Lippische Handballer geben Vollgas im Titelrennen

Dietmar Welle

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Prägende Figuren in der Handball-Bezirksliga: Salzuflens Fynn Fanenbruck (vorn) und Oerlinghausens Jannik Rauchschwalbe. - © Egon Penner
Prägende Figuren in der Handball-Bezirksliga: Salzuflens Fynn Fanenbruck (vorn) und Oerlinghausens Jannik Rauchschwalbe. (© Egon Penner)

Kreis Lippe. Die Vorbereitung auf den zweiten Saisonteil der Serie 2016/2017 läuft bereits auf Hochtouren. Doch der Großteil der Handballer muss noch eine Woche warten, ehe es wieder mit dem Meisterschaftsbetrieb weitergeht. Doch dann gilt nur noch Vollgas.

HB Bad Salzuflen. Die Salzufler Mannschaft von Jens Freier rangiert mit 20:4 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz vor dem engsten Verfolger TSV Schloß Neuhaus (18:6) und dem TSV Oerlinghausen (17:7) sowie VfL Schlangen (16:8). Die kleine Schwächephase im zehnten (18:27 daheim gegen Oerlinghausen) und elften Spiel (25:26 in Schloß Neuhaus) trug die bisherigen vier Verlustpunkte ein.

Einen guten Ausklang nahm das Jahr mit dem 32:23 gegen einen starken VfL Schlangen. Freier gab nicht zuletzt aus personellen Gründen den Reservespielern Tobias Sibma und Tim Albert Spielanteile, um die Basis für die Zukunft noch zu verbreitern. Und Defensivspezialist Fynn Fanenbruck hat immer wieder bewiesen, dass er auch im Angriff eine stattliche Zahl von Treffern markieren kann. Bewundernswert, wie sich die blutjunge Truppe derzeit behauptet. Das sieht auch Jens „Howie" Freier so. „Wir sind selbst überrascht, dass wir da oben stehen. Das war nicht so geplant, aber wir sind gerade dabei, die Früchte der vergangenen Jahre zu ernten."

Denn nach der Fusion befinden sich die Badestädter in der dritten gemeinsamen Serie und schafften den Aufstieg von der 1. Kreisklasse in die Bezirksliga. Gleichwohl sieht Freier seine Mannschaft „ohne" Druck: „Wir müssen ja nicht. Aber wenn es kommt, dann kommt es." Derzeit läuft die Vorbereitung auf Hochtouren für die Partie bei der zweiten Mannschaft von Detmold am Samstag, 14. Januar, um 17 Uhr. Allerdings sind nicht alle Spieler zu hundert Prozent fit. So zum Beispiel Niklas Busse, der an einer Fußverletzung laboriert.

Torhüter Philipp Göke plagt eine Patellasehnenreizung. Dass Moral und Einstellung trotz Rückschlägen stimmen, das beweist nicht zuletzt der Einsatz von Jan Langhorst, der zu den Spielen vom Bodensee mit einer Fahrgemeinschaft anreist. Oder Torhüter Jannis Hoffmann setzt sich aus Münster, wo er studiert, in Bewegung. Freier: „Insgesamt können wir richtig stolz sein auf das, was wir in den vergangenen beiden Jahren geschafft und auf die Beine gestellt haben."

TSV Oerlinghausen. Mit einem fast vollen Kader ist der von Christiane Rauchschwalbe trainierte TSV Oerlinghausen am Dienstag dieser Woche wieder ins Training eingestiegen. Beste Genesungswünsche gelten dem in Salzuflen am Kreuzband verletzten Timm Fichtler. Der 22-Jährige unterzieht sich Ende Januar der notwendigen Operation und fällt für den Rest der Serie aus. Rauchschwalbe: „Aber die Serie ist noch lang.Und natürlich setzen wir uns Ziele. Warum nicht den Aufstieg? Wir schauen dann, was dabei herauskommt." In die Rolle des Favoriten fühlen sich die Bergstädter eher hineingedrängt. Rauchschwalbe: „Diese Rolle haben uns andere aufs Auge gedrückt. Aber es stimmt auch: Wir orientieren uns nach oben."

VfL Schlangen. „Wir sind auswärts nicht konstant genug, vor eigenem Publikum haben wir eine weiße Weste", sagt VfL-Coach Nils Klöpping, der die frühere Bezirksliga für „stärker" hält. Schlangen denke von Spiel zu Spiel und verfüge nur über einen kleinen Kader. Denkt Klöpping über den Titel nach? „Eher nicht, ich weiß nicht, ob uns das gut tun würde."


TG Lage
. „In dieser Klasse kann jeder jeden schlagen." Andreas Köckeritz, Lages Trainer, haben die Ergebnisse der Vergangenheit gezeigt, dass jede Mannschaft verwundbar ist. Seine Mannschaft habe die Stabilität nach einer schwierigen Anfangsphase zurückerobert.

„Im Angriff können wir uns verbessern, die Deckungsarbeit ist aber okay", so Köckeritz. Allerdings fehlt es an Konstanz auf der Mittelposition. Denn Robin Borris muss wegen eines Praktikums als Justiziar häufiger passen. Niklas Brinkmann kommt als Linkshänder auch als Regisseur in Frage, ist aber auf halbrechts immens wertvoll. „Eigentlich ist Thore Brinkmann die Nummer eins auf der Mitte, aber Thore ist beruflich oft in München", so Köckeritz, der hinzufügt: „Aber alle Mannschaften in dieser Klasse haben ähnliche Probleme."

Eine keineswegs rosige Zukunft sieht Köckeritz für den im Sommer feststehenden Aufsteiger. „Der Sprung in die Landesliga ist riesig. Da weht ein anderer Wind. Dort gibt es keine einfachen Spiele wie wir sie jetzt haben." Bei gleicher Konstellation, bei gleichem Niveau könne sich kein aktueller Bezirksligist ohne personelle Verstärkung in der Landesliga halten. „Auch wir nicht", räumt Köckeritz unumwunden ein.

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