Hendrik Piel zu sehen. - © Archiv: Oliver König
Da kommt schon mal Freude auf: Bexterhagens Co-Trainer Uwe Wehmeyer (links) huscht ein Lächeln über die Lippen, während Coach Achim Wenzel (rechts) noch skeptisch drienblickt. In der Mitte ist Jan Hendrik Piel zu sehen. (© Archiv: Oliver König)

Leopoldshöhe-Bexterhagen. Der Aufschwung ist unverkennbar. Fußball-B-Ligist TuS Bexterhagen hat sich innerhalb eines Jahres von einem Abstiegskandidaten zu einem Meisterschaftsaspiranten entwickelt. Die Mannschaft rangiert derzeit auf dem dritten Tabellenplatz, punktgleich mit dem TuS Ahmsen (besseres Torverhältnis).

Der Aufschwung beim TuS Bexterhagen ist eng verbunden mit dem Namen Achim Wenzel. Der Trainer (im September feierte er seinen 60. Geburtstag) übernahm die TuS-Truppe vor fast genau einem Jahr, als nur drei Pünktchen auf dem Konto lagen. „Dann haben wir relativ schnell den Klassenerhalt gesichert", so der mit einem trockenen Humor gesegnete Regionaleiter beim in Espelkamp ansässigen Unternehmen namens Demotronic.

Im Verlauf der Zeit hat Wenzel die richtige Mischung gefunden – und setzt dabei auf die eigenen Talente. Dominik Dodt, Clemens Grosser, Eric Wöhler und Tim Kunze kommen allesamt aus der Jugend und schafften den Sprung ins Team von Achim Wenzel.

Der war selbst ein exzellenter Kicker, durchlief die Westfalenliga-Jugend beim VfB Bielefeld, spielte dann in der dritthöchsten Amateurliga beim VfB und wechselte nach Landesliga-Jahren beim VfB und in Bexterhagen zum „Studententeam" des VfL Oldentrup in die Kreisliga A. Wohl des Spaßes wegen. Denn Teamkameraden wie „Detto" Brinkmann oder Gerd Reiche (legendärer „Elfenbein"-Klubbesitzer aus Bielefeld) gaben ihrem Leben gern einen besonderen, stets interessanten Touch und bewahrten sich über Jahrzehnte ihre Nonchalance.

Bei seinem ersten Engagement als Trainer in Bexterhagen schaffte Wenzel 1986 gleich den Aufstieg in die Bezirksliga. Seine damaligen Wegbegleiter wie Dirk und Gerald Rüter sowie Gerald Winter sind auch heute Stammzuschauer ebenso wie die Recken aus der ehemaligen Landesliga-Truppe von vor etwa 40 Jahren wie Siegfried Horstmann, Siese-Bezwinger Robert Vogel, Ehrenpräsident Richard Frodermann, Reinhard Löhr und Betreuer Horst Korte.

Doch zurück aufs Feld. Sportlich stimmt es in Bexterhagen. Und dazu trägt mit Ibrahim Sory Camara ein Flüchtling aus Guinea (Westafrika) bei, der bereits 19 Treffer markierte. „Ein toller Typ, der in Bad Salzuflen sehr gut aufgenommen worden ist und jetzt seinen Hauptschulabschluss macht. Er kam über die Türkei und Griechenland nach Deutschland."

Camara macht das Leben Spaß

Camara, 21 Jahre jung, machen das Leben und der Fußball Spaß. Und er ist neugierig. „Kürzlich waren wir zur Mannschaftsfahrt in der Skihalle in Bottrop, das war ein dolles Ding für Ibrahim", so Wenzel, sich an die ersten Versuche seines Schützlings im Schnee erinnernd. Nach der Schule will Camara eine Ausbildung zum Maler machen. „Eine Stelle suchen wir noch", so Wenzel, der von „Ganzheitsbetreuung" spricht, wenn er über seine Mannschaft spricht. Aber Wenzel steht nie allein.

Die große Bexterhagener Fußballgemeinschaft weiß er hinter sich und ist stolz, an alter Wirkungsstätte seinen Teil zum guten Gelingen beitragen zu dürfen: „Wir bekommen Hilfe auf allen Ebenen. Das ist einfach toll."

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